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Delitzsch Delitzsch will grüner werden – Blühwiesen und Erholungsflächen geplant
Region Delitzsch Delitzsch will grüner werden – Blühwiesen und Erholungsflächen geplant
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00:32 14.05.2018
Der Delitzscher Norden ist trist und grau, er braucht das Projekt Stadtgrün auch, um das Versprechen auf den Werbetafeln wahr zu machen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Was die bürokratischen Mühlen betrifft, ist die „Zukunft Stadtgrün“ für Delitzsch besiegelt. Die Gebietskonzeption fürs Förderprogramm des Bundes ist gefasst. Dass dabei zunächst der Fokus auf dem Wallgraben liegt, schmeckt allerdings nicht jedem. Es wird Kritik laut, dass dieses Programm die Altstadt bevorzuge. „Bei uns ist seit Jahren nichts passiert, außer mal ein paar Fassaden bunt anzumalen“, beklagt sich ein Anwohner aus dem Delitzscher Norden gegenüber der LVZ. Was ist dran an solchen Vorwürfen?

Klima soll verbessert werden

Die Stadt hat bei der Förderstelle ein insgesamt auf 62 Hektar ausgedehntes Vorhaben eingereicht. Geplant ist die Sicherung des Wallgrabens, Blüh- und Schmetterlingswiesen in der Loberaue und in den Wohngebieten Nord und West sowie die Begrünung von Erholungsflächen im Norden. Bis 2022 sollen die zwei Hauptthemen „Sanierung des Wallgrabens“ und „Klimaanpassung im Stadtteil Nord“ erledigt sein. Aus graugrauer Blockwelt soll Grün werden: Zwischen den nah beieinander stehenden und großen Wohnblöcken im Norden staut sich an heißen Tagen die Hitze. Abhilfe sollen Grünflächen schaffen, die als sogenannte Kaltluftschneisen fungieren. Sie ermöglichen das Abströmen der heißen Luftmassen und damit nachhaltig die Klimaanpassung. Auf den Flächen abgerissener Wohnblöcke sollen grüne Erholungsoasen entstehen, Blüh- und Schmetterlingswiesen angelegt werden – Ideen dazu werden bereits gesammelt. Starten könnte die Begrünung Ende des Jahres, parallel zu den ersten Arbeiten am Wallgraben.

Wiesenfest konzentriert sich auf Norden

Unter dem Motto „Delitzsch blüht auf“ veranstaltet der Landschaftspflegeverband (LPV) zusammen mit Stadt, Wohnungsgesellschaft und Wohnungsbaugenossenschaft am Freitag, dem 25. Mai, von 14 bis 18 Uhr ein Wiesenfest im Wohngebiet zwischen Alexander-Puschkin-Straße und Lessingstraße. Um einen Beitrag gegen das Insektensterben zu leisten, werden einige Grünflächen in eine naturnahe Behandlung überführt. Der LPV präsentiert die aktuellen Projekte sowie die Ergebnisse eines Ideenaufrufs.

Programm für ganze Stadt

„Das Programm ist für Delitzsch insgesamt gedacht und zieht sich fast durch die komplette Stadt“, betont Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), „der Wallgraben ist aber natürlich ein wesentlicher Bestandteil, weil es dort die größten Defizite und die höchste Dringlichkeit gibt. Und am Ende ist auch der Wallgraben für alle Delitzscher gedacht.“ Das Problem: Seit der Wende ist am künstlichen Gewässer rund um den historischen Stadtkern nichts mehr passiert, der Wallgraben verkrautet und verschlammt immer mehr. Die Bestände von Fischen und anderen Wassertieren sind gefährdet, der Wallgraben könnte kippen. Bester Laune haben derzeit höchstens die Ratten, die zusehends zum Problem werden. Anders als vor 27 Jahren wird diesmal nicht der Wallgraben in Gänze trockengelegt. Diesmal wird es drei Bauabschnitte geben, beginnend an der Seite des Halleschen Turms. Mit Kosten von bis zu zwei Millionen Euro rechnet die Stadt und hat einen Aufstockungsantrag für das Programm „Zukunft Stadtgrün“ gestellt, bei dem bislang erst eine halbe Million Euro Förderung zugesagt ist. Das Bundesumweltministerium will die Delitzscher Stadtgrün-Vorhaben wissenschaftlich begleiten.

Von Christine Jacob

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