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Delitzsch Delitzsch wird Umleitungsstrecke für Züge
Region Delitzsch Delitzsch wird Umleitungsstrecke für Züge
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00:15 08.11.2016
Wer nicht flott genug ist, kann am Schlängelgitter echte Probleme bekommen. Quelle: Montage: Wolfgang Sens
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DELITZSCH

Rund um den Oberen Bahnhof Delitzsch droht schon bald akustischer Ausnahmezustand. Etliche Züge werden ab den Weihnachtsfeiertagen über die sogenannte Verbindungskurve an der Anna-Zammert- und Körnerstraße rollen. Züge an sich können schon laut genug sein, mindestens zweimal pro Stunde werden sie über die Gleise rollen – vor allem wird jedes Mal laut gehupt. Bis ins Frühjahr soll das so gehen.

Einzige praktikable Möglichkeit

Hintergrund sind Bauarbeiten der DB auf der Strecke Bitterfeld-Halle. Nachdem bei der DB Netz zuerst vom Start der Bauarbeiten und damit Umleitungsbeginn am 6. Januar ausgegangen wurde, spricht das Unternehmen auf LVZ-Anfrage nun von einem Baustart am 27. Dezember. Bis 18. April – so der Planungsstand bisher – wird gebaut. Nicht gerade glücklich in diesem großen Ganzen: Die Stadtverwaltung ist bislang noch nicht offiziell von der Bahn über die Umleitung informiert worden. Dabei ist der ab Jahresende gesperrte Streckenabschnitt Halle-Landsberg, wo die Fahrbahn saniert wird, recht wirkungsvoll für Delitzsch. Während auf der Strecke im Nachbarland über Monate erstmal nichts rollt, rollt umso mehr über hiesige Gleise, die sonst kaum frequentiert sind. „Die Umleitung erfolgt, da zur Sanierung der festen Fahrbahn eine gleichzeitige Sperrung beider Gleise erforderlich ist. Es ist die einzige praktikable Möglichkeit, um von Halle nach Bitterfeld beziehungsweise in die Gegenrichtung zu kommen“, so Bahnpressesprecher Jörg Bönisch. Die Reisezeit verlängert sich auf der Umleitungsstrecke um 10 bis 15 Minuten.

Akustische Signale

Durchschnittlich 17 Fernverkehrszüge werden nach offiziellen Angaben der zuständigen DB Netz über die sogenannte Verbindungskurve fahren. Die Zahl kann nach Angaben der Bahn aber zwischen 13 und 20 Stück täglich schwanken. Zudem rechnet die Bahn mit acht Nahverkehrszügen jeweils am Samstag und Sonntag sowie elf solcher Züge täglich zwischen Montag und Freitag. Es werden also tagsüber im Durchschnitt zwei Züge pro Stunde sein. Hinzu kommen werden noch durchschnittlich fünf Güterzüge pro Tag, plus X. Denn konkrete Angaben zum Güterverkehr sind schwer, weil das Geschäft nach Konjunktur und Saison arg schwanken kann. Klar beziffern können es dann vielleicht nach mehr als 100 Tagen Umleitung die Anrainer. Denn jeden Zug werden sie dank des Hupens deutlich hören. Da der Gleisstrang, der die Strecken Bitterfeld-Leipzig und Eilenburg-Halle miteinander verbindet, neben dem beschrankten Bahnübergang der Körnerstraße auch den Fußweg direkt zur Anna-Zammert-Straße kreuzt, sind die Lokführer verpflichtet, dieses akustische Signal zu setzen, bevor sie im für die Umleitung vorgesehehen gedrosselten Tempo von 40 Stundenkilometern die Kurve passieren.

Schranken länger unten

Der Fußweg schließlich ist durch ein sogenanntes Schlängelgitter insofern gesichert, dass Passanten nicht einfach so auf die Gleise gehen können, sondern erst durch diese Umlaufsperre müssen – was mit Rollator oder Kinderwagen zeitlich aber knapp werden kann. Die Umlaufsperre würde aber dem Regelwerk entsprechen, betont die Bahn.

Es muss durch die Umleitung und das Mehr an Zügen auf der Strecke zwischen Delitzsch und Halle auch mit längeren Schließzeiten an den Bahnübergängen Leipziger und Schkeuditzer Straße gerechnet werden.

Von Christine Jacob

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