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Delitzsch Delitzsch: Kind sticht Mitschüler mit Schere in den Hals
Region Delitzsch Delitzsch: Kind sticht Mitschüler mit Schere in den Hals
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16:50 13.09.2016
Die Polizei hat auf dem Schulgelände Ermittlungen aufgenommen. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Zu einer schweren Auseinandersetzung zwischen zwei Schülern der Klassenstufe 7 ist es am Dienstag in der Artur-Becker-Oberschule in Delitzsch gekommen. Nach ersten Erkenntnissen verletzte ein Schüler einen anderen dabei mit einer Papierschere am Hals. Die Auseinandersetzung soll sich auf dem Schulhof im Rahmen der Pause abgespielt haben. Zunächst seien die beiden Schüler verbal aneinander geraten. Dann kam es zu der Verletzung.

Der Rettungsdienst wurde gegen 9 Uhr morgens alarmiert, der Verletzte ins Leipziger Krankenhaus St. Georg gebracht. Die Verletzungen sind nach ersten Erkenntnissen nicht lebensbedrohlich. Der Schüler muss aber vorerst im Krankenhaus bleiben.

Ermittlungen in Delitzsch laufen

Die Ermittlungen der Polizei zum genauen Hergang und dem Hintergrund laufen. Klar ist bislang, dass der verletzte Schüler zwölf Jahre alt ist. Auch der andere ist erst zwölf. Die beiden sind Klassenkameraden und nach Angaben der Polizei deutscher Abstammung. Schnell hatten nach Bekanntwerden des Vorfalls in Delitzsch Gerüchte kursiert, mindestens der Täter sei ein Junge mit Migrationshintergrund, da an der Schule im Delitzscher Osten zahlreiche Mädchen und Jungen aus Flüchtlingsfamilien unterrichtet werden. Die Polizei erteilte, da es sich um strafunmündige Kinder handelt, keine weiteren Auskünfte. Ob und wie es mit dem Angreifer an der Einrichtung weitergeht, soll nun an der Schule entschieden werden.

Bildungsagentur-Sprecher Roman Schulz bestätigte, dass die beiden Siebtklässler am Dienstagvormittag während der Hofpause in Streit geraten waren. Worum es in der Auseinandersetzung ging und warum sich der Streit so hochschaukelte, sei noch unklar. Laut Schulz handelte es sich bei beiden um eher unauffällige Kinder.

Lehrer informierten im Unterricht

Der Unterricht an der Schule mit rund 490 Kindern und Jugendlichen ging nach dem Vorfall weiter – an Alltagsbetrieb war allerdings nicht mehr zu denken. „Wir haben die Lehrer gebeten, das Geschehene in den Klassen zu thematisieren, die Schüler zu informieren, da das Ganze ohnehin die Runde machte“, sagte Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos), der gemeinsam mit dem städtischen Schulamtsleiter Oliver Genzel gekommen war, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Auch die Kriminalpolizei war aber vor Ort, Teile des Schulhofs abgesperrt.

In einer ersten Pressemitteilung der Stadt Delitzsch hieß es: „Alle Schüler und Eltern werden gebeten, Ruhe zu bewahren.“ Der Bürgermeister äußerte sich am Dienstag „sehr betroffen“ von dem Ereignis. „Es ist schlimm genug, wenn Auseinandersetzungen mit Fäusten ausgetragen werden. Doch wenn auch gefährliche Gegenstände genutzt werden, wenn die Hemmschwelle so weit sinkt, ist das Besorgnis erregend.“

Forderungen nach mehr Sozialarbeit

Der Vorfall befeuert erneut die Debatte stärkere Investitionen in Schulsozialarbeit. „Zweifelsohne besteht dort erhöhter Bedarf“, so Schöne. Die Aufgabe liege jedoch in erster Linie in Zuständigkeit des Freistaates und des Landkreises. Es reiche nicht aus, die finanzielle Ausstattung der Schulsozialarbeit allein an Schülerzahlen festzumachen. Zwar sind die Zahlen in der Region gesunken, doch der Interventionsbedarf steigt vielfach. Immer wieder gibt es eskalierende Auseinandersetzungen an Bildungsstätten – etwa im April an der Delitzscher Oberschule Nord, wo ein Schüler einem anderen ein brennendes Feuerzeug an den Nacken hielt. Erst vor Kurzem hatten sich die beiden Delitzscher Oberschulen mit einem Brief an die zuständigen Behörden gewandt, forderten mehr Unterstützung. Aktuell teilen sich beide Einrichtungen einen Schulsozialarbeiter.

Von Christine Jacob und Kay Würker

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