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Delitzsch Delitzsch erneuert Namen und Gedenkplatten auf dem Friedhof
Region Delitzsch Delitzsch erneuert Namen und Gedenkplatten auf dem Friedhof
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00:34 10.05.2018
Das russische Ehrenmal für Gefallene, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Delitzsch. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Auf dem Delitzscher Friedhof sind alle Namensplatten des sowjetischen Ehrenmals ausgetauscht und dabei falsche Schreibweisen korrigiert worden. Zudem befinden sich nicht mehr nur 140 Namen sowjetischer Staatsangehöriger auf den Platten, sondern 170. Die Stadt Delitzsch hatte insgesamt 29 000 Euro investiert, um die Anlage auf den neuesten Stand zu bringen. Dafür bedankte sich jetzt die russische Botschaft in einem Schreiben an den Oberbürgermeister.

Stadt nutzt ein Förderprogramm

Das komplette Geld hatte Delitzsch über ein Förderprogramm der Landesdirektion Sachsen besorgt. Im Zuge der Recherchen zum Ehrenmal und bei der Beantragung der Mittel sei die Verwaltung auch in Kontakt mit der russischen Botschaft, insbesondere mit der Abteilung für Kriegsgräber und Gedenkarbeit gekommen. Von dort kamen auch die korrigieren Zahlen der im Kampf gefallenen sowjetischen Soldaten, aber auch der gestorbenen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen, die damals in der Delitzscher Zuckerfabrik arbeiteten und die auf dem Delitzscher Friedhof beigesetzt wurden. Die Botschaft berief sich auf neueste Erkenntnisse, die durch die Öffnung von Archiven und deren Auswertung möglich wurden. Zudem waren den Botschaftsmitarbeitern falsche Schreibweisen der Namen der Beigesetzten aufgefallen. Eine neue Liste der Namen wurde erarbeitet und der Stadtverwaltung übergeben.

1200 Buchstaben in Stein geschlagen

Die vorhandenen Platten mit den zusätzlichen Namen zu ergänzen beziehungsweise falsche Schreibweisen nur zu korrigieren, sah man in der Delitzscher Stadtverwaltung als nicht sinnvoll und auch als nicht wirtschaftlich vertretbar an. Es wurden alle Platten entfernt und sämtliche Namen auf neue Platten aufgebracht. Dafür wurden etwa 1200 Buchstaben in den Stein geschlagen.

Auf dem Delitzscher Friedhof befindet sich neben dem sowjetischen Ehrenmal auch polnische und italienische Kriegsgräber sowie ein Sammelgrab für Tote verschiedener Nationalitäten, die 1945 beim Todesmarsch in einer Kiesgrube bei Döbernitz ermordet wurden.

Von Ditmar Wohlgemuth

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