Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzsch ist in Sachen Verkehr gut aufgestellt
Region Delitzsch Delitzsch ist in Sachen Verkehr gut aufgestellt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:03 12.04.2018
Eigentlich ist das hier kein Zebrastreifen. Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Die Stadt steht nie still, Straßen werden saniert, Baugebiete erschlossen. Es tut sich viel in Delitzsch. Doch ist eigentlich allen – oder fast allen – damit auch Genüge getan? Die LVZ geht dieser Frage nach. Mit Experten nehmen wir die Stadt unter die Lupe. Diesmal: Wie gut kommen Autofahrer in Delitzsch zurecht?

Ein paar Ecken sind kritisch

2000 Kilometer pro Woche, 80 000 im Jahr ist Frank Peymann als „Franky’s Fahrschule“ mit dem Auto unterwegs. Er ist seit über einem Jahrzehnt in der Branche, seit fast zehn Jahren selbstständig mit der eigenen Firma in der Halleschen Straße. Da, mitten in der Altstadt, liegt schon ein Hase im Pfeffer der Delitzscher Verkehrssituation – viele Einbahnstraßen, schmale Straßen. „Eine Altstadt ist aber nun mal eine Altstadt“, sagt Frank Peymann. Günstig sei an sich schon die geringe Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern, an einigen Ecken allerdings ist „rechts vor links“ wegen schwer einsehbarer Bereiche schwierig. Viel Verbesserungspotenzial ist ansonsten nicht. Und seine Fahrschüler sowie Auswärtige und auch Einheimische, die er bei seinen Touren auch oft genug beobachten kann, haben an ganz anderen Stellen Schwierigkeiten. Hier nur ein paar Beispiele:

Schutzstreifen für Radfahrer so wie hier in der Bitterfelder Straße bieten Auto- und Radfahrern genug Platz. Weniger gut: Dutzende Schilder auf 100 Metern – ein Schilderwald. Quelle: Christine Jacob

Die Umgehungsstraße an der Kreuzung zur Schkeuditzer Straße trägt zum Beispiel noch die Beschilderung als sei dort eine Rechtsabbiegespur. Seit Ende vergangenen Jahres aber ist die dort nicht mehr. Mit dem Ausbau der B 184 wurde sie zugunsten einer sicheren Querung für Radfahrer entnommen. Die geänderten Schilder sollten eigentlich schon lange stehen, tun es aber nicht. Peymann sieht darin ein Risiko: „Gerade im Dunkeln suchen die Schüler und Auswärtige nach der Abbiegespur, das Fahren wird unsicher.“ Doch es sind nicht nur die fehlenden Schilder: „Wenn die Abbiegespur noch wäre, würde der Verkehr besser fließen auf der Umgehung, so wird er mit jedem Abbieger ausgebremst.“ Ansonsten ist hin zum Baumarkt etwa mit den neuen Verkehrsinseln eine gute Lösung gefunden.

Zebrastreifen, die keine sind

Theoretisch kennt man in Delitzsch drei Stellen von Zebrastreifen. Den an der Grundschule Ost, am Kreisverkehr in der Bitterfelder Straße und am Unteren Bahnhof. Doch nur einer existiert wirklich. Der an der Grundschule ist mit Fahrbahnmarkierung, Beleuchtung und Beschilderung korrekt ausgeführt, die anderen entsprechen nicht den Vorschriften. Das kann, warnt Peymann, zum Beispiel im Winter kritisch werden. Denn liegt Schnee auf der Markierung, weiß gerade ein auswärtiger Fahrer nichts vom Zebrastreifen, doch der Fußgänger verlässt sich vielleicht drauf – die Unfallgefahr steigt.

Das Schild genau im Einfahrbereich des Kreisverkehrs in der Bitterfelder Straße nimmt die Sicht. Quelle: Christine Jacob

Apropos schlecht sichtbar: Wer auf die Brücke am Oberen Bahnhof von der Eilenburger Chaussee einbiegen will oder aus der Bismarckstraße nach links in die Eisenbahnstraße möchte, der hat Probleme, andere Fahrzeuge gut zu sehen. Gerade an der Fußseite der Bismarckstraße würde es den Abbiegern schon helfen, die zwei kleinen Lärmschutzwände zu entnehmen. Für den Lärmschutz, so Peymann, würden sie mit ihrer Kürze nicht viel bringen, aber das Sichtfeld könnte locker 20 Meter weiter reichen.

Aus Sicht der Radfahrer sei viel passiert und vieles gut gelöst, bestätigt Frank Peymann. Allerdings machen die Schutzstreifen aus Autofahrersicht unter anderem in der Eisenbahn- und der Sachsenstraße wenig Sinn.

Fazit: Luft nach oben

Solange das Auto rollt, ist Delitzsch ansonsten aber ganz in Ordnung. Ein paar Ecken und Regelungen haben Verbesserungspotenzial, von einem Verkehrschaos kann man – abgesehen natürlich von großen Baustellen – nicht sprechen. Bedenken muss man auch, dass die Stadt nicht für jede Straße verantwortlich ist, die Abbiegespur zum Beispiel ist nicht ihr „Verschulden“. Kritisch wird es aber, muss das Auto abgestellt werden. Die Parkplatzsituation gerade in der Innenstadt ist sehr angespannt.

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hilfe in Uganda ist einer der primären Ziele des Rotary Clubs Torgau-Oschatz Katharina von Bora. Dort ist ein Krankenhaus dringen auf eine zentrale Wasserversorgung angewiesen. Das Geld, welches beim Frühlingsball eingenommen wird, soll dieser Initiative zugute kommen.

15.04.2018

In diesem Jahr jährt sich zum 400. Mal der Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Das nehmen Museen im Landkreis Nordsachsen zum Anlass, das Thema mit Sonderausstellungen aufzugreifen.

20.04.2018

Als Spitzenpolitikerin der Alternative für Deutschland wurde Frauke Petry bekannt. Jetzt wechselt die studierte Chemikerin ihren Wohnort, zieht von Leipzig nach Delitzsch, wo sie ein Grundstück erworben hat.

15.04.2018