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Delitzsch: Polizei und Händler reagieren auf vermehrte Nutzung von E-Bikes

Verkehrssicherheit Delitzsch: Polizei und Händler reagieren auf vermehrte Nutzung von E-Bikes

Zuletzt kam es in Delitzsch vermehrt zu Unfällen in Bahnunterführungen. Polizei und Stadtverwaltung reagieren nun mit Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den örtlichen Radwegen. Auch E-Bikes waren in die Zusammenstöße verwickelt.

Motor eines Elektrofahrrads

Quelle: Philipp von Ditfurth

Delitzsch. Nach mehreren Zusammenstößen zwischen Radfahrern unter den Bahngleisen an der Beerendorfer Straße und der Benndorfer Landstraße, stellt sich die Frage, ob die Unfälle in Delitzsch auch mit der vermehrten Nutzung von E-Bikes zusammenhängen. Um die Sicherheit auf den Radwegen zu erhöhen, werden die Radstreifen nun per Strichellinie und Richtungspfeilen geteilt.

Schilder und Markierungen sollen Sicherheit erhöhen

„E-Bikes sind eine schöne Sache“, sagt Polizeirevierleiter Klaus-Dieter Kabelitz. Doch auch die erhöhte Unfallgefahr ist ihm bekannt. Zu einer besonderen Häufung von Unfällen kam es laut dem Revierleiter zuletzt in Bahnunterführungen. In zwei von drei der örtlichen Unterführungen hatte es Unfälle gegeben, weil sich die entgegenkommenden Radfahrer zu spät gesehen haben. Die teils schweren Unfälle fanden auch unter Beteiligung von E-Bikes statt. Bei dem Zusammenstoß in der Beerenfelder Straße mussten die zwei betroffenen Radler sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Polizei und die Stadtverwaltung haben sich nun Maßnahmen überlegt, um die Sicherheit an diesen Stellen zu erhöhen. Stephan Daute von der Stadtverwaltung erklärt, dass an den Unterführungen an der Benndorfer Landstraße und der Beerendorfer Straße das Schild Wechselpfeil zusätzlich zum Hinweis Geh- und Radweg angebracht wird, das auf die besondere Gefahr und den zu erwartenden Gegenverkehr an diesen Stellen hinweist. Außerdem wird an der Beerendorfer Straße eine Markierung der Fahrbahnen vorgenommen, um beide Richtungen auch visuell voneinander zu trennen. Ein festes Datum für die Umsetzung der Maßnahmen gibt es noch nicht. Möglich sei dies erst, wenn die Servicegesellschaft der Stadt Delitzsch (SGD) und die Schilderfirma wieder freie Kapazitäten haben. „Diese sind aber derzeit ausgebucht“, so Stephan Daute.

E-Bikes seien für die Polizei in Delitzsch generell kein Problem, sagt Klaus-Dieter Kabelitz, solange ihre Fahrer dafür geeignet sind und die Fähigkeit besitzen mit den erhöhten Anforderungen umzugehen. Besonders die schnelleren Elektro-Räder, sogenannte Pedelecs, die bereits eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreichen, erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft. Die Polizei vor Ort könne E-Bikes und deren vermehrtes Auftreten im Verkehr nur zur Kenntnis nehmen, mehr sei derzeit nicht möglich, so Kabelitz.

Elektro-Räder nicht für jedermann geeignet

Ähnlich sehen dies die Delitzscher Fahrradhändler. Das Interesse und der Bedarf an E-Bikes steige zwar von Jahr zu Jahr, geeignet sind die Räder mit Elektromotor aber nicht für jeden. „25 km/h klingen erstmal nicht viel, sind aber besonders für Ältere eine Herausforderung“, sagt Renzo Wernicke von Krippner und Wernicke in der Breiten Straße. Besonders das zusätzliche Gewicht des Akkus würde eine weitere Herausforderung darstellen. 20 bis 30 Elektro-Räder verkauft der Händler nach eigenen Angaben jährlich – Tendenz steigend. Doch Wernicke musste auch zweimal vom Kauf eines E-Bikes abraten. Bei einem über 80-jährigen befand der Händler die Fahrkünste beispielsweise für zu ängstlich.

Thomas Baron, Inhaber von Fahrrad Baron auf der Bitterfelder Straße, weist zudem auf die nicht eindeutige rechtliche Abgrenzung hin – besonders bei E-Bikes. „Da es ja eigentlich noch ein Fahrrad ist,“ bräuchte man kein Führerschein. Baron wünscht sich eine Fahrrad-Erlaubnis, ähnlich wie sie beispielsweise in Grundschulen abgelegt wird. Er selbst bietet derzeit E-Bikes nur auf Bestellung von Stammkunden an, übernimmt aber deren Reparatur. Thomas Baron wolle den „Hype“ erst einmal abwarten. „Derzeit schwimmen sehr viele Radfahrer auf der Welle mit“ und auch ursprünglich zweiradfremde Unternehmen bieten verstärkt Elektro-Räder an. Ein qualitativ hochwertiges und sicheres E-Bike, beziehungsweise Pedelec würde aber nun einmal etwas mehr Geld kosten und da könne und will Baron gar nicht mit den Discount-Angeboten mithalten.

Polizei und Händler sind sich in einem Punkt einig: Um eine wirkliche Sicherheit im Delitzscher Stadtverkehr auch mit E-Bikes herzustellen, müssen durch den Gesetzgeber eindeutige Regeln her.

Von Mathias Schönknecht

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