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Delitzsch: Unterer Bahnhof wird saniert, Umfeld neu gestaltet

Modernisierung geplant Delitzsch: Unterer Bahnhof wird saniert, Umfeld neu gestaltet

Hat es bald ein Ende mit der Dreckecke Unterer Bahnhof? Die Zeichen stehen zumindest auf Umfeldgestaltung und Gebäudesanierung – und damit gut. Wartehäuschen sollen erneuert, Fahrradboxen aufgebaut und Straßenbelag neu aufgebracht werden. Und der Immobilieneigner hat große Pläne.

Vor allem um die Sauberkeit ist es oft schlecht bestellt.

Quelle: Wolfgang Sens

DELITZSCH. Das Tor zur Stadt, der Untere Bahnhof stinkt so manchem Reisenden gewaltig. Doch jetzt wird sich zumindest baulich etwas tun. Die Aedificia Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft mbH (AIEG) mit Sitz in Frankfurt am Main als Eigentümer des Empfangsgebäudes hat Großes vor, will sanieren und neue Nutzer in das Haus holen.

„Wir sind aktuell noch in der Planung“, erklärt AIEG-Geschäftsführer Stefan Steinert, „gerade warten wir auf die Angebotsabgaben der Firmen.“ Sind diese da, kann es schon in wenigen Wochen losgehen mit der Sanierung. Zuerst ist das erste Obergeschoss dran. Dort drängt die Zeit, im Sommer soll die Volkshochschule Nordsachsen einziehen, spätestens zum Herbstsemester wird im Bahnhof und nicht mehr in der Wittenberger Straße gelernt. „Wir bauen komplett um“, versichert Steinert. In der Empfangshalle wird ein Aufzug installiert, um den barrierefreien Zugang zur Volkshochschule zu schaffen.

Kleiner Marktplatz soll entstehen

Auch das Erdgeschoss wird sich in einem zweiten Schritt wandeln. Diverse Räume dort sollen saniert werden. Der S-Punkt der Deutschen Bahn, wo Fahrkarten verkauft werden, wird definitiv im Gebäude bleiben. „Es ist wichtig, dass Menschen mit Menschen in Kontakt kommen“, betont Stefan Steinert. Alles auf Online-Verkäufe und moderne Technik auszulagern, sei nicht Ziel. So will das Unternehmen die Empfangshalle in einen kleinen Marktplatz umgestalten. Steinert hofft, dass sich zum Beispiel ein Bäcker oder eine Reinigungsannahme ansiedeln. „Es wäre doch gut, wenn man zum Beispiel morgens sein Hemd in die Reinigung gibt, mit dem Zug zur Arbeit pendelt und es abends schon wieder abholen kann“, zeichnet der Frankfurter seine Vision. Sein Unternehmen hat mehr als 30 Bahnhöfe im Bestand, ist an weiteren in Nordsachsen interessiert, sofern sich diese nachhaltig entwickeln lassen. Steinert selbst war jahrzehntelang Eisenbahner mit Leib und Seele und kaut schwer daran, wenn immer mehr Bahnhöfe ein Schattendasein führen. Die Gebäude will er rausputzen. In einem dritten Schritt soll daher auch die derzeit gelbe Fassade des Bahnhofs neu gestaltet werden. „Die Farbe werden wir mit der Stadt abstimmen“, sagt der AIEG-Chef. Es werde etwas dauern, da gleisseitig die Sanierung nicht einfach zu handhaben ist – das Problem ist die Oberleitung, die es schwer macht, ein Gerüst zu stellen. Geplant sei aber in jedem Fall ein Fest zur Eröffnung der neuen Empfangshalle.

Busbahnhof wird saniert

Auch außerhalb wird sich in den nächsten Wochen und Monaten einiges tun. Das Umfeld des Unteren Bahnhofs wird ebenfalls umgestaltet. Der Technische Ausschuss soll am Dienstag über die rund 51 000 Euro teure Reparatur der Busverkehrsfläche entscheiden. Bis zum Frühjahr entstehen zudem sechs neue abschließbare Fahrradboxen und eine Ladestation für E-Bikes. An den Wartehäuschen werden Scheiben erneuert. Die Beleuchtung wird künftig auf LED umgestellt. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 100 000 Euro für die ganze Maßnahme fördert der Zweckverband Nahverkehr Leipzig 90 Prozent. Der Untere Bahnhof soll so dem wachsenden Pendlerstrom gerecht werden.

Von Christine Jacob

DELITZSCH, Eisenbahnstraße 17 51.52394 12.34456
DELITZSCH, Eisenbahnstraße 17
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