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Delitzsch Delitzsch hat seine erste Schülergenossenschaft
Region Delitzsch Delitzsch hat seine erste Schülergenossenschaft
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08:00 23.05.2017
Ein Besuch im Schulze-Delitzsch-Haus gab den Anstoß für die Schülergenossenschaft. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Und wieder einmal ist Delitzsch ein Vorreiter: Vor Kurzem gründete sich in der Loberstadt, bekanntlich die ausgezeichnete Wiege des Genossenschaftswesens, die erste Schülergenossenschaft Sachsens. Und dabei werden die Schüler, die auf den Spuren des berühmten Stadtsohnes Hermann Schulze-Delitzsch wandeln künftig mehr als nur Unterrichtsarbeit damit haben.

Großer Moment für Schüler

Es war ein großer Moment, historisch geradezu. 45 Gründungsmitglieder der „EHRENBERG Schülergenossenschaft Delitzsch“ trafen sich vergangene Woche, um die Satzung abzustimmen, Vorstand und Aufsichtsrat zu wählen, Themen zu diskutieren, Projekte anzuschieben. Alles wie im echten Genossenschaftsleben eben. Das zeigt: Hier geht es nicht um Theorie, wie man es bei einem Gymnasium vermuten könnte, hier geht es um Praxis. „Die Idee entstand vor etwa einem halben Jahr“, berichtet Französisch- und Geschichtslehrer Benjamin Gallin. Mit der 9. Klasse war er zu Gast im Schulze-Delitzsch-Haus in der Kreuzgasse. Aus dem Museumsbesuch wurde eine große Idee – und die kam aus den Reihen der Schüler selbst, wurde von dort vorangetrieben. Gemeinsam mit den Schülern und weiteren Lehrern wurde in den vergangenen Monaten getüftelt, nun ist die Sache perfekt. „Ziel ist es, das Schulleben zu stärken, Wirtschaftslehre zu vermitteln und demokratische Mitbestimmung erlebbar zu machen“, schildert der Pädagoge. Wirtschaftliche Zusammenhänge können die Teenager realitätsnah erfahren und Kompetenzen erwerben, die sie später im Berufsleben mehr brauchen werden als so manche Theorie. Die Schlagworte, die Schulze-Delitzsch einst prägte, bleiben aktuell: Selbsthilfe, Selbsverantwortung und Selbstverwaltung. Die Schülergenossenschaft des Delitzscher Gymnasiums startet ihr Geschäft mit dem Bedrucken und dem Verkauf von Schul-T-Shirts. Dazu wird auf die schon bestehende Siebdruck-AG an der Schule zurückgegriffen. Wird Gewinn gemacht, soll die Technik verbessert und weiter ausgebaut werden. Die ersten Shirts sollen Ende Juni in der Projektwoche des Gymnasiums auf den Verkaufstisch kommen, Nichtmitglieder werden einen höheren Preis zahlen. Weitere Geschäftsfelder werden von den Schülern schon geplant. So soll ein Verkauf von Schulmaterialien entstehen. „Langfristig ist der Aufbau eines Schülercafés geplant“, so Torben Raab, neu gewähltes Mitglied des Vorstands. Das werde aber noch eine Weile dauern.

Alles wie im echten Genossenschaftsleben

Dazu ist alles wie im echten Leben: Der Aufsichtsrat schaut dem Vorstand auf die Finger, die Schüler können Anteile erwerben, es gibt Ehrenmitglieder. Als Partnergenossenschaft fungiert die Wohnungsgenossenschaft Unitas. Über diese ist die Neugründung auch im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften. Die Volksbank stellt den Schülern das Konto. Als Berater engagieren sich die Mitarbeiter des Deutschen Genossenschaftsmuseums. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so große Begeisterung erfährt“, gab Kurator Philipp Bludovsky zur Gründungsveranstaltung zu. Er sei aber sehr optimistisch, weil alle Schüler so motiviert sind. Künftig gibt es für alle mit einem Mitgliedsausweis dieser neuen Genossenschaft freien Eintritt im Schulze-Delitzsch-Haus, wo 1849 alles begann.

Von Christine Jacob

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