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Delitzscher Bahnwerker sichern Qualität ihrer Radsätze mit dem Tablet-PC

Technische Innovation Delitzscher Bahnwerker sichern Qualität ihrer Radsätze mit dem Tablet-PC

Delitzscher Bahnwerker beschreiten bei der Radsatzaufbereitung neue Wege. Darüber informierte Robert Lehmann, Geschäftsführer der EuroMaint Rail GmbH, bei einem eigens für Kunden erstmals veranstalteten Event. Zahlreiche – auch internationale Gäste – waren erschienen.

Detlef Renn von der EuroMaint Rail GmbH überprüfte alle Daten und Maße der instandgesetzten Radsätze.

Quelle: Euromaint Rail GmbH

Delitzsch. Das Leistungsvermögen des Delitzscher Bahnwerkes habe jetzt einen Entwicklungsstand erreicht, um darüber öffentlich und ausführlich sprechen zu können. Die Radsatzinstandsetzung gehört zu den Kernkompetenzen, mit denen die Delitzscher gegenüber Wettbewerbern nach wie vor punkten können. Damit das auch in Zukunft so sein kann, setzt das Unternehmen auf ein striktes Qualitätsmanagement. Die heute mehr denn je erforderliche Flexibilität bei der Komponentenaufbereitung erfordere ein Um- und Neudenken, so Robert Lehmann. Allein die per Hand auszufüllenden Dokumentationen hätten nach Ansicht des Geschäftsführers bis zu 50 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit gekostet.

Auch die Nacharbeitsquote sei keinesfalls zufriedenstellend gewesen. Die Lösung lag in der Vereinfachung von Prozessen. Mussten früher pro Radsatz bis zu 23 Seiten einer Dokumentation ausgefüllt werden, so wird jetzt konsequent auf Papier verzichtet, statt dessen auf die Digitalisierung gesetzt. Bei bis zu 30.000 Radsätzen, die pro Jahr in den deutschen Werken der EuroMaint Rail GmbH instandgesetzt werden ist das eine immense Einsparung, bemerkte Lehmann. Das Zauberwort, hinter dem jede Menge Innovation stecke, heißt WIST (Wheelset Inspektion Supporting Tool). Bereits seit 2012 wird im Delitzscher Werk an dem Pilotprojekt gearbeitet. Gut 70 Mitarbeiter der EuroMaint Rail GmbH in Deutschland waren und sind involviert. Es ist ein System, das fortlaufend ergänzt und verbessert werden kann, ohne in den Werkstätten gravierende Investitionen tätigen zu müssen. Lediglich reichlich Tablets wurden angeschafft, über die die erforderlichen Daten eingetragen und gespeichert werden. Die Papiereinsparung allein bringe nicht den Mehrwert. Für den Kunden werde nachvollziehbar, wo sich gerade sein Radsatz befindet, welche Stufe der Instandsetzung erreicht wurde und wann er wieder zur Verfügung steht. „Im Produktionsverlauf ist nachvollziehbar, wer welche Arbeit wann ausgeführt hat.

Die Nachverfolgbarkeit bringt den gewünschten Qualitätsschub. Wir öffnen uns für den Kunde, über ein Portal kann er sich genau und umfassend informieren“, betonte der Geschäftsführer. „Es kostet ihm nichts.“ Die Dokumentation für jeden einzelnen Radsatz werde digital bereitgestellt. Neu ist auch, dass die Befundung der Radsätze bereits beim Kunden erfolgt, die Informationensverluste gehen so gegen null. „Was der Kunde will, wird präzise erfasst und macht Rücksprachen kaum erforderlich.“ Allein unleserliche Handschriften auf den Dokumenten hätten mitunter für größere Verzögerungen gesorgt.

„Heute sind wir in der Lage, deutlich flexibler zu reagieren. Die kleinste Aufbereitungseinheit ist heute eins“, teilte Robert Lehmann mit. Um das Radsatzgeschäft in Deutschland zu erhalten, sei es Gebot der Zeit, auch die Logistik aus einer Hand zu liefern. Bis zu 5000 Radsätze lagern in den Werken Delitzsch, Kaiserslautern und Duisburg. Von dort können sie je nach Kundenwunsch kurzfristig versandt werden. „Wir liefern 100 Prozent Qualität, wenn nicht, Geld zurück“, erklärte Lehmann.

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