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Delitzsch besteht den Radtest

Stadt im Check Delitzsch besteht den Radtest

Wussten Sie, dass Delitzsch beim Fahrradklimatest fast so gut abgeschnitten hat wie das fürs Radeln so berühmte Münster? Und die Chancen stehen gut, dass Delitzsch in Zukunft an Münster vorbeizieht. Die LVZ hat sich umgesehen und ist der Frage nachgegangen, wie radlerfreundlich die Stadt ist.

Christoph Waack vom ADFC gibt Delitzsch in Sachen Radtauglichkeit gute Noten.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch. Die Stadt entwickelt sich, Straßen werden saniert, Baugebiete erschlossen. Es tut sich viel in Delitzsch. Doch ist eigentlich allen – oder fast allen – damit auch Genüge getan? Die LVZ geht dieser Frage nach. Mit Experten nehmen wir die Stadt in den Check. Diesmal: Wie radlerfreundlich ist Delitzsch?

Lob gibt es für die guten Abstellmöglichkeiten am Unteren Bahnhof

Lob gibt es für die guten Abstellmöglichkeiten am Unteren Bahnhof.

Quelle: Christine Jacob

Treffpunkt Unterer Bahnhof. Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Leipzig Christoph Waack kommt mit Bahn und Rad. Und nicht nur wegen so guter Anbindung punktet Delitzsch gleich am Start. Die vielen Radständer und sogar verschließbare Radgaragen sind ein großer Vorteil, die Ständer keine Felgenkiller. Dass es oft zu Diebstählen kommt haben etliche Teilnehmer des jüngsten Fahrradklima-Test als negativ bewertet, die Einflussnahme für eine Stadtverwaltung darauf sind aber kaum gegeben – mit den Radgaragen ist schon viel getan, so die Wertung des ADFC-Chefs.

Die Schutzstreifen in der Bitterfelder Straße gelten als ideal

Die Schutzstreifen in der Bitterfelder Straße gelten als ideal.

Quelle: Christine Jacob

Note 3 fürs Radeln in Delitzsch

Dass Delitzsch mit seiner Note von 3,3 den Rangplatz 61 von 364 einnimmt und in Sachsen ein Spitzenreiter geworden ist, wundert beim ADFC kaum einen. Einige Hausaufgaben sind noch zu machen, sehr viel aber schon erledigt. Bei Straßenbauprojekten der vergangenen Jahre wurde stets auf Radwege oder die sogenannten Schutzstreifen geachtet. Während diese Schutzstreifen, so Christoph Waack, in der Eisenbahnstraße zu schmal ausfallen und sich Radler manchmal nicht sicher fühlen, sei die Größe in der frisch sanierten Bitterfelder Straße optimal. Auf der Trasse stimmt durch die Anordnung der Parkbuchten auch der Abstand zu abgestellten Autos und das Risiko, eine Autotür vor den Körper geknallt zu bekommen minimiert sich. Allerdings kommt gerade in der Bitterfelder Straße der Faktor Mensch zum Tragen – die Schutzstreifen selbst werden oft zugeparkt, Polizei und Ordnungsamt kontrollieren aber regelmäßig.

Nicht so gut schneidet der Radweg auf dem Gehweg in der Bismarckstraße ab, er ist zu schmal

Nicht so gut schneidet der Radweg auf dem Gehweg in der Bismarckstraße ab, er ist zu schmal.

Quelle: Christine Jacob

Eine überalterte Lösung stellt dagegen unter anderem der Radweg in der Bismarckstraße dar. Er ist schmal und verläuft auf dem Fußweg, dann endet er plötzlich. Die Radler hätten die freie Wahl auf die Straße auszuweichen und das gilt auf weiteren Wegen im Stadtgebiet – das kann verwirren. Oft sei das Radeln auf der Fahrbahn sogar sicherer.

Gefährlich

Gefährlich: Radler huschen kurz hinter der Unterführung der Dübener Straße notgedrungen oft einfach in den fließenden Verkehr.

Quelle: Christine Jacob

Als „katastrophal“ fällt Christoph Waack der Radweg auf, der von der Unterführung der Dübener Straße weiter stadtauswärts führt – plötzlich sortieren sich Radler in den Verkehr ein oder müssen eine ungünstige Kurve fahren, weil die Bordsteine an der Ecke zur Friedrich-Ebert-Straße nicht abgesenkt sind.

Mit den Radspuren ist das Altstadtpflaster zumindest an ein paar Stellen ruckelfreier

Mit den Radspuren ist das Altstadtpflaster zumindest an ein paar Stellen ruckelfreier.

Quelle: Christine Jacob

An vielen anderen Stellen wurde und wird viel getan, ein Beispiel: Oft wird in Delitzsch das holprige Altstadtpflaster kritisiert, auf dem Radler ordentlich durchgeschüttelt werden. Hier wurde zumindest im Bereich der Pfortenstraße mit Radspuren Abhilfe geschaffen. Nicht nur diese Initiative lobt der ADFC: Als die Radspuren immer häufiger zugeparkt wurden, hat die Stadtverwaltung mit Verboten reagiert und nun eine gute Trasse geschaffen. Solche Spuren seien wünschenswert für die Altstadt insgesamt. Die Wallgrabenpromenade mit ihrem eingefärbten Asphalt für den Radweg stößt auf Begeisterung. So gut wie dort lasse es sich in vielen Städten nicht durch die Landschaft fahren. Auch mit den vielen sogenannten Leipziger Bügeln statt üblicher Fahrradständer überzeugt die Stadt, die sind nämlich auch keine Felgenkiller.

Fazit: In Sachen Radtauglichkeit besteht Delitzsch sowohl im ADFC-Klimatest als auch im Praxistest mit dem Experten. Wie in der Schule gilt: Bestanden ist noch nicht gut oder sehr gut, es gibt Luft nach oben. So wünschen sich viele – aus Sicht des ADFC zu Recht – eine bessere Anbindung auf der Leipziger Straße gen Pep-Markt und Radwege in die Dörfer.

Einen genauen Überblick über den Fahrradklima-Test kann man sich unter www.fahrradklima-test.de/karte verschaffen.

Von Christine Jacob

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Delitzsch
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