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Delitzsch Delitzsch: Giftködergerüchte halten sich hartnäckig
Region Delitzsch Delitzsch: Giftködergerüchte halten sich hartnäckig
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17:15 19.05.2015
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Bernd Lösch schaut genauer hin, was seine Retrieverdame Fee auf der Wiese im Stadtpark erschnüffelt hat. Quelle: Alexander Bley

Auch Bernd Lösch kennt diese Gerüchte. Tagtäglich ist er mit seiner Golden-Retriever-Dame Fee in und um die grüne Oase der Stadt unterwegs. "Ich weiß das auch nur aus zweiter Hand", sagt der 70-jährige Delitzscher. "Hundefreunde erzählen das. Seit gut einer Woche geht das von Mund zu Mund", fügt er an. Die Gerüchte halten sich hartnäckig. Gefunden wurde bisher allerdings noch kein vergifteter Köder.

"Das bringt meinen Schill auch nicht zurück", sagt Meik Kupke. Bei einer Zigarette, mit Blick ins Leere, erzählt er vom Martyrium, dass sein treuer Begleiter tagelang erleiden musste. "Sieben Jahre und sieben Monate war er alt", sagt Kupke. "Er hat nicht mehr reagiert, sich ständig hingelegt, nichts mehr gefressen", beschreibt er, sitzend im Wintergarten unter dem übergroßen Konterfei seines Schäferhundes. Ständig erbrochen hatte er sich, wurde per Tropf ernährt. Drei Tage lang. Auch Tierarzt Rüdiger Pott konnte nichts mehr für Schill tun. "Es war definitiv Gift", ist sich Kupke sicher. Welches genau, konnte nicht herausgefunden werden, weil der Delitzscher den Hund nicht obduzieren ließ. "Das bringt ihn nicht zurück", wiederholt er. Auch sein Tierarzt glaubt, dass es Gift war. Wo das Schill aufnahm, kann Kupke nicht genau sagen. Ob im Stadtpark, im Rosental oder in der Goitzsche, er wisse es beim besten Willen nicht. Schließlich schnüffelte der Vierbeiner immer und überall, eben wie es seiner Natur entspricht. Wie viel ihm der Hund bedeutet hat, zeigen die vielen kleinen Details auf dem Grundstück. Ein geschmiedetes Konterfei begrüßt die Gäste schon an der Gartentür, Bilder sind im Wintergarten aufgehängt, der geräumige Zwinger samt Hütte und Liegebrettern nun leer. Es ist ruhig. Kupke zwischen Trauer und Wut. Seit knapp zwei Wochen.

Klaus Kabelitz, Polizeirevierleiter der Stadt, bestätigt, dass es zwei Hunde-Fälle gibt. "Einer davon wurde möglicherweise vergiftet", sagt er. "Allerdings wurde bisher noch nichts angezeigt", so Kabelitz weiter. Darauf weist auch Stadtsprecherin Nadine Fuchs hin. "Wenn jemand etwas sieht oder einen Köder findet, sollte er es unbedingt bei der Polizei anzeigen."

"Vor acht Jahren", erinnert sich Tierarzt Pott, "hat mir ein Hundebesitzer eine Bockwurst gezeigt, die mit Glassplittern durchsetzt war." Panik machen und verbreiten will er aber nicht. Auch, weil die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf ihren Touren bisher nichts entdeckt haben. Den Hundebesitzern nimmt das nicht die Angst.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.04.2013

Alexander Bley

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