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Delitzsch niest und schnupft - Erkältungswelle hält noch immer an

Delitzsch niest und schnupft - Erkältungswelle hält noch immer an

Deutschlandweit sind rund 19 000 Menschen an der Virusgrippe erkrankt. Auch Sachsen gehört zu den Regionen, in denen sich im Februar die Grippewelle deutlich ausgebreitet hat.

Delitzsch. Volle Arztpraxen sind derzeit die Regel. Täglich kommen neue Patienten mit Bronchitis oder anderen virusbedingten Atemwegserkränkungen hinzu. Auch einige richtige Grippefälle seine darunter, berichtet der Delitzscher Arzt Konrad Ronneberger und spricht von deutlich mehr Erkrankungen als in anderen Jahren. "Auffällig ist, dass diese Situation schon seit Anfang des Jahres anhält", so der promovierte Allgemeinmediziner. Wie er weiter informiert, hätten sich aber auch sehr viele Patienten in seiner Praxis die Grippeschutzimpfung geben lassen.

Im Gesundheitsamt des Landkreises Nordsachsen ließen sich in dieser Impfsaison bisher 351 Personen gegen Grippe impfen. Das sind weniger als in den Vorjahren, in denen durchschnittlich 400 Impfungen gezählt wurden. Offenbar halten sich die aus der Grippe beziehungsweise grippeähnlichen Erkrankungen resultierenden Auswirkungen im Altkreis Delitzsch noch in Grenzen. Das ergab eine Umfrage der LVZ.

Die Kreiskrankenhaus Delitzsch GmbH meldet eine saisontypische Häufung von Erkrankungsfällen bei Patienten. "Hierbei handelt es sich um akute respiratorische Infekte der oberen Atemwege, sogenannte grippale Infekte, unter denen ältere und vorerkrankte Patienten immer etwas mehr zu leiden haben. Bedingt durch die Influenza-Welle veranlassen wir bei auffälligen Krankheitsbildern Schnelltests oder spezielle Laboruntersuchungen", so Sprecherin Steffi Lehn. Bisher bestehe in beiden Häusern bei insgesamt drei Patienten ein Anfangsverdacht auf Influenza. Eine Epidemie sei in den beiden Kliniken noch nicht erkennbar.

Auch unter den Mitarbeitern gibt es eine Häufung von Erkrankungen, die das Krankenhaus aber noch als jahreszeittypisch eingestuft. Um Patienten nicht zu gefährden, legt die Geschäftsführung großen Wert darauf, dass das Personal im Erkrankungsfall zu Hause bleibt.

In der Stadtverwaltung Delitzsch lagen gestern von 19 Mitarbeitern Krankmeldungen vor, darunter zehn von Erzieherinnen aus Kitas. Und die städtische Servicegesellschaft musste auf vier Mitarbeiter krankheitsbedingt verzichten. Wie Rathaussprecherin Nadine Fuchs informiert, habe sich in den Kitas im Vergleich zur Vorwoche die Lage wieder etwas entspannt. Vor allem in der Kita "Sonnenschein" hatte die Grippewelle zugeschlagen, waren Gruppen teilweise bis auf die Hälfte reduziert. Im "Hort am Rosengarten" würden täglich ein bis zwei Kinder mit Symptomen nach Hause geschickt. Laut Fuchs haben alle Einrichtungen geöffnet, es werde jedoch entsprechend gehandelt: Hände- und Flächendesinfektionen vorgenommen, regelmäßig gelüftet. Zudem würden die Kinder noch häufiger zum Händewaschen angehalten. "Auch Bettwäsche und Handtücher werden häufiger gewaschen", so die Rathaussprecherin.

In den Delitzscher Schulen ist mit etwa 10 bis 20 erkrankten Kindern pro Schule ein der Jahreszeit entsprechend üblicher Krankenstand zu verzeichnen. Ähnlich verhält es sich bei den Lehrkräften. Das bestätigten gestern das Gymnasium und die beiden Oberschulen. Ebenfalls in den Betrieben halten sich gegenwärtig Krankheitsfälle noch in Grenzen, So spricht Frank Gröbel, Betriebsratsvorsitzender bei Ursa in Delitzsch, von Einzelfällen. In diesem Tenor stimmten gestern auch die Gemeindeverwaltungen von Krostitz, Löbnitz und Wiedemar ein.

Laut dem Robert-Koch-Institut lässt sich nicht prognostizieren, wie lang und wie schwer eine Grippewelle verläuft. Normalerweise dauert es drei bis vier Monate bis eine Influenza-Welle völlig verebbt.

https://influenza.rki.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.02.2015
Thomas Steingen

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