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Delitzsch bringt aktuelle Meldungen aufs Ohr

Über Stadthomepage und Internetradio Delitzsch bringt aktuelle Meldungen aufs Ohr

Seit vier Jahren telefonieren die Delitzscher Stadtsprecherin und Radiomacher Uwe Dorr einmal pro Woche und sprechen über Neuigkeiten aus der Stadt. Das Gespräch wird aufgenommen und soll unter anderem leseschwachen Bürgern leichteren Zugang zu aktuellen Geschehnissen ermöglichen.

Stadtsprecherin Nadine Fuchs und Radiomacher Uwe Dorr im Gespräch. Normalerweise telefonieren sie nur miteinander.

Quelle: André Pitz

Delitzsch. Alles begann vor fast auf den Tag genau vier Jahren. „Damals meinte ein Hörer, dass es doch cool wäre, wenn man außer Musik auch Neuigkeiten aus der Stadt Delitzsch erfahren könnte“, erinnert sich Uwe Dorr, Macher des Delitzscher Internetradios Happyfan-Radio. Aus der Idee wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Wenige Tage und ein Anruf im Rathaus später lief das erste Gespräch über Neuigkeiten aus der Loberstadt mit Stadtsprecherin Nadine Fuchs über den virtuellen Äther. „Für uns ist es ein weiteres Medium, um Menschen zu erreichen, die sich über Delitzsch informieren wollen. Manche können nichts mit dem Amtsblatt anfangen oder aus unterschiedlichen Gründen nicht gut lesen“, erläutert Fuchs. Das hat sich über die Jahre bewährt, sodass die wöchentlich produzierte Aufnahme mittlerweile seit etwas mehr als einem Jahr ganz offiziell auch über die Internetseite der Stadt angeboten wird und dort unter dem Namen „Phonecast“ firmiert.

Test bestanden

Das Format hat den Test der Zeit bestanden. „Die klassische Interviewform habe wir beide von vornherein abgelehnt. Das macht jeder, das muss ich nicht auch noch tun“, erklärt Dorr. Stattdessen führen die beiden seit nunmehr über 190 Ausgaben Woche für Woche ein lockeres Gespräch. Ein Skript gibt es für die jeweils rund zehnminütigen Aufnahmen nicht. Zum Thema werden dabei Verkehrseinschränkungen, Bauvorhaben und der Veranstaltungsausblick – eine „bunte Mischung“, wie es die Stadtsprecherin beschreibt. Einen Anspruch auf Vollständigkeit gäbe es dabei nicht, „weil wir damit das Format einfach sprengen würden.“

„Ich weiß aber ehrlich gesagt gar nicht, ob sich das jemand komplett anhört“, lacht Fuchs. Feedback erreichen die beiden nämlich kaum. „Aber das ist in der Radiobranche normal. Nutzer melden sich grundsätzlich nur dann, wenn etwas richtig Mist war oder nicht funktioniert“, weiß Dorr. Die messbaren Zugriffe schwanken. „Das reicht zwischen 0 und 100“, verrät der Radiomann. Dem Netz zugrundeliegende Mechaniken machen es schwer, konkrete Hörerzahlen herauszufiltern. „Richtige Zahlen kann ich eigentlich nicht nennen. Das wäre auch irgendwo gelogen.“

Neugestaltung geplant

Währenddessen arbeitet die Verwaltung hinter den Kulissen daran, den Phonecast zugänglicher auf der stadteigenen Homepage zu platzieren. Versteckt sich das Gespräch momentan noch hinter mehreren Menüs, wie auch Nadine Fuchs zugibt, soll sich das mit der Neugestaltung des Internetauftritts ändern. Barrierearmut ist das große Stichwort, unter dem unter anderem leseschwachen Delitzschern das Angebot einfacher zugänglich gemacht werden soll. „Leichte Sprache, weniger Text, mehr Grafiken – das sind die Kernpunkte“, teilt die Stadtsprecherin mit. Gefördert wird das Vorhaben mit Leader-Geldern. „Wir können hoffentlich mit der Umsetzung im Laufe des Frühjahrs anfangen und alles im Sommer abschließen.“

Für die wöchentlichen Gespräche steht hingegen kein Abschluss bevor. Denn an der Motivation des Duos ändern auch größere Durststrecken nichts. „Es gibt gute und schlechte Zeiten – das ist überall so und so erlebe ich es auch mit meinem gesamten Radioprojekt“, hält Dorr fest und blickt schelmisch in die Zukunft. „Das Ende des Phonecasts wird wohl gleichzusetzen sein mit meinem biologischen.“

Der Phonecast im Internet: http://www.delitzsch.de/dz.site,postext,Phonecast.html

Von André Pitz

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