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Delitzsch Delitzsch sucht kreative Ideen für einen attraktiveren Stadtmittelpunkt
Region Delitzsch Delitzsch sucht kreative Ideen für einen attraktiveren Stadtmittelpunkt
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06:00 13.06.2017
Wie kann der Delitzscher Markt lebendiger werden. Dafür sind am Dienstagabend kreative Ideen gefragt. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) lädt heute ab 18.30 Uhr zu einen öffentlichen Workshop ein. Bei diesem sind kreative Ideen gefragt, wie der Delitzscher Marktplatz belebt werden kann. Ziel sei es, die Delitzscher in die zukünftige Marktgestaltung einzubeziehen. Die Stadt will sich am Wettbewerb „Ab durch die Mitte“ beteiligen, bei dem Preisgelder winken. Das Motto dieses Jahr lautet „Unsere Stadt: alte Räume – neue Nutzung“. Da sei der Markt das ideale Thema, so Wilde. Die LVZ hat sich im Vorfeld der Veranstaltung umgehört und Delitzscher nach ihrer Meinung zum Markt befragt.

Schlüssiges Konzept

Dirk Jentzsch, 45 Jahre, Bankkaufmann: „Ich finde es gut, dass das Thema öffentlich diskutiert wird, denn es ist schade, dass auf dem Markt nichts los ist. Den Markt zu beleben, ist schwierig, denn es gibt am Unteren Bahnhof oder in der Eilenburger Straße viele Alternativen zum Einkaufen. Der Wochenmarkt ist nur etwas für Ältere, Berufstätige kommen dort nicht hin. Wäre ich Geschäftsmann, würde ich mir von der Stadt ein schlüssiges Konzept zum Markt wünschen, das ein reges Geschäftsleben fördert. Freies Parken zum Einkaufen wäre auch ein Punkt, denn zum Einkauf sind mir die jetzigen 15 kostenfreien Minuten zu wenig. Vergünstigungen könnten für Gewerbetreibende Anreiz sein, sich am Markt anzusiedeln. Vielleicht sollte die Stadt offensiv auf Vermieter von leer stehenden Gewerbeflächen zu gehen, sie bei der Vermietung unterstützen und mehr Werbung betreiben. Zurzeit spüre ich davon nichts.“

Mehr Geschäfte

Christian Letzel, 35 Jahre, Geschäftsmann: „Es ist ganz sicher ein schwieriges Vorhaben, den Markt so zu gestalten, dass er von den Leute deutlich mehr angenommen wird. Mehr Geschäfte täten ihm gut. Allerdings kann ich mich daran erinnern, dass es einige mir bekannte Geschäftsleute versucht haben, dort Läden zu betreiben. Auf Dauer ist das leider nicht gelungen. Vielleicht sollte man sich auch um die Verkehrsführung Gedanken machen. Zum Anhalten gibt es nicht viele Gründe. Eigentlich lockt es doch keinen so richtig ins Zentrum der Stadt. Die Verlagerung erfolgte immer weiter in Richtung Bahnhof. Eine Entwicklung, die nicht zweckmäßig sein kann für diese Stadt. Vielleicht fehlen auch aussagekräftige Wegweiser, wo ich was finde, bereits an den Zufahrten der Stadt.“

Latoya Rauscher, 16 Jahre, Schülerin: So oft bin ich nicht auf dem Delitzscher Markt. Er ist mir zu trist, es fehlt mir an farbigen Hinguckern. Mehr Pflanzkisten mit bunt blühenden Pflanzen könnte ich mir gut vorstellen. Ansonsten habe ich eigentlich keinen Grund, den Markt zu besuchen. Es fehlt irgendwas, was die Leute anzieht. Aber was? Da bin ich momentan auch überfragt.“

Wochenmarkt splitten

Jessica Wiedling, 35 Jahre, Immobilienkauffrau: Vielleicht wäre es besser, den Wochenmarkt ein einem Tag vormittags und an einem anderen nachmittags durchzuführen. Zudem erwarte ich, dass sich dort mehr regionale Erzeuger präsentieren. Die gesamte Marktfläche sollte in die Alltagsnutzung besser integriert werden. Ich könnte mir beispielsweise Spielfelder vorstellen, die an Tagen ohne Wochenmarkt der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. An Wochenenden in den Sommermonaten sollten Gastronomen die Möglichkeit der Verlagerung ihres Freisitzes auf dem Markt erhalten, um damit einen ansprechend großen Freisitz zu schaffen.

Ein Wasserspiel

Nicole Hesse, 30 Jahre, Hausfrau: „Ein Wasserspiel oder kleiner Brunnen wäre für Kinder schön. Das könnte den Marktplatz beleben. Es muss ja kein großer Spielplatz sein, aber vielleicht eine kleine Wippe.“ Für Patrick Frieß (32), mit dem sie mitsamt Kind im Wagen unterwegs ist, bräuchte es die nicht, aber auch er wünscht sich etwas: „Diese Aktionen wie den Frühlings- und Genussmarkt neulich fand ich gut. So etwas sollte es öfter geben.“

Sven Werner, 30 Jahre, Produktionsarbeiter: Ich finde es traurig, dass der Markt fast nur noch zu Anlässen wie dem Stadtfest mit Menschen voll ist. Vor zehn Jahren war da noch mehr los. Jetzt macht auch in der Breiten Straße Laden um Laden zu. Diese ganzen kleinen Händler sollten gestärkt werden. Vielleicht mit weiteren Festivals. Oder mehr verkaufsoffene Sonntage könnten wieder mehr auf den Markt locken.

Von Thomas Steingen, Ditmar Wohlgemuth, Manuel Niemann

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