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Delitzsch Delitzsch’ jüngster Stadtrat: „Klischee war noch nie so mein Ding“
Region Delitzsch Delitzsch’ jüngster Stadtrat: „Klischee war noch nie so mein Ding“
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11:51 14.05.2018
Christian Stoye hat ein unkompliziertes Verständnis von Politik. Quelle: Manuel Niemann
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Delitzsch

Noch nicht einmal 20 Jahre alt war Christian Stoye (Die Linke), als er 2014 in den Stadtrat gewählt wurde. In einem Jahr ist wieder Wahl. Die LVZ hat mit dem Sozialassistenten gesprochen.

Wie haben Sie Ihre bisherige Zeit im Stadtrat erlebt?

Meine bisherige Zeit im Stadtrat war sehr spannend. Kaum zu glauben, dass bereits vier Jahre vergangen sind. 2014 bin ich als parteiloser Kandidat auf der Liste der Linken gestartet und mit 419 Stimmen gewählt worden. Heute bin ich bereits stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Am Anfang hab ich mir die Arbeit auch tatsächlich einfacher vorgestellt und bin so oft an irgendwelchen Etiketten oder Förmlichkeiten angeeckt. Das war sehr ernüchternd. Es hat eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass die eigentliche Arbeit vor den Sitzungen stattfindet. Hier ein Termin, da eine Sitzung, weiter zu einem Bürgergespräch. Da blieb vieles im privaten Bereich aus Zeitgründen schlichtweg auf der Strecke. Aber zum Glück habe ich mein Team, was mich tatkräftig unterstützt und berät. So lernte ich mich zu organisieren und hab schließlich auch Zeit, fernab von den Sitzungen, um Menschen zu helfen. Das war für mich das wichtigste: den Blick für die Realität nicht zu verlieren. Meine Aufwandsentschädigungen spende ich immer noch an Vereine und Verbände, die es nicht so leicht haben.

Wollen Sie gerne wieder in den Stadtrat?

Zur Wahl 2019 bin ich 24 Jahre alt. Also immer noch jung, aber im Vergleich zu 2019 etwas erfahrener und noch zielstrebiger. Unbequem können nicht nur die Stühle sein. Natürlich kandidiere ich 2019 erneut für den Stadtrat. Alles andere wäre wider meiner Natur. Dafür sind zu viele Dinge noch nicht geklärt. Ich fange ungern etwas an und lasse es dann liegen. Ob ich wieder gewählt werde, hängt natürlich von den Bürgerinnen und Bürgern ab. Ich weiß, dass ich nicht das klassische Erscheinungsbild eines Politikers abgebe, aber Klischee war noch nie so mein Ding.

Hätten Sie gerne mehr junge Kollegen?

Na aber bitte doch! Ich freu mich über jedes neue Gesicht und vor allem über jüngere Gesichter. Vielleicht konnte ich zeigen, dass man auch als junger Mensch sich in einem Parlament durchsetzen kann. Den Generationswechsel bringen wir in der Kommunalpolitik noch über die Bühne. Ich finde auch die Idee eines Jugendparlamentes sehr gut und stehe immer gern beratend zur Seite. Jugendlichen sollte mehr Verantwortung übertragen werden. Jedoch ersetzt das Jugendparlament nicht die Notwendigkeit von jungen Stadträten, da der Stadtrat in den meisten Fällen das letzte Wort hat.

Was wären Ihre Ziele für die nächste Legislatur?

Derzeit planen wir bereits alles rund um das Jahr 2019. Festgesteckte Ziele sind noch nicht bis ins Detail durchdacht. Jedoch kann ich meine Schwerpunkte nennen: Delitzscher Jugend-Kultur im Sinne von Treffpunkten und Freizeitaktivitäten und Förderung der Attraktivität der Stadt für Kinder, Jugendliche und Familien, Sozialverträglichkeit. Ich freu mich sehr auf einen bunten und lauten Wahlkampf.

Von Christine Jacob

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