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Delitzsch „Delitzsch könnte zum Advents-Geheimtipp werden“
Region Delitzsch „Delitzsch könnte zum Advents-Geheimtipp werden“
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11:00 30.10.2018
Kaffee und Tasse hat Kornelia Brückner schon: Sie leitet das Hotel „Weisses Ross“ in Delitzsch seit vorigem Jahr. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Aufregende Themen gibt es immer – und Menschen, die sich einmischen, kritisieren, etwas ändern wollen. Die LVZ nimmt sich die Zeit und hört Ihnen zu. In der Serie „Auf einen Kaffee mit“ stellen wir Sie und Ihre Themen in loser Folge vor. Wir bringen den Kaffee gerne mit – und wollen von Ihnen hören, was Sie bewegt. Heute: Kornelia Brückner, seit vorigem Jahr Leiterin des Hotels „Weisses Ross“.

Gute Willkommens-Laune

Dass Kornelia Brückner selbst im Gastraum Kaffee trinkt, ist eine Ausnahme. Die Gäste erleben sie normalerweise hinterm Empfangs-Tresen oder überall im Haus als gute Seele. Und das von früh bis spät. Eigentlich bietet das Hotel keinen 24-Stunden-Service. Doch das Telefon ist nachts auf sie umgeleitet. So kann es passieren, dass sie von Gästen, die die Vorbestell-Regelung für den Flughafen-Shuttle nicht gelesen haben, nachts halb drei aus der Wohnung gerufen wird. Für das Energiebündel gehört’s zum Berufsethos, auch dann gute Willkommens-Laune auszustrahlen.

Glückliche Gäste

Die gebürtige Thüringerin, die bis voriges Jahr in Quedlinburg tätig war, liebt es, „Menschen glücklich zu machen“. Sie denkt aus Richtung der Touristen. Doch alle Wünsche können nicht erfüllt werden. Ob in Delitzsch generell oder im „Ross“. Zum Beispiel, wenn jemand montags am Nachmittag in der Loberstadt nicht im SB-Café beim Bäcker einen Kaffee trinken will oder ein Restaurant fürs Abendessen sucht, wird’s schwierig. „Da nehmen wir uns nicht aus, auch wir haben montags geschlossen“, schränkt Brückner ein. „Dienstreisende, die abends eintreffen, habe ich schon zur Pizzaria geschickt.“

Ein erster Delitzsch-Eindruck vieler Ross-Gäste sei auch die komplizierte Verkehrssituation: Sie kommen durch die Bitterfelder Straße. Wenn das Navi sagt: „Ziel erreicht“, sind sie am Parkplatz vorbei.“ Der ist dann nur über Einbahnstraßen zu erreichen. So ging es ihr selbst beim ersten Delitzsch-Besuch. Heute erklärt sie die Route oft am Telefon. Zu ganz Verzweifelten hat sie sich schon ins Auto gesetzt und sie ums Viertel geleitet.

Wenig Spontanes in Delitzsch

Was ihren Gäste fehle, sind Stadt-Führungen, die außerhalb der Betriebszeiten auf Abruf buchbar wären. Nach dem offiziellem Teil nach Tagungen seien einige durchaus spontan auf der Suche nach Aktivitäten. Dem gerecht zu werden, ist natürlich schwierig, wenn das Besucherpotenzial einer Stadt nicht so hoch ist, um so viele Gäste-Führer zu haben, dass jemand auf Abruf bereit stehen kann. Gut findet Kornelia Brückner, dass es in Delitzsch Themenführungen gibt. Sie könnte sich vorstellen, dass Gewerbetreibende einbezogen werden. „Vielleicht könnten Touren Station an interessanten Punkten machen, wo es etwas Typisches gibt.“ Natürlich erkunden Besucher das Terrain auf eigene Faust. „Da biegen wiederum viele nach links in die Eilenburger Straße ab, weil dort am meisten Betrieb ist. Ich empfehle Urlaubsgästen, nach rechts zu gehen. Da freuen sie sich. Delitzsch braucht sich nicht zu verstecken. Die Wallgraben-Anlage ist wie Klein-Venedig.“

Advent in der Loberstadt

Das prosperierende Leipzig biete deshalb vielleicht nicht nur die Chance auf Einwohnerzuwachs am Lober. Delitzsch habe in Verbindung zur geschlossenen Altstadt die Möglichkeit, sich in der Adventszeit noch mehr zu profilieren, weil sich anderswo alles drängt. „Ich habe es in Erfurt erlebt. Dort fing der Markt klein an. Jetzt gibt es drei. Auch in Quedlinburg gibt es jetzt schon mehr als genug Besucher“, so Brückner. „Delitzsch könnte ein Geheimtipp werden. Umso mehr Leute kommen, umso mehr kann der Einzelhandel profitieren.“ Der Delitzscher Adventsmarkt hat sich gerade etabliert, aber vielleicht ließe sich noch ein bisschen was vom Quedlinburger „Advent in den Höfen“ an den Lober transferieren.

Von Heike Liesaus

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