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Delitzsch Delitzsch bekommt mehr Nachbarschaftshilfe
Region Delitzsch Delitzsch bekommt mehr Nachbarschaftshilfe
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07:00 20.12.2017
Mal ein bisschen zusammen Gesellschaftsspiele spielen – auch das kann Bestandteil sein. Quelle: Volkmar Heinz
Delitzsch

Sie sagen Dinge wie „Ich möchte sie nicht mehr missen“ oder „so fühle ich mich nicht allein“. Es sind Stimmen von Senioren, die beim Projekt Alltagsbegleitung des Soziokulturellen Zentrums (SKZ) mitmachen und so erleben, was für sie eben nicht mehr selbstverständlich schien – Teilhabe. Das Projekt geht ab Januar in eine neue Runde.

Eine neue Runde insofern, dass ab 2018 acht Alltagsbegleiter und Nachbarschaftshelfer im Einsatz sein werden. Damit bleibt die Zahl der Helfer weitgehend stabil, die Reichweite wird aber ausgedehnt. „Künftig wollen wir das auch verstärkt für Leute in der Innenstadt und im Delitzscher Osten anbieten“, sagt Bettina Kühnel vom SKZ. Je mindestens einer der Helfer steht in den Stadtteilen ab Januar zur Verfügung.

Mehr Stadtteile sollen profitieren

Bislang konzentrierte sich das seit fünf Jahren laufende Projekt vornehmlich auf den Delitzscher Norden. In Kooperation mit der Wohnungsgesellschaft der Stadt (WGD) und der Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ sind die Alltagsbegleiter so unter anderem regelmäßig im Treffpunkt Amselnest oder auch dem Gemeinschaftraum des WGD-Blocks für altersgerechtes Wohnen im Kosebruchweg zu Gast, bieten dort und im SKZ selbst regelmäßige Sprechstunden. Alles läuft ehrenamtlich. Gegen eine geringe Aufwandsentschädigung von 80 Euro im Monat sind die Begleiter in der Regel 32 und maximal 40 Stunden monatlich im Einsatz. Sie stehen Hilfebedürftigen zur Seite, wenn sie sich einfach mal jemanden mit Zeit zum Unterhalten oder zum Spazierengehen wünschen oder beispielsweise Hilfe bei Arztbesuchen, beim Einkauf oder im Haushalt brauchen. „Wir sind aber nicht die Putzkraft“, stellt Bettina Kühnel klar. Es geht viel mehr darum, die vorhandenen Kräfte auch noch zu stärken – immerhin mobilisiert ein Spaziergang, doch gerade viele Ältere trauen ihn sich nicht mehr zu. Und durch das Dickicht eines modernen Supermarkts geht es eben auch leichter, wenn noch jemand dabei ist. „Es geht auch darum, dass vor allem Senioren einfach mal raus kommen“, ergänzt SKZ-Mitarbeiterin Manuela Jäger. Es geht um Betreuung, Entlastung, Anteilnahme und Zuwendung.

Es geht nicht um Pflege

Seit Aufstockung des Projekts und damit der Weiterbildung vieler Kräfte zum Nachbarschaftshelfer kann nun theoretisch jeder jeden Alters in den Genuss einer solchen Begleitung kommen, der auch einen Pflegegrad hat. Vorher konnten die Alltagsbegleitung nur jene buchen, die eben keine Pflegestufe hatten. Um pflegerische Maßnahmen allerdings geht es nach wie vor nicht, das bleibt Sache der spezialisierten Dienste. Die Nachbarschaftshelfer sollen leisten, was in der Zeitnot oft nicht möglich ist: einfach mal jemanden da haben, der eben mehr Zeit vor allem zum Plausch hat. Die Weiterbildung hat der Pflegedienst Haake aus Delitzsch übernommen, mit dem das SKZ für das Projekt auch künftig kooperiert.

Wer Begleitung für sich oder einen Angehörigen wünscht, kann sich unter 034202 301866 oder -67 sowie direkt im SKZ beraten lassen.

Von Christine Jacob

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