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Delitzsch packt die grüne Neugier

Tag der offenen Gartentür Delitzsch packt die grüne Neugier

Er ist eine Delitzscher Erfolgsgeschichte – der Tag der offenen Gartentür. 18 und damit so viele Teilnehmer wie noch nie zuvor haben sich für die diesjährige Auflage im Juni angemeldet. Und weit über die Stadtgrenzen hinaus ist der Delitzscher Tag der offenen Gartentür gefragt. Was macht diese Faszination aus?

Josephine Ortmann will dieses Jahr auch wieder Garten und Tonkunst zeigen.

Quelle: Wolfgang Sens

DELITZSCH. Von wegen verflixtes siebtes Jahr. In diesem ist der Delitzscher Tag der offenen Gartentür so gefragt wie noch nie – 18 Teilnehmer haben sich für die Auflage 2017 angemeldet. Ein wenig Voyeurismus trifft dabei auf Exhibitionismus – und fertig ist die Laube. Hunderte Besucher tummeln sich so bei freiem Eintritt in den grünen Oasen.

Ansturm aufs Private

Die meisten der am 18. Juni gezeigten Gärten sind in Privathand, waren es bei früheren Auflagen mal knapp oder rund ein Dutzend, stieg in diesem Jahr die Zahl nach Aufruf durch die Stadt an. Menschenmassen walzen durchs heilige eigene Grün, wenn die Pforten für einen Nachmittag geöffnet werden. Warum tut man sich das an? Welchen ehemaligen und künftigen Teilnehmer man auch fragt, bei jedem zaubert das Stichwort Gartentag ein Lächeln ins Gesicht. Sie erzählen von viel Arbeit und noch mehr Spaß. So wie Elke Fahr: „Es macht zwar Mühe, aber es macht auch viel Spaß“, erklärt die Delitzscherin. Ihren Fahr-Garten, einen begrünten Altstadthof, öffnet sie in diesem Jahr zum dritten Mal. Die durch und durch positive Atmosphäre zum Tag der offenen Gartentür sei Lohn für viel Arbeit von der spontanen Bewirtung der Gäste bis zum fusselig geredeten Mund. „Wir hatten schon ganz viele schöne Begegnungen mit Besuchern“, erinnert sie sich, „und ich habe viel gelernt.“ Pflanzen- und Informationstausch ergeben sich beim Gartentag.

Landpartie bis Zschölkau

Am 18. Juni sind von 13 bis 18 Uhr nicht nur Gärten im Stadtgebiet, sondern auch einige bei Landpartien nach Wannewitz, Reibitz, Quering oder Zschölkau zu besichtigen. Das erste Mal dabei ist Birgit Reichert, die ihren großen Garten in Wannewitz präsentieren will. Das Areal, ehemals ein landwirtschaftlicher Betrieb, dient inzwischen vier Familien zur Selbstversorgung. Sie habe, berichtet die Wannewitzerin, immer wieder vom Gartentag und der positiven Stimmung gehört, sich dennoch lange zurück gehalten. Nun hat sie sich ein Herz gefasst.

So auch Jörg Topfstedt, der den evangelischen Gemeindegarten präsentieren wird. „Unser Gemeindegarten war das letzte Mal vor fünf Jahren dabei und das habe ich noch in bester Erinnerung“, betont der Kantor. „Der Reiz dieses Tages liegt für mich darin, dass man mit anderen Menschen ins Gespräch kommt und sich vielleicht hier und da die ein oder andere Anregung zur botanischen Horizonterweiterung holen kann“, erzählt Jörg Topfstedt. Außerdem habe ja jeder Garten seinen eigenen Charakter beziehungsweise sei auf seine Weise beseelt. „Das zu erkunden macht Freude – ganz nach dem Motto ,Zeige mir deinen Garten und ich sage dir, wer du bist’“, freut sich Jörg Topfstedt auf den Juni.

Idee aus Niederlage heraus

Seit der Premiere 2011 lockt der Nachmittag die Menschen vor die Tür und hinter die Zäune, Mauern und Hecken. Die Idee entstand auf Initiative dreier Frauen, als es mit der Delitzscher Bewerbung um die Landesgartenschau nichts wurde. „Wir wollten die positive Energie von damals nutzen“, blickt Nadine Fuchs zurück, die den Tag auch heute noch organisiert. Bis heute sei der Tag der offenen Gartentür eine durchweg positiv besetzte Sache, die von vielen – Gärtnern und Gästen – dankbar angenommen wird. Der positive Delitzscher Drall hat sich rumgesprochen – ab diesem Jahr werden Aktionstage der offenen Gartentür an Lober, Parthe und Mulde gemeinsam beworben. Die kooperierenden Veranstalter sind die Stadt Delitzsch, eine private Grimmaer Initiative und der Zweckverband Parthenaue. Sie alle bündeln den Tag der offenen Gartenpforte am Wochenende vom 17. und 18. Juni. Ziel soll es sein, noch mehr Besucher von außerhalb für die Idee zu begeistern und sie länger an die Region zu binden.

Von Christine Jacob

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