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Delitzsch Delitzsch und Bitterfeld wollen noch mehr Kooperation
Region Delitzsch Delitzsch und Bitterfeld wollen noch mehr Kooperation
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00:43 29.04.2018
Neu besiegelt: Armin Schenk (rechts), Oberbürgermeister Bitterfeld-Wolfen, und sein Delitzscher Amtskollege Manfred Wilde präsentieren ihre Städte-Kooperation am Grillplatz Ludwigsee. Quelle: Wolfgang Sens
Holzweißig/Delitzsch

Das Rund aus Granitbänken und -tischen mitten im Wald, in dessen Zentrum eine Feuerstelle mit Grillrost darüber zu finden ist, nahm sich als Platz fürs Unterzeichnen einer amtlichen Urkunde auf den ersten Blick ein wenig ungewöhnlich aus. Doch auf den zweiten Blick war der Grillplatz am Ludwigsee im Goitzsche-Gebiet zwischen Bitterfeld-Wolfen und Delitzsch natürlich genau der richtige. Denn die Oberhäupter dieser beiden Städte besiegelten mit ihrer Unterschrift den Kooperationsvertrag zwischen den beiden Kommunen neu und setzten gleich ein bisschen davon um. Sie machten Reklame für den touristischen Treffpunkt. Der ist vom Holzweißiger Waldparkplatz in einer Viertelstunde zu erwandern, liegt nahe der Grenze, aber immer noch auf dem Territorium, das Armin Schenk (CDU) als Oberbürgermeister Bitterfeld-Wolfens seit einem Jahr vertritt. Seitdem hat er seinen Delitzscher Amtskollegen natürlich schon öfter getroffen. Aber Manfred Wilde (parteilos) vermutete, dass sie sich vor viel längerer Zeit auf der Arbeit gesehen haben könnte. Denn beide arbeiteten Ende der 1980er-Jahre im Wolfener Filmwerk: „Armin Schenk sicher schon als Ingenieur und ich noch als Elektriker.“ Wilde hatte Museumswissenschaften später nebenberuflich studiert.

Grenz-Pendelei

Der Wechsel zwischen kommunalen Grenzen, die hier auch Landesgrenze sind, ist weder dem Delitzscher Stadtoberhaupt, noch seinen Mitbürgern in Sachsen und Sachsen-Anhalt fremd. Es wird gependelt, egal, ob nun auf Lebens-, Arbeitswegen oder in der Freizeit. Auf dem Grillplatz sollte nun laut Wilde „ein Brikett nachgeschoben werden“, um das Kooperations-Feuer zu bewahren. Das ist nötig, weil es auf anderen Ebenen durchaus Grenzprobleme gibt. Egal, ob nun bei Landesplanungen im Hochwasserschutz oder mit Kommunalgesetzen. „Zum Glück sind manche Probleme auf der Ebene zwischen den Kommunen ganz einfach zu regeln“, so Schenk.

Gemeinsame Vermarktung

Der Vertrag setzt auch die „Verschmelzung der Standortvorteile zu einem regionalen Gesamtbild“ und die „Optimierung der Wegeanbindung im Seenverbund Landschaftsraum Goitzsche“ zum Ziel. Vor allem die Zusammenarbeit zur Vermarktung der kulturellen und touristischen Angebote soll verstärkt werden. „Wir machen gegenseitig auf Veranstaltungen aufmerksam. Wir haben bei uns in der Touristinfo Material aus Bitterfeld-Wolfen, insbesondere zum Radwege-Netz vorrätig, und dort gibt es auch die Infos über unser Barockschloss“, so Manfred Wilde zum aktuellen Stand. Themen des neuen Vertrages sind ebenso demografischer Wandel und Fachkräftemangel. Letztendlich spiele da selbst die Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch eine Rolle, erklärte der Delitzscher Oberbürgermeister. „Der gute Eindruck, mit dem sich die Region bei den Tausenden Lehrgangsteilnehmern ins Gedächtnis verankert, bringt sie nach der Beendigung ihrer militärischen Laufbahn vielleicht als Fachkräfte zurück.“

Kosten-Nutzen-Verhältnis

Wie viel Geld müssen die Städte aufwenden, um eine solche Vereinbarung mit Leben zu erfüllen? Genutzt würden die Kräfte, die ohnehin in den Fachbereichen der Rathäuser vorhanden sind. „Die Frage ist viel eher, was es wohl kosten würde, wenn man sie nicht hätte“, brachte es die Delitzscher Pressesprecherin Nadine Fuchs auf den Punkt, die regelmäßig mit ihren Bitterfelder Kollegen in Kontakt steht und deshalb Bescheid weiß, woran die Nachbarstadt gerade arbeitet.

Von Heike Liesaus

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