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Delitzsch hat mit Ausbau der Bitterfelder Straße Erleichterung für Radfahrer geschaffen

Innerstädtischer Verkehr Delitzsch hat mit Ausbau der Bitterfelder Straße Erleichterung für Radfahrer geschaffen

Der Delitzscher Stadtrat hat vor einigen Jahren ein langfristiges Radverkehrskonzept verabschiedet. Einige der Maßnahmen wurden bereits realisiert, andere sind abhängig von Bauvorhaben, die nicht allein im Ermessen der Stadt liegen. Im touristischen Bereich kann Delitzsch auf einen regionalen Hauptradweg und regionale Radwege verweisen.

Mit dem Ausbau der Bitterfelder Straße erhielt diese Hauptmagistrale beidseitig Radfahrstreifen. Die Ampel am Gymnasium ermöglicht eine sichere Querung der Straße, der Rad-Fußweg führt weiter in den Gerberplan.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. Vor fünf Jahren hat der Stadtrat das Radverkehrskonzept beschlossen. Die Vision der Planer vom Büro Stadtlabor Leipzig, die das Konzept für Delitzsch erarbeiteten, lautet, den Fahrradanteil am Gesamtverkehrsaufkommen in der Stadt bis 2017 auf 25 Prozent zu erhöhen und bis 2022 auf 30 Prozent. 2012 würden 21,3 Prozent aller Wege in Delitzsch per Drahtesel zurückgelegt, hatten die Planer seinerzeit ermittelt. Belegbare Zahlen, wie sich der Fahrradanteil in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat, „liegen uns nicht vor“, sagt Stadtplaner Karl-Heinz Koch. Er regt an, das in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig im Rahmen von Studentenarbeiten analysieren zu lassen.

Erste Sofortmaßnahmen realisiert

Angelegt ist die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes auf lange Sicht. Dennoch hat sich in den zurückliegenden Jahren einiges getan, konnten mehrere der sogenannten Sofortmaßnahmen realisiert werden. Koch nennt hier zuerst den Ausbau der Bitterfelder Straße und das Auszeichnen von Fahrradspuren auf der Fahrbahn, womit eine Verbesserung der Radverkehrssituation auf einer der Hauptrouten durch die Stadt erzielt worden sei. Eine weitere Sofortmaßnahme waren auch die Seitenstreifen in der Pfortenstraße oder die Einbahnstraßenöffnung für Radfahrer im Gerberplan zur Bitterfelder Straße. Mit dem Abriss des alten Zwischenbaus im Gymnasium wurde Platz geschaffen, sodass die Schüler nun ihre Räder im Schulgelände abstellen können. „In Brodau ist die Joachim-Bauer-Straße in eine Tempo-30-Zone umgewandelt und in Laue eine Radwegeverbindung zum Seelhausener See geschaffen worden, zählt Bauamtsleiter Koch auf. Andere Vorhaben wie der Radweg von Delitzsch nach Spröda an der B 183 a oder der Ausbau der Leipziger Straße mit Radweg befinden sich im Planungsprozess in Verantwortlichkeit des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.

Was den touristischen Radverkehr betrifft, führt durch Delitzsch die Regionale Hauptradroute Kohle/Dampf/Licht. Sie ist als solche vor einigen Jahren installiert und nach sächsischem Standard komplett beschildert worden. In diesem Jahr soll nun der Torgische Radweg von Torgau über Bad Düben, Löbnitz, Laue und Benndorf bis nach Delitzsch verlängert werden, sodass er an die Kohle-Dampf-Licht-Radroute anschließt. Über diesen Weg ist Delitzsch dann auch mit dem Mulde- und Elberadweg verbunden.

Fördermittel für touristische Infrastruktur

Für die Beschilderung des Torgischen Radweges entstehen den Kommunen keine Kosten, da diese Investition zu 100 Prozent vom Freistaat Sachsen finanziert wird. Für die Realisierung der touristischen Infrastruktur entlang des Weges wie Ausbau, Schaffung von Rastplätzen und Fahrradabstellanlagen oder das Anbringen von Informationstafeln kann eine 90-prozentige Förderung über die Richtlinie Kommunaler Straßen- und Brückenbau beantragt werden. „Für den Torgischen Radweg von Delitzsch bis Torgau wird eine Kooperationsvereinbarung mit dem Landkreis und allen anliegenden Kommunen geschlossen. Die Gemeinde Löbnitz übernimmt dabei die Antragstellung“, berichtet Sylke Seidel, die im Landratsamt Nordsachsen zuständige Mitarbeiterin.

Beschilderung nach sächsischem Standard

Regionale Radwege führen außerdem von Delitzsch nach Eilenburg und nach Hohenprießnitz. Der Raiffeisenradwanderweg verbindet Delitzsch mit Bad Düben, wobei noch ein zweiter, fast identischer Weg ebenfalls zwischen beiden Städten verläuft. Hier gelte zu überlegen, ob beide Wege perspektivisch zusammengeführt werden sollten, so Sylke Seidel weiter. Diese vier regionalen Radwege sollen in den nächsten Jahren nach sächsischem Standard ausgeschildert werden, nachdem im Rahmen der Fortschreibung der nordsächsischen Radverkehrskonzeption ihre Verläufe nochmals überprüft beziehungsweise optimiert werden.

Von Thomas Steingen

Delitzsch, Bitterfelder Straße 20 51.5259228 12.3372748
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