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Delitzsch Auto wird in Delitzsch an gesperrtem Bahnübergang vom Zug erfasst
Region Delitzsch Auto wird in Delitzsch an gesperrtem Bahnübergang vom Zug erfasst
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23:09 09.09.2017
Feuerwehr und Polizei schauen, wie sie das Fahrzeug von den Gleisen bewegen können. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Zu einem Unfall, der die Polizei und Rettungskräfte wegen seiner dreisten Ursache aufregt, kam es am frühen Montagmorgen am Bahnübergang in der Schkeuditzer Straße von Delitzsch. Obwohl dieser bereits seit dem Sonntagnachmittag um 15 Uhr für Bauarbeiten gesperrt und das deutlich gekennzeichnet ist, wollte ein 62 Jahre alter Autofahrer aus Richtung Leipzig kommend ihn noch auf seinem Weg zur Arbeit in der Loberstadt benutzen. Der Mann umschiffte mit seinem Vehikel die Warnbaken und fuhr sich bei seinem Versuch stadteinwärts über die Gleise zu kommen mit dem rechten Hinterrad seines BMW fest – er hatte das Auto gerade noch rechtzeitig verlassen können, als um kurz vor 5 Uhr eine Regionalbahn aus Richtung Halle kam.

Zug bleibt fahrbereit

Der Triebwagen kollidierte natürlich trotz der eingeleiteten Notbremsung mit dem Auto, erfasste es am rechten Heck. Da es sich um einen Leerzug handelte, wurde durch den abrupten Bremsvorgang zum Glück kein Passagier verletzt. Die Bahn war auf dem Weg nach Eilenburg, um erst dort für den Öffentlichen Personennahverkehr bereitgestellt zu werden. Der Zugbegleiter, den es bei der Bremsung im Zug hin und her geschleudert hatte, ließ sich zur Sicherheit vom Rettungsdienst durchchecken, es wurden aber keine Verletzungen festgestellt. Der Triebfahrzeugführer blieb unverletzt. Der Zug kam einige hundert Meter hinter der Unfallstelle zum Stehen. Die Strecke zwischen Halle und Eilenburg musste wegen des Unfalls und für die Bergungsarbeiten bis 6 Uhr morgens gesperrt bleiben. Am Triebwagen wurde am Führerstand das Trittblech abgerissen, der Zug blieb aber fahrbereit. Das Auto ist nicht mehr fahrtauglich. Die Feuerwehr Delitzsch hat es geborgen.

Bundespolizei ermittelt

Das Auto war nach dem Unfall nicht mehr fahrtauglich. Quelle: Christine Jacob

Das Auto hatte sich mit den hinteren Rädern festgefahren, weil ein Teil des Bahnübergangs bereits aufgeschachtet war. Der 62-Jährige wollte seinen Arbeitsweg nach ersten Aussagen „nur“ abkürzen. Als er das Unglück bemerkte, stieg er aus und begab sich auf die Suche nach Hilfe, um das Auto noch selbst von den Gleisen zu bekommen. Das sei sein Glück gewesen, so Jens Damrau, Sprecher der zuständigen Bundespolizei. Diese ermittelt nun gegen den Mann. Da er mit seinem grob fahrlässigen Verhalten einen sogenannten gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr begangen hat, wird dies nicht mehr als einfache Straftat, sondern schon als Verbrechen gewertet. Theoretisch ist dafür sogar eine Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr möglich – das genaue Strafmaß muss später ein Gericht klären. Die Haftpflicht wird den Mann sehr wahrscheinlich in Regress nehmen. In Sachen Kaskoversicherung ist es eine Frage seines Tarifs, ob diese trotz grober Fahrlässigkeit für den Schaden aufkommt.

Die Bundespolizei verweist nach diesem Unfall erneut darauf, dass gesperrte Bahnübergänge unbedingt zu meiden sind. Man muss immer bedenken, dass Züge einen Bremsweg von mindestens 500 bis 1500 Meter haben – bei einem Güterzug wäre der Unfall vermutlich schlimmer ausgefallen. Traurig zu sehen: Noch während der Arbeiten der Feuerwehr und Polizei kreuzten weiter Radfahrer den Bahnübergang – auch sie haben dort nichts zu suchen, betont die Polizei. Der Bahnübergang ist sehr deutlich ausgeschildert und mit Warnbaken versehen für die Bauarbeiten gesperrt, die Maßnahmen waren rechtzeitig angekündigt worden und auf den Zufahrtsstraßen finden sich ausreichend Hinweise auf diese Maßnahme und eine Umleitung. Die Bauarbeiten und Sperrungen für den Straßenverkehr sollen laut Plan noch bis zum Dienstag um 6 Uhr morgens andauern.

Von Christine Jacob

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