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Delitzscher Betreiber will stärkere Solarmodule einsetzen

Solarkraftwerk Delitzscher Betreiber will stärkere Solarmodule einsetzen

Putztag im Energie- und Gewerbepark Delitzsch. Die Solarmodule werden gebürstet, später auch gegen leistungsfähigere getauscht. Die Eigentümergestellschaft will erneut Millionen in dass Solarkraftwerk investieren, aber auch ein Landgut in Schenkenberg entwickeln. Vielleicht sogar mit professioneller Kaninchenzucht.

Eine der noch nicht sanierten Hallen, in der einst Rinder industriell gehalten und gemästet wurden.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch. Im EGPD Energie- und Gewerbepark Delitzsch (EGPD) ist das große Putzen angesagt. Die mehr als 73 000 Solarmodule werden derzeit gereinigt. Dazu steigen Arbeiter aufs Dach und lassen große runde Brüsten auf den Glasflächen rotieren. „Eine zeitaufwendige Arbeit, aber sie lohnt sich“, weiß Projektentwickler Andreas Freitag. Die höhere Stromeinspeisung zeige den Effekt. Die MGH Mitteldeutsche Grundbesitz Holding GmbH, welche selbst zur Unternehmensgruppe der H&S Development AG (Sitz Baar, Schweiz) gehört, ist Eigentümerin des EGPD und mittlerweile auch wieder Eigentümerin der Solaranlage. Die Grundstückbesitzgesellschaft als auch die Betreibergesellschaften der Solarparks haben ihren Sitz in der Benndorfer Landstraße 2 in Delitzsch. Die Leistung: insgesamt 8,6 Megawatt, laut Andreas Freitag. Zunächst hatte die Green City Energy AG mit Sitz in München die Anlage in ihrem Besitz.

Leistungssteigerung des Kraftwerkes

„Wir werden das Solarkraftwerk weiter vergrößern“, kündigte Freitag an. Sukzessiv sei das bereits seit 2015 erfolgt. Jetzt wurden zusätzliche Pultdächer im nördlichen Bereich des Geländes errichtet, um Unterstellmöglichkeiten für Pkw zu schaffen. „Natürlich kommen auch dort Solarmodule drauf“, erklärte Freitag. Vorgesehen ist zudem, zwei der drei noch vorhandenen Güllebecken abzureißen, zu verfüllen und auf den dann anzulegenden Schrägen auch Module zu platzieren.

Bessere Module

„Momentan sind wir bei einer Leistung von 8,6 Megawatt, 2018 wollen wir aber zwölf Megawatt erreichen“, kündigte der Projektentwickler an. Weil die Dach- als auch die Geländeflächen nahezu mit Modulen ausgelastet sind, verfolgt Freitag eine andere Strategie. Die 2011 verwendeten Module mit einer Fläche von 1,52 Quadratmeter haben eine Leistung von 145 Watt. Neuere Modell sind zwar mit 1,7 Quadratmetern nur unwesentlich größer, haben aber eine Leistung von 270 Watt. „Wir werden sie nach und nach auswechseln. Damit benötigen wir weniger Fläche, um mehr Strom zu erzeugen. Die freiwerdenden Dachflächen werden natürlich auch mit den leistungsstärkeren Modulen bestückt“, teilte Freitag mit und kündigte eine Investition in Millionenhöhe an.

Neun Hallen saniert

Die Solarstromerzeugung ist jedoch nur ein wirtschaftliches Standbein des Unternehmens. Geld wird auch mit der Vermietung von Hallen und Büros verdient. Momentan sind neun Hallen des ehemaligen Betriebes Industrielle Rindermast Irima komplett saniert, an der zehnten wird gearbeitet. Es gibt die Hallen mit einer Traufhöhe von 3,50 Meter, 5,50 Meter und 10 Meter. „Wir bieten Speditionen Pufferlager bis zu 20 000 Quadratmeter an, gleichzeitig können wir die Lager verwalten, auch Konfektionierungen vornehmen“, so Freitag. Der EGPD hat derzeit acht Angestellte.

Landgut entsteht in Schenkenberg

Neuestes Projekt des Unternehmens ist das Landgut Schenkenberg, vormals Milchgut Schenkenberg. Es wurde erworben. Freitag könnte sich vorstellen, dort nicht nur die Solaranlage (750 kWp Leistung) zu betreiben, die kürzlich ans Netz ging. Auch ein gemischter Bauernhof mit artgerechter Tierhaltung wäre möglich. Momentan sind dort 80 Schafe untergebracht. Die Planungen für das Vorhaben sind angelaufen, vor allem müssten noch die Fördermöglichkeiten abgeklärt werden. Vorstellbar ist auch eine professionelle Kaninchenzucht beispielsweise mit den Rassen Farbzwerge, Wider als auch großerer Hasen nämlich Deutscher Riesen, erklärte Freitag. Auch die Aufnahme von Pensionstieren sei denkbar. „Aber wie gesagt, wir sind noch ganz am Anfang“, erklärte der Projektentwickler. Viele Dinge seien noch nicht abschließend geprüft, erst noch in der Ideenphase.

Von Ditmar Wohlgemuth

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