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Delitzsch will neues Wohngebiet am Stadtpark ausweisen

Bauplätze Delitzsch will neues Wohngebiet am Stadtpark ausweisen

In der Stadt Delitzsch gibt es derzeit kaum freie Bauplätze für Häuslebauer. Alle ausgewiesenen Wohngebiete sind ausgeschöpft. Nun will die Stadt das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei zu einem Gebiet für den privaten Wohnungsbau entwickeln. Der Stadtrat soll am Donnerstag dazu die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschließen.

Blick in den Chronist-Lehmann-Weg: Wo einst die Regionale Initiative Delitzsch Tafelgärten bewirtschaftete, sollen künftig Eigenheime entstehen.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. Die steigende Nachfrage nach Bauflächen in der Stadt Delitzsch ist ungebrochen und kann durch bereits erschlossene Baugebiete nicht mehr abgedeckt werden. „Die ausgewiesenen Wohngebiete für den privaten Wohnungsbau in den Bebauungsplangebieten „Sandmark“, „Werbener Teich“, „Südliches Heimfeld“ und „Kertitz Kleinwölkau“ sind vollständig vergeben und weitgehend auch bebaut“, erklärt Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Alternativgebiete wie die Scheunenstraße in Beerendorf sind ebenfalls ausgeschöpft. Bis auf wenige Restflächen am Schützenplatz stünden derzeit keine weiteren Flächen für den Eigenheimbau im Stadtgebiet beziehungsweise in stadtnahen Bereichen zur Verfügung, so der OBM weiter.

Stadtrat soll Bebaungsplan beschließen

Nun beabsichtigt die Stadtverwaltung, in exponierter Lage am Stadtpark das zirka 1,5 Hektar große Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei im Chronist-Lehmann-Weg als neues Wohnbaugebiet auszuweisen. Dazu liegt dem Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag eine Beschlussvorlage vor. Mit dieser soll das Gremium den Bebauungsplan „Alte Stadtgärtnerei“ beschließen. Nach Standortaufgabe der alten Stadtgärtnerei durch die Regionale Initiative Delitzsch (RID) bestünde nun die Möglichkeit, diese Flächen durch Aufstellung eines Bebauungsplanes (B-Plan) kurzfristig als allgemeines Wohngebiet zu entwickeln, begründet Wilde.

Die Grundstücke sind teilweise bebaut. Neben einem Wohnhaus stehen dort einige für die damalige Gärtnerei benötigte Nebengebäude. Wegen unzureichender Sanierung in der Vergangenheit ist ihr Zustand aber so schlecht, dass eine sinnvolle Sanierung unrentabel wäre. Deshalb wurden die baulichen Anlagen in das vom Stadtrat im Sommer 2015 beschlossene integrierte Stadtentwicklungskonzept als Brachen aufgenommen.

Alle Flurstücke im Geltungsbereich des B-Planes befinden sich im Eigentum der Stadt Delitzsch. Mit der angestrebten Bauleitplanung können somit Grundstücke für den privaten Wohnungsbau bereit gestellt werden.

1914 bezieht Fritz Naujokat neu gebaute Villa

Vor über 100 Jahren begann Fritz Naujokat damit, an diesem Standort eine Gärtnerei aufzubauen. 1914 bezog er seine Villa. Weitere Bauwerke entstanden auf dem Gelände 1928, 1949 und 1988. Mit der Bewerbung für die Landesgartenschau 2015 rechnete sich die Stadt Delitzsch schon einmal Chancen aus, das Areal zu entwickeln. Als Ziel formulierte seinerzeit die Stadt, den Standort als Plattform für praxis-, problem- und lebenslang orientiertes Lernen unter dem Dach der RID weiterzuentwickeln. Dieses Ansinnen scheiterte. Das Gebiet nun als Wohngebiet am Stadtpark zu vermarkten, dürfte bei der gegebenen Nachfrage Erfolg versprechender sein.

Von Thomas Steingen

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