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Delitzsch erlebt beispiellose Vandalismus-Serie

Stadtverwaltung Delitzsch erlebt beispiellose Vandalismus-Serie

Die Zahl der Zerstörungen im Delitzscher Stadtbild hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Insbesondere seit Monatsbeginn registriert die Stadtverwaltung eine beispiellose Serie von Beschädigungen. Mal handelt es sich dabei um pure Vandalismuswut, mal geht es um Diebstahl.

Demontierte Latten: Der Schaden an dieser Bank in der Dübener Straße wurde am 1. Juli bekannt. Die Reparatur ist beauftragt, soll in den nächsten zwei Wochen erfolgen.

Quelle: Stadtverwaltung Delitzsch

Delitzsch. Eine beispiellose Serie von Zerstörungen beschäftigt seit Monatsbeginn die Stadt Delitzsch. Reihenweise zerschlugen unbekannte Täter die Scheiben von Buswartehäuschen, wurden Verkehrsschilder beschädigt, Bänke demontiert, Spielplätze verunreinigt und sogar Bäume gefällt. Die Stadtverwaltung bittet Augenzeugen eindringlich, solche Vorfälle schnellstmöglich bei der Polizei zu melden.

„Der Zweck dieses Vandalismus’ ist meist nicht zu erkennen. Es handelt sich hier um dummes, krankhaftes Tätertum“, sagte Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). Wie die Stadtverwaltung auf LVZ-Anfrage mitteilte, beläuft sich der Schaden der vergangenen Wochen auf mehrere Tausend Euro, könnte sich bereits auf einen fünfstelligen Betrag summieren. „Wir erleben hier vor allem eine qualitative Steigerung der Zerstörungen“, urteilte Schöne.

Spur der Scherben quer durch die Stadt

Beispiel Buswartehäuschen: Während in der Vergangenheit immer mal wieder einzelne Scheiben zerbarsten, wurden nun Haltestellen komplett entglast. Die jüngste Spur der Scherben zieht sich von der Beerendorfer und Dübener Straße über die Marien- bis in die Sachsenstraße. Aber auch die Ortsteile waren schon betroffen. Binnen Jahresfrist habe die Zahl der Fälle deutlich zugenommen. „Um weiteren kostenträchtigen Schäden vorzubeugen, werden wir in Zukunft bei Reparaturen kein Glas mehr einsetzen, sondern Kunststoff“, kündigte Schöne an. Dieses Material ist resistenter. Ein Komplett-Verzicht auf Scheiben steht aber nicht zur Debatte, weil die Windschutzfunktion der Häuschen dann nicht mehr gegeben wäre.

Keine Wahlmöglichkeit hat die Stadt bei Verkehrsschildern. Die müssen in gleicher Form ersetzt werden – normgerecht. Allein nach dem Stadtfest Anfang Juli seien rund 100 Schilder beschädigt worden, teilt die Stadtverwaltung mit. In einer offenbar geplanten Aktion wurden die Zeichen beziehungsweise die Masten mit Aufklebern des Fußballvereins Lok Leipzig beklebt. Die lassen sich kaum restlos entfernen – Schaber oder Verdünnung sind auf den empfindlichen Schildern tabu. Da bleibt nur die Ersatzbeschaffung. Vermutlich geplant sind auch die Demontagen von Brettern an Sitzbänken. Mit teuren Folgen: Eine neue Bank kostet rund 350 Euro. „Die Sitzmöbel im Stadtpark müssen jährlich instandgesetzt werden. Gleiches gilt für die Farbbeschichtung der Bänke an der Schlosspromenade“, berichtet Rathaussprecherin Nadine Fuchs. In einem Fall, in Schenkenberg, wurde vom Bank-Räuber sogar ein benachbarter Baum gefällt. Die Bank war dort angekettet.

Lange Liste der Zerstörungen

Und so setzt sich die Liste der Zerstörungen vielfältig fort. Angezündete Papierkörbe, gestohlene Poller, Bäume mit abgeschnittener Rinde, die nach der Messerattacke eingehen. Immer wieder sind auch Spielplätze das Ziel von Randalierern. Zur neueren Entwicklung zählen Hundehalter, die ihre Vierbeiner auf Rutschen koten und urinieren lassen. Hinzu komme ein wachsendes Problem der Vermüllung, zum Beispiel nach nächtlichen Partys im Rosengarten oder am Wallgraben.

Entsprechend angespannt ist die Stimmung im Rathaus. Die bei der Polizei erstatteten Strafanzeigen füllen zig Aktenordner. In aller Regel laufen die Anzeigen gegen Unbekannt, mit mäßigen Erfolgsaussichten. „Trotzdem“, betont der Bürgermeister, „sind wir sehr interessiert, die Täter zu greifen.“

Von Kay Würker

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