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Delitzscher Biomassewerk entlässt 30 Mitarbeiter

Schlackeberg ungefährlich Delitzscher Biomassewerk entlässt 30 Mitarbeiter

30 Beschäftigte des Biomassekraftwerkes in Delitzsch mussten sich jetzt arbeitslos melden. Der Betreiber hat sie von der Arbeit freigestellt und gekündigt. Eine vom Umweltamt des Landkreises Nordsachsen in Auftrag gegebene Untersuchung des Schlackeberges ergab keine Gefährdung des Grundwassers.

Das Biomassekraftwerk in Delitzsch: 30 der 35 Beschäftigten sind entlassen.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Für die Beschäftigten des Biomassekraftwerkes (BKD) in Delitzsch in der Fabrikstraße 2 hat sich die Lage in den vergangenen Tagen extrem zugespitzt. „30 Angestellte wurden von der Arbeit freigestellt, die Kündigungen ausgesprochen. Wir dürfen das Werk nur noch betreten, um unsere persönlichen Sachen aus den Schränken zu holen“, erklärte Betriebsratsmitglied Lutz Rudolf im Gespräch mit der LVZ.

Alle betroffenen Angestellten der Betreibergesellschaft des Werkes, Knock on Wood GmbH, haben sich bereits arbeitslos gemeldet und wollen die Kündigung nicht hinnehmen. „Wir befinden uns immer noch im Betriebsübergang, der Arbeitsvertragsveränderungen ausschließt“, sagte Reinhard Jirschik. Die Beschäftigten hätten für den Monat April zudem noch kein Geld erhalten, teilte Thomas Klose, ebenso im Betriebsrat, mit. Lediglich fünf Mitarbeiter, das ergaben Recherchen der LVZ, sind noch im Werk tätigt. Was sie derzeit dort erledigen, blieb allerdings unbekannt. Die Informationen deuteten jedoch darauf hin, dass alle Zufahrten zum Gelände deutlich stärker gesichert wurden.

Betreiber kündigte große Revision an

Ende April hatte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Heinz Lucas, im Gespräch mit der LVZ mitgeteilt, dass das Werk ab 17. Mai außer Betrieb geht und einer großen Revision unterzogen werden soll. Ob die Ankündigung jetzt umgesetzt wurde, ist nicht bekannt. Ebenso ist der Zusammenhang mit den Kündigungen derzeit nicht erklärbar, da Heinz Lucas trotz mehrmaliger Versuche für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht erreichbar war.

„Wenn tatsächlich die Kündigungen ausgesprochen wurden, dann bedaure ich das sehr, gleichwohl diese Entwicklung nicht überraschend ist“, erklärte am Donnerstag Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) auf Anfrage.

Der Betriebsrat erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen den Betreiber des BKD. Der Zustand der Anlage habe sich drastisch verschlechtert. „Die erhofften Investitionen sind nicht erfolgt, auch wenn der Geschäftsführer immer wieder darüber gesprochen hat“, so Jirschik. „Von den angeblich 400 000 Euro, die ins Werk seit der Übernahme im August 2015 geflossen sein sollen, haben wir nichts bemerkt.“ Der Geschäftsführer hatte die vierwöchige Betriebsruhe mit der Erneuerung diverser Bauteile an den Kesseln und an den Turbinen begründet.

Stadt Delitzsch verlangt Entsorgungskonzept

Indes beschäftigt der etwa 40 000 Tonnen schwere Rost- und Kesselascheberg immer noch die Gemüter. „Was die Entsorgung des Schlackeberges angeht, so erwarten wir unverzüglich ein entsprechendes Entsorgungskonzept von der Umweltbehörde des Landratsamtes Nordsachsen“, erklärte Wilde.

In einer Pressemitteilung des Landratsamtes wurde jetzt mitgeteilt, dass die Untersuchung des Schlackeberges erfolgt ist. „Die Analytik ergab keine auffälligen Werte, die auf eine mögliche Gefährdung des Grundwassers schließen lassen.“ Die Untersuchung wurde von der Firma Stork Umwelt GmbH in Schkeuditz vorgenommen.

Zudem hieß es, dass der Anlagenbetreiber den Nachweis erbracht habe, dass die Entsorgung der beim Betrieb des BKD täglich anfallenden Rost- und Kesselasche erfolgt.

 

Von Ditmar Wohlgemuth

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Delitzsch Fabrikstraße 2
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