Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzsch bastelt an der Zukunft
Region Delitzsch Delitzsch bastelt an der Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 02.09.2016
Leitbilddebatte Delitzsch 2030: In kleiner Runde wird über den Bereich Schulen gesprochen. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Anzeige
Delitzsch

Es geht um die Zukunft von Delitzsch. „Bitte schauen Sie 15 Jahre voraus“, bat kürzlich Oliver Genzel. Der städtische Amtsleiter, zuständig für Schulen, Kultur und Soziales, hatte kürzlich zu einem Fachdialog Leitbild 2030 ins Bürgerhaus eingeladen. Die Resonanz war beachtlich, die Gesprächskultur offen, tolerant und ergebnisorientiert, die Resultate allerdings noch nicht auf den Punkt gebracht.

Viele interessante Ansätze

Die Ansätze zeigten jedoch, dass die Teilnehmer nicht unvorbereitet in die Debatte gingen. Kulturorte müssten mehr zu Lernorten werden, Kultur- und Freizeitangebote sollten auch an Bildungsangeboten gekoppelt sein. Im Bereich der Schulen sei Delitzsch bereits gut aufgestellt, dennoch wünschten sich Schulleiter und Lehrer mehr finanzielle Unabhängigkeit und mehr Eigenverantwortung. Auch bei der Innenausstattung der Schulen gebe es Nachholbedarf, insbesondere im IT-Bereich. Angesichts steigender Schülerzahlen solle in Delitzsch über einen Schulkomplex-Neubau mit dem Konzept einer Gesamtschulen nachgedacht werden. Aus der Sportler-Runde regte Christian Hornig an, einen Vereinsstammtisch wieder aufleben zu lassen. Eine Kooperation zwischen den Vereinen findet kaum statt. Die Zusammenarbeit der Vereine mit Schulen und Kindertagesstätten gehöre zudem auf ein höheres Niveau gehoben. Gina-Maria Ehrlich, Leiterin der Kita Sonnenland, schätzte ein, dass für die Familien und deren Kinder sich viel Positives getan habe. Allerdings seien die Gespräche in der Runde von der Schließung der Kita Regenbogen und diversen Gegenaktionen geprägt gewesen.

Idee: Gebetsraum für Moslems

Aus Sicht von Matthias Mittmann, Schalom Begegnungszentrum, müsse 2030 die Stadtkultur von Toleranz und Offenheit geprägt sein. „Vielleicht gibt es dann auch einen Gebetsraum für Moslems.“ Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche, also Möglichkeiten der Mitbestimmung, seien weiter auszuloten.

Diskussion weiterführen

Für Amtsleiter Genzel waren all das vor allem Anregungen dafür, wohin die Entwicklung der Stadt und seiner Bürger gehen soll. „Die Diskussion kann tatsächlich erst am Anfang sein“, bemerkte dazu Marika Schinkel-Kleinke. Aus ihrer Sicht habe die Runde lediglich Ideen sammeln können, die jetzt konkretisiert werden müssten. Ein abschließender Workshop könnte dazu beitragen. Erst danach dürften die Formulierungen im Leitbild-Entwurf verankert und den Stadträten vorgelegt werden. Ende September, Anfang Oktober soll ein entsprechendes Dokument erarbeitet sein. Genzel nahm die Idee gern auf, wollte auch auf der Homepage der Stadt über den Zwischenstand der Zukunftsdiskussion regelmäßig berichten. Allerdings war er dennoch der Meinung, dass in den Gesprächsgruppen, die er nach einer kurzen Einführung in die Thematik bildete, schon sehr intensiv gesprochen worden sei. Fast eine Stunde Zeit hatte er beispielsweise den „Schulmenschen“, den „Kindergarten-Leuten“, auch den Sportlern und Lehrern gegeben, um aus ihrer Sicht einen Wunschzettel „So stelle ich mir Delitzsch 2030 vor“ zu entwerfen. Auch sollten sie Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken benennen, die für die Bereiche Bildung, Sport und Soziales sowie Kultur, Freizeit und Tourismus zutreffen. Auf vorbereiteten Formularen wurden sie dann notiert, im Amt später ausgewertet.

Leitbild 2015 teils umgesetzt

Zuvor hatte Oliver Genzel in einem kurzen Monolog aus dem Leitbild 2015 zitiert, einige Schwerpunkte benannt, auch über manches Ergebnis berichten können. „Delitzsch hat wieder ein Kino, auch die Schullandschaft ist attraktiver geworden“, sagte er. Das Stichwort Seenlandschaft sei allerdings ein „schwieriges Thema“.

Von Ditmar Wohlgemuth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Delitzscher Friedhofssatzung lässt der Gestaltung von Grabstellen viel Freiraum. Die Vielfalt soll es sein, die den Platz der letzten Ruhe in Delitzsch auszeichnet. Doch an manchen Stellen sind Blumen und Pflanzgestecke unerwünscht. Sie sorgen für einen Mehraufwand, den die Friedhofsverwaltung so nicht hinnehmen will.

02.09.2016

Mit 34 Jahren beginnt für Tatjana Bonert ein neuer Lebensabschnitt. Acht Jahre lang war sie in der Verwaltung von Wiedemar tätig, zuletzt als Hauptamtsleiterin. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Fernstudium des Wirtschaftsingenieurwesens wechselt sie jetzt in die Wirtschaft, wird Controller. Seit 1. September ist Janine Ulrich (31) auf ihrem Posten.

01.09.2016

Für die Gestaltung ihres Kalender für 2017 haben die Stadtwerke (SWD), die Wohnungsgesellschaft (WGD) und die Stadt Delitzsch einen Fotowettbewerb initiiert. Jetzt stehen die Sieger fest. Die Gewinner sind: Kathleen Strauch, Axel Pittschaft, Karl Gräfe, Bianca Sube, Wolfgang Jung und Elke Fahr. Ihre Fotos finden sich im Kalender wieder.

01.09.2016
Anzeige