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Delitzsch Delitzsch lässt’s bei Peter & Paul krachen
Region Delitzsch Delitzsch lässt’s bei Peter & Paul krachen
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07:46 02.07.2018
Landsknechte und viele anderen Historiengruppen sind beim Peter-und-Paul-Fest zu sehen. Quelle: Alexander Prautzsch
Delitzsch

Drei Tage Peter & Paul in Delitzsch, das hieß: Drei Tage positiver Ausnahmezustand, zusammenkommen, wiedersehen, feiern. Das war Musik, Trubel, Historie mit jeder Menge Geräusch verbunden:

„Eltern sollten bitte ihren Kindern die Ohren zuhalten. Es wird Salut geschossen“, empfahl Festzugmoderatorin Jana Bauke den Zuschauern am Marktplatz, als die Landsknechte vorm Rathaus Halt machten. Knall und Pulverdampf lösten Begeisterung aus: „Dör war jutt“ war im Publikum auf Delitzscherisch zu vernehmen. Einige Besucher hatten sich sogar mit Klappstühlen am Rande der Umzugsstrecke platziert und konnten die Turnerinnen des Eisenbahnersportvereins, die mit der Stadtfahne vorangingen, sitzend und in der ersten Reihe sehen.

Mit Böllern und Bands hat Delitzsch drei Tage lang rund um den historischen Peter-und-Paul-Markt gefeiert. Da verband sich nicht allein in der Geräuschkulisse Historisches mit Festivalatmosphäre und Partylaune.

Als Vorhut hatten die Schenkenberger Blasmusikanten schon ihr Ständchen vorm Rathaus gegeben. Ihnen folgten Herolde von Heureka, jener Gruppe von Spielleuten, Händlern und Gauklern, die auch auf dem Markt historisches Flair verbreiteten. Da zogen Knappen, Blumenmädchen, Scharfrichter, Karnevalisten und auch heutige Unternehmen vorbei. Es fehlte ausnahmsweise der Ur-Krostitzer Sechserzug. „Die Pferde waren erkrankt“, bedauerte Festumzugsorganisatorin Bärbel Felgner. Pulverdampf und mächtiges Krawumm gab’s dafür mehrfach bei Scharmützeln und historischen Gefechtsszenen.

In Riesenwasserbällen kullerten Kinder durch den Pool im Schlossgraben. Quelle: Alexander Prautzsch

Festival-Atmosphäre

Aber auch so hatten fürsorgliche Eltern ihren Kindern geräuschdämmende Ohrenschützer aufgesetzt. Denn es herrschte Festival-Atmosphäre. Acht Bühnen wurden teils von früh bis spät bespielt, nicht nur auf dem Markt und auf den Schlosswiesen oder dem Kirchplatz, wo außerdem an Ständen Hunderte Whiskey-Sorten präsentiert wurden. Auch am Wallgraben war DJ-Pult samt Bar und Grill in Position. Auf dem Wasser rosa Flamingo-Schwimmtiere, am Ufer Liegestühle und gegenüber das Riesenrad der Rummel-Meile in Sichtweite. Nicht allein Headliner wie DJ Ötzi, sondern vor allem lokale Bands sorgten für die Peter-und-Paul-Atmosphäre: Kaum rockte Plan Zwoo zum Beispiel an der Schlosswache los, schon trieb es das erste Paar auf die Tanzfläche. Trotz der frühen Abendstunden. „Wir haben eine Flasche Sekt für die Ersten, die tanzen, aber das wussten sie gar nicht“, sagte Sängerin Tina Kademann in der Pause. Die Rolle als Frontfrau der Delitzscher Band teilt sie sich mit Reni Kliche. Im normalen Leben sind die beiden Biologielaborantin und Zahntechnikerin.

Ein Ritter ist beim Scharmutzel im Stadtpark von Pulverdampf umgeben. Quelle: Alexander Prautzsch

Wasserball und Alte Schweden

Die jüngeren Festbesucher kamen bei der 2018er Stadtfest-Ausgabe auch in extra eingerichteten Zonen auf ihre Kosten: Im Graben vorm Schloss kullerten Kinder in riesigen Wasserbällen durch einen Pool, hüften an Bungee-Seilen auf dem Trampolin, kletterten im Klettergarten, auch im Schwedencamp auf dem kleinen Markt wurde gespielt. Die großen Alten Schweden und die Landsknechte hatten extra Lager aufgeschlagen. Die Skandinavier waren diesmal am Barockschloss platziert. Hier war auch mit Hartmut Schöttge alias Rittmeister Künnecke schnell ins Gespräch zu kommen, welche Signale die Türmerstochter wohl einst tatsächlich intoniert haben mochte. Hier war auch der Historischen Verein Oederan zu Gast, darunter Adrian Kuhne als Musketier: „Das ist wie ein Wochenendausflug.“ Auch Cornelia Kirsten, Chefin der Landsknechte, die auf den Schlosswiesen lagerten, war am Sonnabend wieder glücklich, denn der Freitag war spannend: „Insgesamt sind 160 Leute in 11 Gruppen da. Und die Anreise am Freitag zu Ferienbeginn war kompliziert. Unsere tschechischen Gäste kamen 800 Kilometer weit aus Brno.“

Von Heike Liesaus

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