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Delitzsch Delitzsch kann sich was von Monheim abgucken
Region Delitzsch Delitzsch kann sich was von Monheim abgucken
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21:16 28.08.2018
Die Oberbürgermeister Daniel Zimmermann und Manfred Wilde (rechts) versuchen sich regelmäßig zu treffen (Archivbild). Quelle: Stadtverwaltung
Delitzsch

Es wird regelmäßig telefoniert, man trifft sich aber auch persönlich – so oft es bei 500 Kilometer Entfernung eben geht, also etwa ein Mal im Jahr. Das Verhältnis zwischen Delitzsch und seiner Partnerstadt Monheim am Rhein ist besonders gut, enger noch als das zu Friedrichshafen am Bodensee. Doch bringt das auch was?

Anregungen erwünscht

„Es gab damals eine große Aufbruchstimmung, und die Monheimer wollten bei der Neugestaltung von Delitzsch mithelfen“, erinnert Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto), 1982 geboren, an die Anfangszeit zur Wende. Damals schob man mit Monheim den Aufbau einer neuen Verwaltung an, eine Straßenkehrmaschine wurde an den Lober gebracht. Heute längst undenkbar und überflüssig geworden. Scheinbar aber gilt noch, dass der Osten vom Westen lernen kann. „Wir können nicht alles nachahmen, aber Anregungen können wir uns holen“, so Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos).

So sei in Monheim, rund 40 000 Einwohner und damit etwa 15 000 mehr als Delitzsch, sehr viel im kulturellen Bereich los. Doch erzwingen kann man so etwas nicht: „Vieles muss von unten wachsen, durch Vereine zum Beispiel“, glaubt Thorsten Schöne und spricht sich gegen Aufgestülptes aus. In Monheim gibt es die Kulturwerke als 100-prozentige städtische Tochter. Ziel der GmbH ist es, das ohnehin schon reichhaltige kulturelle Angebot weiter zu professionalisieren. In Delitzsch soll ein regelmäßiger Kulturstammtisch helfen, die Akteure besser zu vernetzen und neue Projekte zu entwickeln.

Nichts aufdrücken

Besonders lobenswert seien aber auch Monheimer Projekte wie die „Nachbarschaftshilfe – Hand in Hand“. Ziel des 2016 entstandenen Projekts ist es, Bürger, die sich mit ihren ganz unterschiedlichen Fähigkeiten gern gegenseitig helfen möchten, in Kontakt zu bringen. So etwas funktioniere aber nicht allein als Stadtprojekt, betont man im Delitzscher Rathaus. Und auch in Monheim wird das Projekt vom Mehrgenerationenhaus der Evangelischen Kirchengemeinde geleitet. Mit im Boot sind dann noch der städtische Integrationsrat, das Stadtteilmanagement und das städtische Inklusionsbüro. Mit dem Projekt der Alltagsbegleiter habe das Soziokulturelle Zentrum in Delitzsch ähnliches bereits auf die Beine gestellt, erinnert Schöne. Überhaupt wird in Monheim bürgerschaftliches Engagement größer geschrieben: Während Delitzsch mit knapp über 30 Spielplätzen schon zu tun hat, sind es in der Partnerstadt an die 70. Um die Areale unter Kontrolle zu halten, setzt man in Monheim auf Patenschaften. Die sollen dazu beitragen, dass die Monheimer Spielplätze zu einem lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt werden. Ein Modell auch für Delitzsch? Fraglich.

Andere Mittel

Bei allem müsse man schließlich auch bedenken, dass Monheim aus ganz anderen Mitteln schöpfe als Delitzsch, so Schöne. Mit niedrigen Gewerbesteuern hat die Partnerstadt am Rhein zum Beispiel etliche Firmen angelockt. Mehr als 30 Millionen Euro plante Monheim allein in diesem Jahr in verschiedene Schulbauten beziehungsweise -renovierungen zu stecken, in Delitzsch sind die in zwei Jahren mehr als sechs Millionen für die Sanierung der Erasmus-Schmidt-Schule eine der größten Investitionen der vergangenen Jahre.

Von Christine Jacob

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