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Delitzsch Delitzsch muss weiter auf Kreisverkehre warten
Region Delitzsch Delitzsch muss weiter auf Kreisverkehre warten
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00:17 10.07.2018
Hier fehlt Delitzsch noch ein Kreisverkehr: Das Knäuel an der Leipziger Straße soll entschärft werden. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

In Frankreich und Spanien sind sie gang und gäbe, inzwischen sind auch in Deutschland Kreisverkehre nicht mehr aus dem Straßenbild wegzudenken. Sie bringen Ordnung in den Verkehr und minimieren Risiken, kosten in der Unterhaltung weniger als energetisch teure, zu wartende und dennoch nicht vor Ausfällen gewappnete Ampeln. Auch in Delitzsch soll an so mancher Kreuzung ein Kreisverkehr her ... Nur wann?

Todeskreuzung bald ohne Ampel

Nicht vor 2020 ist mit einem Baubeginn am Knoten von Bundesstraße 183 a, Dübener Straße/Kreisstraße 7447/Gemeindeverbindungsstraße zu rechnen. Im Volksmund „Todeskreuzung“ genannt, ist der Schnittpunkt seit der Installation der Ampelanlage vor fünf Jahren allerdings kaum noch unfallträchtig. Dennoch wird am Vorhaben Kreisverkehr festgehalten. Die Landesdirektion Sachsen wird das Plangenehmigungsverfahren für den Umbau der Kreuzung in den nächsten Monaten abschließen. Danach bleibt – Stichwort Klagefrist – die Bestandskraft des Baurechts abzuwarten, es sind Grunderwerbsverhandlungen zu führen, die Ausführungsunterlagen zu erarbeiten und die Bauleistungen öffentlich auszuschreiben und die Finanzen, die in diesem Fall von Stadt Delitzsch und dem Landkreis kommen, müssen stehen.

Bahnübergangsfrage geklärt

Gute Vorzeichen gibt es auch, dass ein Kreisverkehr am fünfarmigen Knoten von Leipziger, Richard-Wagner, August-Bebel- und Elberitzstraße entstehen kann. Während für den Kreisel die Pläne schon seit Jahren in den Schubladen liegen und fest stehen, bleibt das Projekt dennoch mit der Entscheidung über den Bahnübergang in der Leipziger Straße verbunden – ein Kreisverkehrsbau ohne Lösung am Bahnübergang macht wenig Sinn beziehungsweise am Ende doppelte Arbeit, die alle mit langen Baustellensperrungen zu spüren bekämen. Die Polizei in Delitzsch beäugt die Straße und den Knoten allerdings bereits kritisch, weil es bei geschlossener Schranke immer wieder zu langen Rückstaus und damit Behinderungen kommt. Es wird in der Loberstadt grundsätzlich befürchtet, dass die Lage sich noch weiter verschlechtert, weil vor allem der Güterzugverkehr auf der Bahnstrecke zunehmen soll. Der Verkehr auf der Strecke Halle-Delitzsch-Eilenburg und weiter gen Osten wird laut Prognosen des Bundesverkehrswegeplans bis 2025 auf mindestens 114 Züge pro Tag steigen. Andere rechnen sogar mit 160 Zügen täglich, der Großteil davon Güterverkehr, dem im Vergleich zu einer Regiobahn dann entsprechend längere Schließzeiten der Schranke folgen. 40 Güterzüge am Tag, 50 Züge insgesamt seien es im Durchschnitt heute. Seit Jahren wird diskutiert, dass der Bahnübergang weg sollte, getan hat sich bislang nichts Konkretes.

Bis Jahresende Entscheidung

Es kommt aber Bewegung in das lange Verfahren: „Die Kreuzungsbeteiligten Stadt, Bahn und Lasuv sind sich grundsätzlich darüber einig, dass der Bahnübergang aus verschiedenen Gründen beseitigt werden sollte“, teilt Isabel Siebert, Sprecherin beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mit. Die notwendigen planerischen Voruntersuchungen sind beauftragt. Bis zum Jahresende 2018 soll nun feststehen, welche Variante – Straßenüberführung oder Eisenbahnüberführung – planerisch weiter geführt wird. „Es war ein sehr konstruktives Gespräch“, betont Oberbürgermeister Manfred Wilde, die Tendenzen würden gut aussehen, dass eine Lösung zum Wohle der Stadt gefunden werden kann.

Von Christine Jacob

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