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Delitzsch verleiht Bürgerpreis an Ehrenamtler

Delitzsch verleiht Bürgerpreis an Ehrenamtler

tyfka und Karl-Heinz Kademann sind die Träger des Delitzscher Bürgerpreises. Im Rahmen eines Festaktes wurde er am Sonnabend den drei Delitzschern als Dank für ihr Ehrenamt überreicht.

Die Ausgezeichneten: Ute Polifka, Matthias Rößler und Karl-Heinz Kademann.

Quelle: Alexander Prautzsch

Delitzsch. Dank sagen. Darum ging es am Samstagabend im Delitzscher Bürgerhaus. Jenen, die sich seit Jahren oder gar Jahrzehnten um die Belange der Stadt kümmern. Rund 200 Eingeladene standen auf der Gästeliste, insbesondere Monheimer und Friedrichshafener. Vieles in Delitzsch wäre ohne die Hilfe der Partnerstädte nicht oder erst später zustande gekommen. Aber auch viele Delitzscher saßen im Saal, nicht ahnend, was dieser Abend an Überraschungen für sie bringen möge. Auch sie engagiert, nimmer müde, doch selten im Blick der Öffentlichkeit. Um Letztgenanntes zu ändern, vergibt die Stadt ihren Bürgerpreis. Zum fünften Mal inzwischen, alle zwei Jahre. Die Auszeichnung ist mit je 500 Euro dotiert, vergeben in den Kategorien Sport, Kultur und Soziales. 13 Frauen und Männer schafften es diesmal in die Reihe der Nominierten. Eine Jury, unter anderem aus den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates, hatte zu entscheiden.

CDU-Fraktionschef Mathias Plath zollte am Pult einem inzwischen fast 80-Jährigen Respekt, der wie kaum ein anderer die Geschicke des Deutschen Roten Kreuzes in Delitzsch prägte: Karl-Heinz Kademann. "Menschen wie er bilden das Rückgrat des DRK. In der Vorstands- und Präsidiumsarbeit gab und gibt es ein großes Spektrum an Themen, denen er sich mit Hingabe widmete. Zum Beispiel die Arbeit mit den Ortsvereinen, die Jugendarbeit, die Wasserwacht, die Blutspendeaktionen." Er koordinierte Großübungen, baute in Delitzsch den Rettungsdienst auf. Kademann, gebürtiger Leipziger, war einst als junger Assistenzarzt nach Delitzsch gekommen - sein damaliger Chef brachte ihn mit dem Roten Kreuz zusammen. 54 Jahre als Vorsitzender beziehungsweise Präsident des DRK-Kreisverbandes sind daraus geworden, begleitet von mehreren namhaften Auszeichnungen. Den Bürgerpreis in der Kategorie Soziales sieht der frühere Oberarzt als weiteren Höhepunkt. Zum Jahresende wolle er aber in die zweite Reihe treten. "Nun ist die junge Generation am Zuge", sagte Kademann im LVZ-Gespräch, der auch dem Jugendrotkreuz viel Zeit widmete.

Die Jugend, die Nachfolgenden: Bei den beiden weiteren Preisträgern haben sie ebenfalls hohen Stellenwert. Ute Polifka ist die gute Seele des Reit- und Voltigiervereins (RVV) Schenkenberg. Sie erfüllte sich dort den Wunsch ihres Lebens, reiten zu lernen, und macht im Gegenzug seit mehr als 20 Jahren den Verein wunschlos glücklich. Jedenfalls, wenn es um all die kleinen Dinge des Alltags geht: Grünpflege, Reparaturen, Reinigungsarbeiten. "Ich habe viele Eltern, die mich unterstützen", relativierte sie. Trotzdem: "Die Preisträgerin in der Kategorie Sport hat den Verein mit aufgebaut", würdigte Laudator Uwe Bernhardt (Freie Wähler). Und insbesondere Kinder liegen der 50-jährigen Ex-Kindergarten-Erzieherin sehr am Herzen.

Matthias Rößler geht es genauso. Seit 25 Jahren organisiert er Ferienlager für 8- bis 16-Jährige bei Priepert in Mecklenburg-Vorpommern - seit 13 Jahren als Chef des Delitzscher Vereins Frösis Feriencamp. Er und seine Betreuer nehmen extra Urlaub, um jährlich rund 120 Kindern eine entdeckungsreiche Auszeit zu bieten. Einige Sprösslinge können sogar kostenlos mit - ein Angebot für sozial schwache Familien. "Sponsoren und Unterstützer sind sehr wichtig. An Kindern und Jugendlichen dürfen wir nicht sparen", betont der 59-Jährige, der mit fünf Geschwistern aufwuchs und für sein Engagement 2004 den Mühlenpreis erhielt. Er wolle weitermachen, versichert Rößler, so lange ihn die Beine tragen.

kay würker

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