Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzsch kommt Händlern beim Aufstellen von Werbetafeln entgegen
Region Delitzsch Delitzsch kommt Händlern beim Aufstellen von Werbetafeln entgegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 09.11.2016
Neben Fahrradständern stehen vor den Delitzscher Geschäften zunehmend auch Werbetafeln. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Delitzsch

Lange haben Delitzscher Einzelhändler darum gekämpft, dass sie vor ihren Geschäften neben Auslagen und Verkaufständen auch Werbetafeln gebührenfrei aufstellen können. Nachdem der Stadtrat eine entsprechende Änderung in der Sondernutzungssatzung beschlossen und diese Ende Oktober im Amtsblatt veröffentlicht hat, ist dies nun auf einer Fläche von zwei Quadratmetern Größe möglich. Bisher war das Aufstellen solcher Tafeln gebührenpflichtig. Und wie ein Blick in die Eilenburger und die Breite Straße verrät, nutzen das nun offensichtlich viele Händler. Vor allem in der Eilenburger Straße werben sie für neuste Trends, Wintermode, Speisen, schöne Wimpern, Rabatte für Brillen oder Feuerwerke aller Art.

Die Mitglieder der Werbegemeinschaft weisen mit diesen Tafeln ebenso auf Aktionen, wie das Late-Night-Shopping am Freitag von 16 bis 22 Uhr, hin. „Damit erreichen wir einen gewissen Wiedererkennungseffekt“, sagt Stefan-Robert Adam, vom Vorstand der Werbegemeinschaft. „Wir wollen die Händler animieren, ihre Waren attraktiv zu präsentieren, nach außen und praktisch den Kunden einen Schritt entgegenzugehen“, erklärt der Inhaber des Haushaltswaren-Geschäftes in der Eilenburger Straße. Die Begrenzung der Gebührenfreiheit auf einen Werbeständer pro Geschäft findet Adam sinnvoll, um Wildwuchs zu unterbinden. Er selbst hatte schon immer einen Werbeträger vor der Tür, vor allem, um auf Sonderaktionen und -angebote hinzuweisen.

Werbung ist nie genug

Detlef Schwuchow, Inhaber eines Fotostudios in der Breiten Straße, hat noch keinen Werbeaufsteller rausgestellt. „Ich wollte erst abwarten, bis alles amtlich ist, erzählt er, findet die Stadtratsentscheidung aber gut, denn „Werbung kann man nicht genug machen“.

So sieht es auch Norbert Rindsland vom gleichnamigen Modehaus „Wir müssen Kunden in die Breite Straße locken. Zu 80 Prozent machen die Schaufenster und Werbeträger auf uns aufmerksam“, deshalb nutze er den Werbeträger, seit er das gebührenfrei darf. Gänzlich kostenlos ist das Aufstellen der Werbeschilder allerdings nicht, denn der Händler muss dafür bei der Stadt eine Sondernutzungserlaubnis beantragen und genehmigen lassen. Dafür wird eine Gebühr fällig. Norbert Rindsland musste für die Erlaubnis von Fahrradständer und Auslage und Werbeaufsteller zusammen 7,50 Euro bezahlen. „Diese Erlaubnis gilt ein Jahr lang“, so der Bekleidungsfachmann.

Antrag der SPD-Fraktion

Er war es im Besonderen, der sich für die neue Regelung stark gemacht und rund 80 weitere Händler für das Ansinnen gewonnen hatte. In SPD-Stadtrat Rüdiger Kleinke fand er zudem einen Verbündeten, um die Sache in Gang zu bringen. Die SPD-Fraktion brachte nämlich einen Antrag zur Änderung des Gebührenverzeichnisses der Sondernutzungssatzung im Stadtrat ein. Entsprechend des Verwaltungsvorschlages, die Anzahl der Aufsteller auf einen und die Fläche auf zwei Quadratmeter zu begrenzen, segnete der Stadtrat die Satzungsänderung dann einstimmig ab.

Marcel Schorn, Inhaber der Floristenstube in der Eilenburger Straße, begrüßt zwar diese Änderung, sieht aber nach wie vor eine Ungleichbehandlung zwischen Gastronomie und sich als Händler. „Ein Gastronom bezahlt für einen Freisitz auf dem Fußweg sechs Euro pro Quadratmeter im Jahr. Überschreite ich die zwei gebührenfreien Quadratmeter muss ich 30 Cent je Tag und Quadratmeter hinlegen. Reisebürobesitzer Ralf Sackewitz hält von der neuen Regelung gänzlich wenig: „Wer werben möchte, kann auch bezahlen.“

Von Thomas Steingen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Laut Landeskriminalamt steigt in Sachsen die Zahl der Angriffe auf Amts- und Mandatsträger. In Nordsachsen hat die Partei Die Linke seit Jahren mit Übergriffen zu kämpfen. Seit dem Einzug der AfD in den Landtag sind auch ihre Büros in Delitzsch und Oschatz zur Zielscheibe geworden.

12.11.2016

Die Sommerpause ist vorbei, das Semester an der Theaterakademie Sachsen läuft und im Oberen Bahnhof ist wieder volles Ballett angesagt. Kooperiert wird zudem mit dem Baff-Verein. Von Ausbildung und Vereinsschaffen profitieren die Delitzscher in Form von Kulturgenuss für wenig Geld.

10.11.2016

Regional einkaufen – das wird immer beliebter. Und es ist in und um Delitzsch immer besser möglich. Hofläden bieten als Direktvermarkter fast alles, was das Herz für die alltägliche Versorgung so verlangt. Und sie engagieren sich immer mehr.

11.11.2016
Anzeige