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Delitzsch Delitzsch findet in der Vermarktung der Leipziger Region nicht statt
Region Delitzsch Delitzsch findet in der Vermarktung der Leipziger Region nicht statt
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06:00 20.04.2017
Das Delitzscher Schloss mit dem Barockgarten hat überregionale Bedeutung. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Die Stadt Leipzig und ihr Umland sind eine Wachstumsregion. Das trifft für die Wirtschaft wie den Tourismus zu. Laut Volker Bremer, Geschäftsführer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), haben sich die rein gewerblichen Übernachtungen in der Messestadt von 1,4 Millionen im Jahr 2001 auf 2,9 Millionen 2016 erhöht. Erfasst wurden dabei Häuser mit mehr als zehn Betten. Dabei habe Leipzigs Bettenauslastung in Europa eine Spitzenstellung. Die 40 000 Übernachtungen jährlich für Delitzsch nehmen sich dagegen spärlich aus. Dennoch nehme die Stadt Delitzsch in der Leipziger Region eine wichtige Rolle ein, sagt Bremer. „Die Altstadt, das Stadtfest mit dem historischen Peter-&-Paul-Markt oder das Barockschloss sind überregional bedeutend“ und sollten unter diesem Gesichtspunkt vermarktet werden. Auch für Ausflügler und Tagesgäste sei Delitzsch interessant, so Bremer jüngst, als er beim Delitzscher Lions-Club über die Arbeit der Leipzig Tourismus Marketing GmbH sprach.

Marketingexperte kann für Delitzsch wenig tun

Doch obwohl es etwas eigentümlich anmutet, für Delitzsch, das Bremer als seinen Wohnort gewählt hat, kann der aus Hannover stammende Marketingexperte in diesem Punkte nichts tun. Delitzsch ist nämlich nicht wie die Umlandgemeinden Mitglied im Tourismusverein Leipziger Neuseenland. Nach einer zweijährigen Probezeit hat Delitzsch per Stadtratbeschluss eine Mitgliedschaft abgelehnt.

Der Tourismusverein betrachtet es als seinen Auftrag, die touristische Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes voranzutreiben. Seine Hauptaufgaben bestehen in der Vernetzung der Akteure und in der Interessensvertretung seiner Mitglieder. Der Verein regt Diskussionen über die touristische Entwicklung an und betreibt seit Juni 2015 gemeinsam mit der Stadt Markkleeberg eine Tourist-Information. Er ist Mitglied im Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland, der über einen Geschäftsbesorgungsvertrag seit 2013 das touristische Marketing für die Dachmarke LEIPZIG REGION bei der LTM beauftragt hat. Darin findet die Loberstadt folglich nicht statt.

Streitpunkt Werbeliner See

Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) will eine Mitgliedschaft im Neuseenland nicht für die Ewigkeit ausschließen. Weil man nicht wisse, wohin es mit der Seenlandschaft gehe, sei im Stadtrat keine Mehrheit für eine Mitgliedschaft gefunden worden, erklärt er. Hier haben die Stadtoberen vor allem die Entwicklung am Werbeliner See im Blick. Für diesen blockiere die Naturschutzbehörde alle Bemühungen der Stadt für eine touristische Entwicklung, so Wilde. Diese ist für Delitzsch jedoch langfristig ein wichtiger Aspekt. Weil im Doppelhaushalt 2017/18 eine Mitgliedschaft nicht verankert ist, könne frühestens 2019 neu darüber diskutiert werden, sagt der Oberbürgermeister und verweist zudem darauf, dass der Mitgliedsbeitrag von rund 25 000 Euro jährlich kein geringer Betrag sei.

Bremer erklärt hingegen, dass die Arbeit seiner GmbH weit mehr als nur die Seen im Blick habe, und dass es deshalb im Sinne der Stadt und der Region besser sei, weniger Kleinklein zu betreiben und stattdessen Geld in einen größeren Topf zu stecken. Damit sei die Chance verbunden, dieses Geld über Fördermittel zu vermehren. So sind bei einer Mitgliedschaft im Tourismusverein Leipziger Seenland ein zehn Prozent höherer Fördersatz für touristisch relevante Vorhaben im Programm „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ und ein um weitere fünf Prozent höherer Fördersatz möglich, wenn das Projekt in die touristische Entwicklungsstrategie der Region passt.

Von Thomas Steingen

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