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Delitzsch Delitzsch braucht neue Erzieher, Kosten für Kita-Plätze könnten weiter steigen
Region Delitzsch Delitzsch braucht neue Erzieher, Kosten für Kita-Plätze könnten weiter steigen
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00:40 20.04.2018
Kitas sind keine so leichte Aufgabe für Kommunen (Symbolbild). Quelle: dpa-Zentralbild
Delitzsch

Die gute Nachricht: sind Sie Erzieher, haben Sie keine Not bei der Jobsuche. Die schlechte Nachricht: Sind Sie Bürgermeister kriegen Sie graue Haare beim Gedanken an Personalsuche. „Wir bewegen uns auf einem sehr angespannten Markt“, stellt der Delitzscher Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) klar. Die Personalnot in den Kindertagesstätten wird immer größer.

Problem in vielen Kommunen

Händeringend werden jetzt schon Nachfolger für in den Ruhestand gehende oder aus anderen Gründen ausscheidende Mitarbeiter gesucht, das ist in Eilenburg so, aber auch Landgemeinden wie Schönwölkau können ein Lied von der Personalnot singen. Noch, so der Bürgermeister, habe die Stadt bei den zwei Kitas in ihrer Trägerschaft wenig Probleme bei der Personalsuche. Der gezahlte Tarif der Kommunen ist besser als der bei freien Trägern, doch die ziehen nun immer weiter nach beim Lohn. Delitzsch wird auf absehbare Zeit also aus verschiedenen Gründen mit einstimmen müssen ins Klagelied. Momentan ist die Betreuung zwar gewährleistet und dank flexibler Arbeitsverträge könne man auf krankheitsbedingte Ausfälle oder Schwangerschaften gut reagieren, die Perspektive aber sieht düsterer aus. Und das nicht nur, weil Tarife auch steigen können. Ab September wird zudem der Betreuungsschlüssel im Krippenbereich geändert. Ab September wird er von 1 zu 5,5 auf 1 zu 5,2 gesenkt. Sachsenweit wird dadurch mit einem Personalmehrbedarf in Höhe von knapp 1800 Erziehern gerechnet. Die Stadt Delitzsch kann die konkreten Auswirkungen noch nicht exakt benennen.

Vorwürfe an große Politik

Dass die Landesregierung am Betreuungsschlüssel schraubt, ärgert die Stadtverwaltung dennoch. „Das ist eine unverantwortliche Bundes- und Landespolitik“, ärgert sich Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Es sei zwar vollkommen in Ordnung, den Beteuungsschlüssel zugunsten der Kinder zu verbessern, der Gesetzgeber müsse dann aber auch Lösungsansätze bieten. „Die Kommunen müssen es ausbaden, wir tun unseren Anteil, aber das Land tut es nicht und beteiligt sich nicht in ausreichendem Maße“, so Wilde. Der steigende Personalbedarf im Krippenbereich hat so Auswirkungen, die am Ende wohl auch bei den Eltern ankommen werden. Mehr Personal bedeutet mehr Kosten. Die Kosten eines Kitaplatzes werden von Kommune, Land und Eltern getragen. Der Landeszuschuss stagniert zum Ärger der Kommunen seit Jahren. Die Gemeinden können die steigenden Anteile nicht weiter abfangen und müssen die Eltern zur Kasse bitten. So geschehen ist es in Delitzsch immer wieder in den vergangenen Jahren, zuletzt wurde im vergangenen Herbst die Erhöhung der Elternbeiträge beschlossen.

Kita-Landschaft in Schwung

Einiges ist momentan in Schwung in der Delitzscher Kita-Landschaft. Mit dem aktuell laufenden Hort-Neubau im Delitzscher Osten und später in der ehemaligen West-Schule werden künftig wohl nicht nur räumliche Kapazitäten in den Kindergärten frei. Es entsteht aber auch ein konkreter Bedarf: 17 neue Erzieher werden allein für den komplett neuen Hort in der West-Schule gebraucht. Dort entsteht ein Zentralhort für bis zu 300 Kinder unter städtischer Trägerschaft, der im August 2019 seinen Betrieb aufnehmen soll. Noch ist die Nord-Oberschule dorthin ausgelagert, dann muss noch umgebaut werden. Schon ab Januar 2019 wird der neue Hortleiter seine Arbeit aufnehmen und mit der Stadtverwaltung auch die Personalfrage von langer Hand planen. „Dass das langfristig vorbereitet wird, ist enorm wichtig“, betont Thorsten Schöne.

Von Christine Jacob

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