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Delitzsch Delitzsch kämpft gegen Vandalismus und Müll
Region Delitzsch Delitzsch kämpft gegen Vandalismus und Müll
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17:54 30.08.2018
So wie hier am Rande des Delitzscher Stadtparks ist illegal abgeladener Müll immer wieder Thema Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Müllhaufen in der Loberaue, zerkratztes Glas an der Haltestelle, zerstörte und verbeulte Papierkörbe. Sowas bereitet in der Stadt Delitzsch immer wieder Zornes- und Sorgenfalten. Zwar sei man in letzter Zeit von unschönen Phänomenen wie der beispiellosen Vandalismusserie im Sommer 2016 verschont geblieben, so Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), Grund zur hellen Freude besteht trotzdem nicht.

Damals wurden reihenweise Scheiben von Buswartehäuschen zerschlagen, Verkehrsschilder beschädigt, Bänke demontiert, Spielplätze verunreinigt und sogar Bäume gefällt. Haltestellen sind auch zwei Jahre später ein Knackpunkt. Vor allem die am Wallgraben, der immer wieder wegen dort versammelter Jugendlicher in den Fokus rückt, werden oft Ziel von Vandalismus – etwa mit Zerkratzen, mutwillig umhergeschmissenen Glasscherben und auch Müll. Doch auch alle anderen über 100 Haltestellen im gesamten Stadtgebiet sind immer wieder Ziel von Zerstörungswütigen. Mit einem Pilotprojekt in Döbernitz, wo eine neue Haltestelle errichtet wird, will die Stadt neue Wege kontra Vandalismus gehen. Dort wird ein Fahrgastunterstand vom Typ Kutari errichtet. Die Wände sind aus Lochblech und sollen damit weniger bis gar nicht mehr anfällig für solche Zerstörungen sein. Bei den eigentlich nicht so anfälligen Papierkörben allerdings hat auch das nicht viel gebracht, die Blechkörbe werden dennoch von Einzeltätern regelmäßig eingetreten – die Servicegesellschaft biegt sie dann wieder zurecht.

Müll derzeit größeres Problem

Ein noch größeres Problem als Vandalismus in der Stadt ist laut Oberbürgermeister derzeit das Thema Vermüllung. „Manchmal fragt man sich wirklich“, schüttelt das Stadtoberhaupt angesichts so mancher Dreckecke den Kopf. Besonders prekär ist die Situation rund um die Genesung im Stadtpark, am Roßplatz vor allem an der Radstation, rund um den Wallgraben, in dem zudem ebenfalls viel Müll landet, und neuerdings auch in den Unterführungen gen Delitzscher Osten. Die Servicegesellschaft ist teilweise täglich an diesen Stellen unterwegs, um die Hinterlassenschaften zu beseitigen. Turnusmäßig werden auch die mehr als 30 Spielplätze kontrolliert, weil auch dort regelmäßig Vermüllung auftritt, in der Rathenaustraße und auf dem Marienplatz ist zudem immer wieder Vandalismus sichtbar. In aller Regel laufen etwaige Anzeigen gegen Unbekannt, mit mäßigen Erfolgsaussichten also. Auch beim Thema Müll ist unter anderem das Bürgerbüro immer bemüht, die illegal Abladenden zu überführen – einen Beweis in Form von Dokumenten mit Adresse in den Müllbergen oder gar einen Täter auf frischer Tat zu ermitteln, ist allerdings die Ausnahme.

Neue statt der alten Bänke müssen wegen Verwitterungen, aber auch mutwilligen Beschädigungen angeschafft werden Quelle: Christine Jacob

Im Kampf für eine sauberere und ordentlichere Stadt setzt Delitzsch auch auf Bürgerbeteiligung. Auf der neuen Homepage www.delitzsch.de gibt es neuerdings auch einen Bürgermelder. Man kann online Schäden melden oder Hinweise auf illegale Müllablagerungen und mehr geben. Dazu können Fotos hochgeladen und Markierungen in Karten gesetzt werden. Die gemeldeten Schäden und Hinweise werden dann nach einer Prioritätenliste abgearbeitet. Wer kein Internet hat, kann sich weiterhin unter Tel. 034202 67200 an das Bürgerbüro wenden. Dort sind allein im vergangenen Jahr 206 Anzeigen wegen Müll und 23 wegen Vandalismus und Graffiti eingegangen, dieses Jahr sind es bereits 109 beziehungsweise 19 Beschwerden.

Von Christine Jacob

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