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Delitzsch Delitzsch ärgert sich über Bahn-Antwort
Region Delitzsch Delitzsch ärgert sich über Bahn-Antwort
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17:11 04.05.2018
Am Ende mehr Lärm von der Bahn fürchtet die Stadt Delitzsch. Quelle: Alexander Prautzsch
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Delitzsch

Ist das frühe Wehren der Stadt Delitzsch gegen zunehmenden Bahnlärm am Ende vollkommen sinnlos? Die Stadtverwaltung hadert zusehends mit der Lärmaktionsplanung des Eisenbahn-Bundesamtes.

Kein Gehör gefunden

Der Grund: Die Anmerkungen und Stellungnahmen der Verwaltung sollen offensichtlich gar kein Gehör finden und werden so vermutlich auch nicht zu konkreten Lärmschutzmaßnahmen führen können. Das Eisenbahn-Bundesamt schmettert Einwände gekonnt ab. Es ist aus Sicht der Verwaltung zu befürchten, dass die Planung nur gemacht wird, weil man das eben per Gesetz tun muss. Delitzsch – und etlichen anderen Kommunen – droht Chancenlosigkeit bei Lärmschutzwänden oder anderen Maßnahmen überhaupt bedacht zu werden.

Kritik abgeschmettert

Dabei hatte die Stadtverwaltung mit zwei ausführlichen Stellungnahmen am Lärmaktionsplan teilgenommen, die Bürger ebenfalls involviert und die Behörden klar kritisiert, dass nur auf die Haupteisenbahnstrecken eingegangen wird, ohne die örtlichen Gegebenheiten wie in Delitzsch das Wohngebiet von Poeten- und Lindenweg zu beachten. Zudem hatte man darauf hingewiesen, dass sich in der Loberstadt Gleise so kreuzen, dass der Lärm sich quasi aufschaukelt. „Das führt zu nicht realistischen Kennwerten und verfälscht die Lärmbelastungen und Betroffenheiten vor Ort“, kritisiert Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). Solche Worte scheinen am Eisenbahn-Bundesamt abzuperlen.

Jetzt nämlich ist die Gegenantwort ins Rathaus geflattert. Tenor: Bei der Datenmenge des Lärmaktionsplans wie 30 000 Gleiskilometern, einem 82 000 Quadratkilometer großem Rechengebiet und 19 Millionen Gebäuden könne man nicht auf jede örtliche Gegebenheit eingehen.

„Das ist absolut unbefriedigend“, kritisiert Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Zudem sei es nicht hinnehmbar, dass die Bahn keine konkreten Angaben zu Zugbewegungen macht. Vor allem die Strecke 6345, die zwischen Halle und Eilenburg verläuft und die Stadt komplett durchzieht, steht im Fokus. Schon heute gibt es auf dieser Strecke etwa 27 000 Zugbewegungen pro Jahr. Aus diesen durchschnittlich um die 70 Zügen täglich sollen nach vorläufigen Prognosen im Bundesverkehrswegeplan in knapp sieben Jahren dann schon 114 Züge pro Tag, knapp 42 000 im Jahr werden. Vor allem wird mehr Güterverkehr befürchtet.

Von Christine Jacob

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