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Delitzsch Delitzscher AfD holt sich Parteivize ins Bürgerhaus
Region Delitzsch Delitzscher AfD holt sich Parteivize ins Bürgerhaus
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00:19 29.07.2017
„Hören Sie mich?“ Nordsachsens Direktkandidat Detlef Spangenberg testet das Mikrofon für seine AfD-Vizeparteichefin Beatrix von Storch. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Sie kam am Montagabend verspätet über die Hintertür auf die Bühne des Delitzscher Bürgerhauses. Beatrix von Storch, stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD und Mitglied des Europäischen Parlaments, entschuldigte sich, klagte über den Zustand der Bundesautobahn 9 und wurde von etwa 70 Anhängern und Interessierten erwartet. Die wiederum huldigten mehrfach mit Beifall den Äußerungen der 46-Jährigen.

Taschenkontrollen am Eingang

Personenschützer hatten zuvor die Lage für von Storch akribisch überprüft, auch der AfD-Kreisverband Nordsachen hatte mit eigenen Kräften für Sicherheit gesorgt. Taschen wurden kontrolliert, Regenschirme mussten draußen bleiben. Alle ließen die Prozedur unaufgeregt über sich ergehen. Warum dieser Sicherheitsaufwand nötig sei, begründet von Storch in ihrer gut einstündigen Rede unter anderem damit, dass ihrer Partei kein fairer Wahlkampf ermöglicht werden. Veranstaltungen könnten in manchen Regionen nur mit Polizeischutz erfolgen. Termine könnten erst kurzfristig bekanntgegeben werden, weil sonst Störer zu befürchten seien. Doch nicht nur mit der Antifa müsse man dann rechnen, auch gegen Staatsorgane gehe man mittlerweile gerichtlich vor, um verbindliche Rechte zu sichern. Für die Delitzscher Veranstaltung, Versammlungsleiter war der stellvertretende Kreis-Vorsitzende Volker Wauter, wurde dagegen frühzeitig mit Plakaten an Straßenlampen geworben. Das neue Plakat von Parteichefin Frauke Petry mit ihrem jüngsten Kind war allerdings nicht zu sehen. Es gab keine Zwischenfälle.

Direktkandidat überbrückt die Zeit

Um Zeit zu überbrücken, redete zunächst Direktkandidat Detlef Spangenberg. Der 73-jährige Landtagsabgeordnete sprach über die Gefahren, die Deutschland drohen und landete letztlich beim Thema Ausländer und Kriminalität.

Von Storch referierte dann zur Frage: Wie weiter mit Deutschland? und wandte sich direkt an die Besucher des Bürgerhauses: „Wer ist nicht Mitglied der AfD?“. Die übergroße Mehrheit meldete sich. Sie wertete das Kommen der Leute als „Sorge um dieses Land“, dass unbedingt einen „Kurswechsel“ bräuchte und schwenkt auch auf das Thema Flüchtlinge. Die müssten nicht integriert werden, „da sie nur kurz hier Schutz suchen und dann wieder gehen“. Anders sei es bei Migranten.

Medienberichte zitiert

Von Storch griff Meldungen in den Medien der vergangenen Tage auf, bezog sich auf Studien, zitierte Politiker und bewertete sie aus Sicht der AfD. Auch Begriffe wie die „radikalisierte Mitte der Gesellschaft“ fielen. Für von Storch ist „Frau Merkel die Radikale“. Über einen Fragesteller, der offenbar nicht AfD-Sympathisant war, freute sie sich. Das Miteinanderreden gefalle ihr deutlich besser als sich bespucken zu lassen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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