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Delitzsch Delitzsch: Kita Zauberhaus ist luftdicht
Region Delitzsch Delitzsch: Kita Zauberhaus ist luftdicht
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17:01 19.05.2015
Das Blower-Door-Gerät, eingehängt in die Eingangstür, erzeugt Unterdruck im Inneren. Undichte Stellen, unter anderem an Fenstern, werden so entdeckt. Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Dazu wurde ein sogenannter Blower-Door-Test (Gebläse-Tür-Messung) durchgeführt.

Der Testaufbau ist relativ simpel. In einer Tür wird ein Gebläse eingehängt und die Luft aus dem Gebäude gesaugt. "Wir erzeugen einen Unterdruck von etwa 50 Pascal", erläuterte Architekt Olaf Reiter vom gleichnamigen Büro in Leipzig. Das entspreche in etwa dem Dauerdruck, den ein stärkerer Wind auf die Fensterscheiben ausübe. Wenn der entsprechende Druck erreicht ist, werde geprüft, ob die Außenhülle des Gebäudes luftdicht ist. Dazu wurde das Gebäude systematisch untersucht. Das geschehe auf unterschiedliche Art, wie es hieß. Teils mit Messgeräten, teils aber auch nur, indem mit dem Handrücken über die vermeintlich undichte Stelle gefahren wird, wie Architekt Reiter berichtete. Leckagen wurden sofort abgedichtet. Das Differenzdruck-Messverfahren ist Vorschrift für Passivhäuser und kostet etwa 2000 Euro. Für nahezu alle am Bau beteiligten Firmen war deshalb Erscheinen Pflicht. Zum einen um die nötigen Arbeiten gleich ausführen zu können, zum anderen um die Schlussrechnung stellen zu können. "Geld gibt es erst, wenn der Test bestanden wird", so Reiter. Der Delitzscher Kommunalbauleiter Ulli Klausch bestätigte dies. "Der Test war erfolgreich", erklärte er auf Nachfrage. Es habe nur minimale Nacharbeiten gegeben.

Auch einem zweiten Ziel diente der Test. Die Luftwechselrate konnte so bestimmt werden. Denn gelüftet wird nicht wie allgemein üblich, indem Fenster geöffnet werden. Das Haus hat nur eines, dass sich tatsächlich öffnen lässt - im Zimmer der Leiterin. Statt dessen gibt es eine Komfortlüftung. Sie sorgt für ständig hygienisch einwandfreie Luft (ohne Staub und Pollen). Gerüche und Feuchtigkeit werden dort abtransportiert, wo sie entstehen. Zudem wird die Wärme aus der Abluft zurückgewonnen. Dieses System führt zu extrem geringen Heizkosten, mit bis zu 75 Prozent Einsparung rechnet man. Auch aus diesem Grunde habe man sich für ein Passivhaus entschieden, erklärte Ulli Klausch. Möglich wird diese Kostenersparnis aber auch mittels einer extremen Dämmung und Holzständerbauweise. "Wir haben eine 30 Zentimeter dicke äußere Dämmschicht", betonte Reiter. Jeder Hohlraum enthält Material, das aus Altpapier recycelt wurde (wir berichteten). "Das reduziert die Wärmeverluste, führt zu höheren Temperaturen der Innenflächen in den Wintermonaten und zu niedrigen im Sommer", erklärte Reiter. Kalte Ecken gebe es nicht in dem Gebäude, weil die Raumtemperatur gleichmäßig sei. Die Gefahr der Bildung von Kondenswasser sinke deutlich.

Gleichlaufend mit dem Test gingen die Arbeiten im Inneren an der Elektrik und an den Sanitäranlagen weiter. Draußen wurde der Balkon vervollständigt. Mit dem Einzug der Kinder ist dennoch nicht vor Ende Juli oder Anfang August zu rechnen, heißt es aus der Stadtverwaltung - geplant war mal die Eröffnung im Mai.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.05.2013

Ditmar Wohlgemuth

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