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Delitzsch Delitzsch will zum Sächsischen Burgenland gehören
Region Delitzsch Delitzsch will zum Sächsischen Burgenland gehören
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00:35 27.05.2018
Ob nun Schulze-Delitzsch-Ruhm, Tiergarten oder Schloss – die Stadt Delitzsch hat Touristen einiges zu bieten. Nur die Seenlandschaft wird künftig wohl keine Rolle mehr spielen. Quelle: Fotos: Wolfgang Sens
Delitzsch

Delitzsch soll kein weißer Fleck in der Tourismuslandschaft sein, will professionell repräsentiert werden und mehr Gäste locken. Allein mit eigener Kraft gelingt das kaum. Daher strebt die Stadt nun die Mitgliedschaft im Verein „Sächsisches Burgenland“ an, erhofft sich Werbeeffekte und mehr. Dabei mischt Delitzsch auf eigenen Wunsch bei einem der wichtigsten Tourismusvereine der Region gar nicht mehr mit und wird endgültig mit dem Neuseenland brechen.

Kosten pro Einwohner

Gut drei Jahre ist es her, dass Delitzsch von der Landkarte des Leipziger Neuseenlands verschwunden ist, indem die Stadt sogar den preiswerteren Kooperationsvertrag auslaufen ließ. Damals wurde vor allem mit finanziellen Argumenten begründet, warum Delitzsch die 25 000 Euro für eine Mitgliedschaft nicht zahlen wollte – die Kooperation gab es für gut 11 000 Euro. 25 000 Euro jährlich, einen Euro pro Einwohner, will die Stadt nun aber in die Mitgliedschaft im Sächsischen Burgenland gerne investieren. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Delitzsch will mitmischen

„Wir dürfen uns doch nicht ganz abkoppeln“, erklärt Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) den Sinneswandel. Man habe einen Verband gesucht, der die Stadt gut repräsentieren kann und sei beim Sächsischen Burgenland fündig geworden. Auch Kommunen wie Wurzen, Grimma, Bad Lausick, Döbeln oder Rochlitz spielen dort mit. „Es wäre absurd, mit dem Werbeliner See im Neuseenland zu sein“, argumentiert der Bürgermeister – schließlich gilt dort bekanntlich zugunsten des Naturschutzes Nutzungsverbot, von touristischer Vermarktungsmöglichkeit ist der See direkt vor den Toren der Stadt also weit entfernt.

Ziele sollen beworben werden

Dagegen kann man mit anderen Pfunden wuchern. Delitzsch verbucht jährlich bis zu 28 500 Besucher im Barockschloss, der Tiergarten schaffte 2017 den Rekord von 73 000 Gästen. Und auch mit dem Welterbe-Ruhm dank Hermann Schulze-Delitzsch kann man sich am Lober brüsten. Die meisten Touristen, die den Weg nach Delitzsch finden, sind Tagesausflügler. Der typische Übernachtungsgast kommt als Tagungsgast, Handwerker oder Handelsreisender sowie mal als Hochzeitsgast – Tourist im eigentlichen Sinne ist er also nicht. Der Tagestourist bleibt die große Zielgruppe. Die Verweildauer in und um Delitzsch würde man natürlich gerne erhöhen, mehr Gäste locken, die auch länger bleiben. Als Mitglied im Tourismusverein Sächsisches Burgenland bestehe für Delitzsch die Chance, „überregional strategisch“ eingebunden zu sein, argumentiert Wirtschaftsförderer Alexander Lorenz. Barockschloss, Altstadt sowie Tiergarten sollen in den Fokus der touristischen Vermarktung gesetzt werden. Dafür gibt es Messen, Magazine und Themenwerbungen, die Delitzsch als Mitglied des Burgenlands mitnehmen könnte. Zudem können dank so einer Mitgliedschaft hohe Fördersätze bei touristischen Infrastrukturvorhaben in Anspruch genommen werden.

Kein Geld mehr für Seenkoordinator

Mit dem Neuseenland wird die Stadt auch an weiterer Stelle Schluss machen. Zwar wurde die Kooperation nicht zur Mitgliedschaft, dennoch wurde der Seenkoordinator mitfinanziert. Für die Stadt betrug die anteilige Vergütung bis 2017 noch 13 300 Euro, seit diesem Jahr 3500 Euro jährlich. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2018 soll nun die Mitfinanzierung des Seenkoordinators von Seiten der Stadt vollkommen beendet werden.

Von Christine Jacob

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