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Delitzsch Delitzsch: Genussmarkt zieht, Frischemarkt dümpelt
Region Delitzsch Delitzsch: Genussmarkt zieht, Frischemarkt dümpelt
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00:26 01.05.2018
Der Delitzscher Frischemarkt leidet schon seit Jahren unter der spärlichen Anzahl von Besuchern. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Es werden wohl wieder Tausende sein, die am nächsten Wochenende auf den Delitzscher Markt strömen. Zum dritten Mal findet am Samstag und Sonntag jeweils 10 bis 18 Uhr der Frühlings- und Genussmarkt statt. Er hat sich schon bei seiner Premiere – damals noch auf dem Roßplatz – als Erfolg erwiesen, für dieses Jahr haben 100 Händler zugesagt. Ein Flair, von dem beim regulären Frischemarkt am Dienstag und Donnerstag jeder Woche nicht die Rede sein kann.

Keine große Belebung

Ein paar Händler mit Gardinen und anderen Textilien, ein rollender Bäcker, ein Fleischer, ein Kult gewordener Uhrmacher. Das war es dann meist aber auch schon. Unter Mittag reger Betrieb, ansonsten wenig los. So gestaltet sich der Frischemarkt meistens. Ein Thema, das das Referat Wirtschaftsförderung im Delitzscher Rathaus schon lange beschäftigt. Wiederholt gibt es Belebungsideen, durchschlagender Erfolg bleibt aus. Und kaum ein Händler, der auf dem Frühlings- und Genussmarkt die Leute begeistert, wechselt rüber auf den alltäglichen Markt an Vormittagen. Die meisten Händler könnten sich dazu nur schwer entscheiden, weil die Zielgruppe für die besonderen Produkte auf dem regulären Markt fehlt, hat Wirtschaftsförderer Alexander Lorenz beobachtet. Bison-, Strauß- und Wasserbüffelwurst oder Cannoli, Arancini und Mandelgebäck sind eben weder alltägliche Bedürfnisse, noch alltäglich finanzierbar. Molkerei- und Käsespezialitäten oder Fischspezialitäten dagegen vielleicht schon. Angebot und Nachfrage regulieren nun mal den Markt. So wechselten in der Vergangenheit nur zwei der Händler vom Frühlings- und Genussmarkt mit zum Teil unregelmäßigen Auftritten rüber auf das „Frischemarkt“ genannte Dienstags- und Donnerstagsangebot vor dem Rathaus – ein Wurstwarenspezialist aus Schlaitz und eine Gärtnerei aus Klitschmar.

Italienische Süßwaren in vielen Varianten lockten in der Vergangenheit beim Genussmarkt Anfang Mai. Quelle: Maria Pappel

Zudem, so Alexander Lorenz, sind viele der auf dem Frühlings- und Genussmarkt vertretenen Händler auf solche Höhepunktveranstaltungen spezialisiert oder betreiben ihren Markthandel nebenberuflich, sodass sie nicht unter der Woche von Kleinstadt zu Kleinstadt reisen können und wollen. Es ist gar nicht ihr Konzept, Alltagsgeschäft zu machen. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Stadtverwaltung den Frühlings- und Genussmarkt ganz bewusst auch als eine Besonderheit pflegen will, er sich bewusst von sonstigen Angeboten abheben soll. In diesem Jahr werden erstmals Blogger auf Einladung der Stadt die Genussmeile besuchen und sollen der Loberstadt mit ihren Internetseiten zu mehr Bekanntheit verhelfen. Es geht auch nicht nur um Leckerbissen, hinzu kommen Handwerksvorführungen, abgerundet wird das Spektakel mit Straßenmusik, Fahrten mit der historischen Postkutsche, Ponyreiten und dem großen, kostenfreien Holzspielmobil für Kinder.

Besonderheiten 2019

Die Idee besonderer Marktangebote soll dennoch keine auf den Mai beschränkte Sache bleiben. Das Referat Wirtschaftsförderung will weitere solcher Spezialmärkte organisieren und etablieren. Es gab bereits einen herbstlichen Frischemarkt, der bewusst auf einen Samstag gelegt wurde, um vor allem den berufstätigen und pendelnden Delitzschern auch die Möglichkeit zum lokalen Marktkauf zu geben. 2019 soll es ein oder zwei weitere spezielle Angebote geben. Eventuell, aber nicht zwangsläufig wird ein Termin am Abend organisiert.

Von Christine Jacob

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