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Delitzsch Delitzscher Azubis sauer: Sie sollen jetzt nach Leipzig zur Berufsschule
Region Delitzsch Delitzscher Azubis sauer: Sie sollen jetzt nach Leipzig zur Berufsschule
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19:00 16.05.2016
Wollen auch im zweiten Ausbildungsjahr die Berufsschule in Delitzsch besuchen – die Lehrlinge in der Ausbildungsrichtung Kaufmann für Büromanagement. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Derzeit besuchen zehn Auszubildende des 1. Lehrjahres, die den Beruf Kaufmann für Büromanagement in der Klasse KBM-15 erlernen, das Berufsschulzentrum (BSZ) in Delitzsch. Alle kommen aus Nordsachsen, der Großteil von ihnen wohnt in Delitzsch oder Bad Düben. Und wie Klassensprecherin Sarah Holländer sagt, ist die Klasse dankbar, das Privileg einer sehr individuellen Vermittlung von theoretischen Kenntnissen in diesem überschaubaren Rahmen genießen zu können. „Wir identifizieren uns mit dem BSZ Delitzsch und können uns die Fortsetzung unserer Ausbildung an einer anderen Berufsschule nicht vorstellen“, so die junge Frau.

Doch genau das droht der Klasse, denn wie Schulleiter Wolfgang Fröhlich bestätigt, soll sie im 2. Lehrjahr die Arwed-Rossbach-Schule in Leipzig-Grünau besuchen. Dagegen streben sich die Auszubildenden und kämpfen für den Verbleib in Delitzsch. Das wundert nicht, erwartet sie neben dem Verlust des gewohnten Lernumfeldes auch ein längerer Schulweg, der mit höheren Kosten verbunden ist. „Der Berufsschulwechsel ist unangemessen und trifft uns unverhältnismäßig“, sagt die Klassensprecherin. Deshalb haben die Azubis auch den Petitionsausschuss des Landtages angeschrieben.

Mindestschülerzahl unterschritten

Der Umzug nach Leipzig sei zumutbar, argumentiert dagegen die Bildungsagentur. „Solche Fälle passieren nicht oft, und wir tun das auch nicht gern“, sagt Sprecher Roman Schulz. Er verweist aber auf Einzelfälle, wo Auszubildende sogar in einen anderen Regierungsbezirk wechseln mussten.

Erforderlich sei der Wechsel wegen der zu geringen Klassenstärke. 16 Schüler sei die Mindestzahl für die Bildung einer Klasse. Dem halten die Büromanagement-Lehrlinge entgegen, dass sie im vergangenen Jahr als Klasse in dieser Stärke genehmigt wurden. Allerdings war die Genehmigung daran gekoppelt, dass die theoretische Ausbildung gemeinsam mit den Lehrlingen im Beruf Kaufmann des Einzelhandels erfolgt. Lediglich die fachliche Ausbildung läuft derzeit getrennt. Dennoch argumentiert die Klassensprecherin, ob nicht vielmehr in Betracht käme, überfüllte Leipziger Klassen zu verkleinern und Auszubildende von dort nach Delitzsch zu delegieren, damit das Gleichgewicht zwischen Stadt und Region gewahrt bliebe. Außer Frage steht außerdem, dass das Delitzscher Berufsschulzentrum die Klasse gern weiter unterrichten würde.

Von Thomas Steingen

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