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Delitzsch Delitzsch: Jugendliche „Rumlungerer“ begegnen Vorwürfen
Region Delitzsch Delitzsch: Jugendliche „Rumlungerer“ begegnen Vorwürfen
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07:00 13.04.2017
Die Gruppe scheint nur auf den ersten Blick homogen, in allen Fragen einig sind sie sich aber nicht. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Jugendliche, die am Wallgraben und auf dem Roßplatz rumsitzen, mitunter zu laut Musik hören, rauchen, Alkohol konsumieren, sich geprügelt haben ... Sie wurden schon im Stadtrat diskutiert. Die Stadtverwaltung hat das Problem im Auge. Die Anwohner sind genervt. Regelmäßig kommt die Polizei. „Alle reden über uns, aber keiner redet mit uns“, sagt eine 15-Jährige. Ein Besuch vor Ort.

Gruppe ist nicht homogen

Eines wird schnell klar: Die scheinbare Gruppe von bis zu 30 Jugendlichen ist nicht zwingend homogen, nicht zwingend gehören alle in einen Topf. Es gibt welche, die sich an der Radstation auf dem Roßplatz treffen, andere haben die Bänke entlang des Wallgrabens zu ihrem Treffpunkt auserkoren, zwischenzeitlich wechseln sie. Manchmal fühlen sich eine Clique von so einer Bank und die von der Radstation als zusammengehörig, dann wieder nicht. Manchmal ist es okay, ihren Namen zu nennen. Manchmal nicht. Bei manchen wissen die Eltern genau, wo sie rumhängen, bei anderen nicht. Sie alle sagen, es würde keinen anderen geeigneten Treffpunkt für sie geben. Also Roßplatz und Wallgraben statt Jugendhaus oder – in ihrer Wahrnehmung das Schlimmste, um Freunde zu treffen – das eigene Elternhaus. Unter der Woche ist meist gegen 20 Uhr Schluss, am Wochenende geht es bis spät in die Nacht – und es artet aus.

Solche und solche

„Es gibt solche und solche“, sagen Mirko und Leon. Die beiden 15- und 17-Jährigen treffen sich regelmäßig am Wallgraben – zum Reden und Entspannen vom Schulalltag an Oberschule und Gymnasium. Sie rauchen nur mal eine und quatschen über dies und das. Wenn es mit der lauten und/oder der rechtsradikalen Musik anderer Jugendlicher losgeht, räumen die Teenager das Feld. „Wir wollen damit nicht in Verbindung gebracht werden“, sagt der 17-jährige Leon. Und er und seine Freunde würden auch nicht zu denen gehören, die ihren Müll liegen lassen. Es sei wie immer im Leben, manche könnten sich benehmen und andere eben nicht. Dass die Anwohner vom Wallgraben nicht erfreut sind, können Mirko und Leon verstehen. Aber eine Alternative zu ihrem Treffpunkt sehen sie nicht. Im Park würden einen die Mücken zerstechen, am Festplatz würden sich die Gärtner beschweren. Und im Jugendhaus Yoz seien zu viele nervige Kleine.

Teenager sehen keine Alternative

Das Yoz sei eine Kifferhöhle, behauptet ein anderer Teenager, keine 15 Jahre alt an der Radstation. Sie wollen sich einfach nur treffen, „um gemeinsam zu chillen“, sagt eine 14-Jährige. Zwischen 12 und 22 Jahre alt seien diejenigen, die zum Roßplatz und Wallgraben kommen. Sie sind Besucher aller Schulformen, ob nun Förder- oder Oberschule sowie Gymnasium. Viele der Teenager kommen auch aus umliegenden Dörfern, wollen sich mit ihren Delitzscher Klassenkameraden treffen und fahren dann mit dem letzten Bus Richtung Löbnitz oder Wiedemar oder in die Delitzscher Ortsteile. Die meisten müssen unter der Woche spätestens um 21 Uhr daheim sein. Tatsächlich zerstreuen sich die Grüppchen mit Einbruch der Dunkelheit. Bis dahin gehen sie aber auch vielen auf den Nerv. Die Anwohner würden nicht mit ihnen über Beschwerden sprechen, sondern immer gleich die Polizei holen. Mehrere Kontrollen gab es schon. Wenn die Polizei dann einmal da war, wechselt die Gruppe meist an einen anderen Ort, zieht weiter in Richtung Stadtpark. Niemand mache irgendeinen Passanten dumm an, noch nie habe man jemandem was getan, betonen die Teenager. Gefragt, was die Stadt für sie tun könne, sagen die meisten Mädchen, dass eine öffentliche Toilette gut wäre. Mehr wollen sie nicht. „Wir wollen uns doch einfach nur an der frischen Luft treffen und reden“, sagt eine 16-Jährige.

Von Christine Jacob

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