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Delitzsch Delitzscher Bauern haben viele Probleme zu beackern
Region Delitzsch Delitzscher Bauern haben viele Probleme zu beackern
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17:53 25.11.2015
Preisverfall bereitet Landwirten immer mehr Sorgen Quelle: dpa
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Delitzsch

„Die Unwetterfronten haben hohe Schäden in der Landwirtschaft angerichtet“, sprach der bisherige Vorstandsvorsitzende Peter Birke nur eins von vielen Problemfeldern der Landwirte der Region am Dienstag an. 7100 Hektar Land der Mitgliederbetriebe, die sich von Glesien bis Eilenburg ziehen, sind von den Hagelschäden nach den Unwettern im Juli betroffen. Der Winter war zu mild, der Frühling zu trocken und der Sommer zu heiß, als dass man von einem guten Jahr sprechen könnte. Und doch wollen sie nicht jammern, sehen die Landwirtschaft als einen der schönsten Berufe – eine Berufung. Eine, für die es sich einzustehen lohnt.

Gegen das Wetter kann der Landwirt nichts machen, aber er kann Politik betreiben: So setzt der hiesige Regionalbauernverband Hoffnungen auf den Lebensmittelgipfel des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft am kommenden Donnerstag, will dort über den Landesverband Stärke zeigen. „Die Erzeugerpreise sind existenzbedrohend“, so Peter Birke. Das gelte für fast alle Bereiche der Landwirtschaft. Besonders hart und zuerst trifft es die Tierproduzenten. Wer nicht andere Zweige wie die Biogasproduktion zum Ausgleich hat, der kann den Betrieb derzeit oft nur mit Verlusten führen. „Das müssen wir den Abgeordneten klar machen“, so Birke, „es ist unverantwortlich, wie hier gehandelt wird.“ Gemeint sind auch Handelsriesen wie die Supermarkt- und Discounterketten. Neben politischen Entscheidungen wie dem Russland-Embargo ist es unter anderem der Preispolitik des Einzelhandels zu verdanken, dass dem Landwirt derzeit zum Beispiel nur 6 Cent vom Glas Milch, 6 Cent vom Ei, 1 Cent bei der Kartoffel und 27 Cent für das Kotelett bleiben. Davon ist kein Betrieb wirtschaftlich zu führen. Daher wollen die Bauern des Delitzscher Verbandes konsequent das Gespräch mit Politikern, Behörden und den Konsumenten suchen, sich dafür verstärkt in der Öffentlichkeitsarbeit engagieren. Immer in der Hoffnung, Verbesserungen in Markt- und Agrarpolitik zu erreichen.

Federführend für diese Arbeit wird künftig der 40-jährige Tilo Bischoff sein. Der Chef der Agrargenossenschaft Hohenprießnitz folgt Peter Birke als Vorstandsvorsitzender. Der heute 76-jährige Peter Birke hatte den Posten 2005 übernommen. Der engagierte Senior bleibt Ehrenmitglied des Verbandes. Neben Tilo Bischoff engagieren sich zwölf weitere Landwirte, darunter drei Frauen, aus unterschiedlichsten Bereichen im neuen Vorstand. Ziel der Vorstandsarbeit insgesamt sei es, den Verband weiterhin stark und auch stark im Zusammenhalt zu führen, so Tilo Bischoff.

Von Christine Jacob

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