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Delitzsch Delitzscher Baustelle: Vandalismus und Dieseldiebstahl
Region Delitzsch Delitzscher Baustelle: Vandalismus und Dieseldiebstahl
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11:09 28.11.2018
Maschinist Ingo Schäfer ist sauer: Zum zweiten Mal wurde auf der S4-Baustelle Diesel geklaut. Letzte Nacht sind sogar sieben Reifen eines Tankanhängers zerstochen worden. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Wer macht denn sowas? Einfach die Reifen zerstochen. Die Bauleute der Firma Ezel, die dieser Tage auf der S4-Baustelle zwischen Mocherwitz und Delitzsch im Einsatz sind, waren am Dienstagmorgen sauer: Sie mussten feststellen, die Zwillingsreifen eines Wassertankfahrzeugs waren platt. Außerdem war Diesel abgezapft. Dabei wird gegenwärtig in den von der Umleitung betroffenen Orten darauf gehofft, dass das Straßenbau-Projekt, wie geplant, fertig gestellt wird.

Trauriger Trend

Die zerstörten Reifen führen natürlich nicht zur Verzögerung, aber zu mehr als nur Ärger allemal. Allein die Kosten fürs zu ersetzende Material werden auf circa 1000 Euro geschätzt. Die Montage kommt dazu. Diese Baustelle wurde nicht zum ersten Mal heimgesucht. In der vorigen Woche hatten Diebe bereits Diesel eines Baufahrzeugs abgezapft. Ein trauriger Trend. „Das kommt immer wieder vor“, ist seitens der Bauleitung zu hören. Gerade wenn Baufahrzeugen nachts weit außerhalb der Ortschaften stehen, würden Langfinger mobil. „In Großbothen wurde uns kürzlich ein Minibagger gestohlen. Er ist aber dank eines aufmerksamen Bürgers circa 100 Kilometer entfernt wieder gefunden worden.“

Motivation ist nicht einzuordnen

Auch der Leiter des Delitzscher Polizeireviers Holger Stecher sieht, dass gerade die schwer abzusichernden Fahrzeuge auf Baustellen leicht von Dieben heimgesucht werden. „Ein Kriminalitätsschwerpunkt sind diese Vorfälle in der Stadt aber derzeit nicht.“ Dass jemand Reifen eines Baustellenfahrzeugs zersticht, kann er indessen ebenso wenig wie die betroffenen Kollegen der Baufirma einordnen.

Auf der Baustelle der Staatsstraße vor Delitzsch läuft der Asphalteinbau planmäßig. Quelle: Wolfgang Sens

Furcht vor Winterbaustelle

Nicht wegen der Diebstähle und Zerstörungen, sondern wegen des Winters gab es in Delitzsch hinsichtlich der Baustelle Bedenken: Der Asphalt ist weg und jetzt kommt der Frost. Kann die Staatsstraße 4 wie geplant bis zum Ende der Woche wieder freigegeben werden, oder wird das Projekt über den Winter zur Dauerbaustelle?

Entwarnung vom Landratsamt

Vom Landratsamt Nordsachsen kommt Entwarnung: „Aktuell gehen wir von der Fertigstellung aus“, erklärt Alexander Bley von der Pressestelle. Bereits Dienstagmorgen war fast die Hälfte der insgesamt knapp zwei Kilometer langen Strecke vom Abzweig Stadtring bis zur Kreuzung Hohenroda/Selben asphaltiert. Und der Einbau konnte am Dienstag auch bei den aktuellen Temperaturen weiterlaufen. Das dürfte die Anlieger auf der Umleitungsstrecke freuen. Denn dort mache das erhöhte Verkehrsaufkommen in den engen Straßen „erhebliche Probleme“, hatte Gerhard Schladitz (CDU) im technischen Ausschuss des Delitzscher Stadtrates kritisiert.

Kein Baustopp in Sicht

Es wurde bedauert, dass die Stadt an dieser Stelle keinen Einfluss auf den Termin nehmen konnte. Um eine Winterbaustelle zu verhindern, hatte sie die Asphalterneuerung auf dem Kreisverkehr an der Eilenburger Straße vorsichtshalber abgesagt. Die Befürchtung: Das Projekt könnte sich aufgrund der Witterung verzögern. Schließlich ist es nicht die erste Baustelle, die kurz vor Wintereinbruch startet und dann monatelang still steht, weil der Asphalteinbau wegen tiefer Temperaturen nicht mehr möglich ist, beziehungsweise das Mischwerk zum Jahreswechsel keinen Baustoff mehr liefert. Doch ein Baustopp auf der S4 wegen Wintereinbruch sei nicht in Sicht, so der Pressesprecher des Landratsamts. Im Gegenteil: Es sind steigende Temperaturen prognostiziert.

Von Heike Liesaus

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