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Delitzsch Delitzsch beschäftigt sich mit den Folgen des Klimawandels
Region Delitzsch Delitzsch beschäftigt sich mit den Folgen des Klimawandels
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00:21 31.07.2017
Bei einem Starkregen im Sommer 2014 war auch die Unterführung in der Eilenburger Chaussee überflutet. Quelle: Kay Würker
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Delitzsch

Zweimal ist Delitzsch erfolgreich als energieeffiziente Stadt mit dem European Energy Award (eea) in Gold zertifiziert worden. Von der Bundesgeschäftsstelle des eea ist Delitzsch in der Folge zudem als eine von zwölf Kommunen in Deutschland für den Modellversuch eea plus ausgewählt worden. Seit 2014 beschäftigt sich die Loberstadt in diesem Verfahren mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen auf die Kommunen und wie diese mit den sich veränderten Bedingungen umgehen. Gerade die jüngsten starken Regenereignisse in vielen Teilen Deutschlands zeigen, wie aktuell dieses Thema ist.

Wie berichtet hat der Delitzscher Stadtrat im Dezember 2016 ein Handlungskonzept für den Ausbau des Energie- und Klimaschutzmanagements beschlossen. Der Modellversuch, an dem sich die Stadt jetzt beteiligt, gehe aber weiter und sei noch konkreter als das Klimaschutzkonzept, informiert Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos).

Im Kern geht es um die Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur auf lokaler Ebene. Wie kann eine Klimaanpassung gelingen, wie geht man mit Starkregen oder extremen Hitzeereignissen um? Dafür hat die Stadt Delitzsch einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erstellt, der in den nächsten Jahren abgearbeitet werden soll. In einem sogenannten Audit, einer Art mündlichen Prüfung, hat eea-Beraterin Petra Reinecke dieses Arbeitsprogramm geprüft und gebilligt. Damit habe Delitzsch die erste Stufe des Modellversuches erfolgreich gemeistert.

Neuste Klimadaten

In die vom Beirat für Nachhaltigkeit (vormals Klimateam) der Stadt in Zusammenarbeit mit der eea-Bundesgeschäftsstelle erarbeitete Dokumentation flossen die neusten Klimadaten des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ein. Es wurde eine Analyse auf Grundlage vorhandener Studien und dem in der Kommune vorhandenen Fachwissen erstellt. „Die Ergebnisse wurden im Klimateam bei einem Workshop diskutiert und die Betroffenheit der einzelnen Bereiche für die Gegenwart und die nahe Zukunft (bis 2050) abgeschätzt“, so Schöne weiter. Die Untersuchung liefere Anhaltspunkte über die derzeitige Betroffenheit und was künftig in Folge des Klimawandels auf die Stadt und ihre Bürger zukommen könnte. „Deshalb verstehen wir sie als Informationsbasis für die kommunale Vorsorge und die Eigenvorsorge der Bürger. Sie ist zugleich Grundlage des Maßnahmenkataloges.“ Darin eingearbeitet sind Maßnahmen und Planungen, die in Delitzsch bereits vorhanden sind. „Viele Fragen sind noch offen, aber wir haben auch festgestellt, dass wir schon vieles angepackt haben, ohne zu wissen, dass der Modellversuch kommen wird“, sagt der Bürgermeister.

Intakte Infrastruktur

Als großen Pluspunkt weist die Ist-Analyse die Infrastruktur Delitzschs aus. Die Stadt hat gute Straßen und ein intaktes Ver- und Entsorgungsnetz. Die Mehrzahl der Stromleitungen liegen als Kabel in der Erde, sind damit weniger anfällig bei Witterungsereignissen als Freileitungen. Der Abwasserzweckverband hat seinen Generalentwässerungsplan erst in diesem Jahr angepasst und arbeitet an einem Überflutungskonzept. Jetzt gehe es darum, die Arbeit effektiver zu gestalten, Akteure zu bündeln und weitere einzubinden, sagt Schöne

Ein Großteil der im Katalog genannten Aspekte umfasst Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit. Im Kern geht es darum, die Bevölkerung umfassend und regelmäßig in gedruckten und digitalen Medien über Klimaanpassungsthemen zu informieren. „In der Vergangenheit ist das bereits mit Unwetterwarnungen und Ausführungen zum Schutz vor Starkregenschäden umgesetzt worden“, so Schöne weiter.

Von Thomas Steingen

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