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Delitzsch Delitzsch zweifelt Kleinkläranlagen für Poßdorf an
Region Delitzsch Delitzsch zweifelt Kleinkläranlagen für Poßdorf an
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17:52 29.08.2018
Poßdorf ist zwar Teil von Delitzsch, aber auch Teil des AZV Unteres Leinetal Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Poßdorf/Delitzsch

Eigentlich ist es beschlossene Sache, dass die Bürger im Delitzscher Ortsteil Poßdorf auf eigene Kosten Kleinkläranlagen zur Abwasserentsorgung bauen müssen. So hat es die Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands Unteres Leinetal (AZVUL) bereits im Mai entschieden. Passiert ist seither aber nichts, keiner will bauen, also baut auch keiner. Und das mit Verständnis, ja fast schon Segen von ziemlich weit oben.

OBM Wilde hat Bedenken

Es gibt laut Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) erhebliche Bedenken hinsichtlich der Kostenschätzungen. Der AZVUL rief Werte von einigen tausend Euro, konkret bis zu 5000 Euro für den Bau einer Kleinkläranlage für einen durchschnittlichen Haushalt auf. Diese Kosten seien sehr wahrscheinlich nicht zu halten, so das Stadtoberhaupt, da im Delitzscher Ortsteil mit Schichtenwasser zu rechnen sei und damit auch mit „exorbitanten“ Kostensteigerungen in die Höhe von einigen zehntausend Euro pro Kleinkläranlage. Man habe seitens der Stadtverwaltung nun den Abwasserzweckverband geraten, Landratsamt und Untere Wasserbehörde zu kontaktieren.

Aufgaben nicht auf Bürger abladen

Noch immer sei nicht schlüssig untersetzt, warum die Bürger in Poßdorf die Anlagen zur Abwasserentsorgung selbst bauen müssen, kritisiert Wilde weiter. Der AZVUL argumentiert wiederum, dass die Kleinkläranlagen die wirtschaftlichste Lösung seien und anderes zu Mehrkosten und einem Gebührensprung für alle geführt hätte. Diese Einschätzungen allerdings zweifelt die Stadt Delitzsch an und kritisiert, dass eine Verbandsaufgabe auf die Bürger abgeladen werde. Zudem will Wilde, dass der Gleichheitsgrundsatz verfolgt und hergestellt wird: „Man kann die Poßdorfer Bürger nicht unfairer behandeln als andere im Verbandsgebiet.“

Poßdorf und Spröda aus Verband

Die Stadt Delitzsch will weiterhin dafür eintreten, dass ihre Ortsteile Poßdorf und Spröda aus dem Verbandsgebiet des Unteren Leinetal entlassen werden. Dagegen hatten sich in der Vergangenheit die anderen Verbandskommunen, zuletzt speziell Löbnitz ausgesprochen, da mit dem Austritt wiederum Kostensteigerungen für die verbliebenen Bürger befürchtet werden. Verbandschef Volker Tiefensee hatte den Auftrag, jene Unterlagen beizubringen, die nötig sind, um das erneute Austrittsgesuch der Stadt Delitzsch zu prüfen. Diese Zahlen sollen inzwischen vorliegen. Mit der Unklarheit über die Kleinkläranlagen-Frage in Poßdorf würden sie aber einer Grundlage entbehren, heißt es im Delitzscher Rathaus. Zuerst müssten alle Fragen um die technische Umsetzbarkeit einer Abwasserlösung im Delitzscher Ortsteil geklärt werden, im zweiten Schritt die Fairness gegenüber den Poßdorfern einziehen – dann könne man diskutieren.

Von Christine Jacob

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