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Delitzsch Delitzscher Chemiebetrieb investierte seit 1993 15 Millionen Euro
Region Delitzsch Delitzscher Chemiebetrieb investierte seit 1993 15 Millionen Euro
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06:00 19.08.2017
Das Betriebsgelände des Delitzscher Unternehmens frunol delicia. Der Chemiebetrieb blickt auf eine 200-jährige Geschichte zurück. Quelle: frunol delicia GmbH Delitzsch
Delitzsch.

Vor 200 Jahren hat diese Geschichte angefangen, dieser Tage wird das Ereignis gebührend gefeiert. Das Delitzscher Unternehmen frunol delicia GmbH in der Dübener Straße blickt auf zwei Jahrhunderte Vergangenheit zurück und fühlt sich sehr eng verbunden mit der Region und der Stadt.

80 Mitarbeiter

„Seit 1993 wurden am Standort in Delitzsch in Sanierung und Modernisierung weit über 15 Millionen Euro investiert“, teilte auf Anfrage Jürgen Friedel, seit 1993 geschäftsführender Gesellschafter, mit. Über 80 Mitarbeiter hat das Unternehmen derzeit, das im vergangenen Jahr auch den kaufmännischen Firmensitz von Unna nach Delitzsch, in die Dübener Straße 145, verlegte. Geschäftsführer Friedel zog nach Leipzig.

Erfolgreiche Privatisierung

Mit ihm war es unmittelbar nach der politischen Wende gelungen, einen geeigneten Investor zu finden und letztlich auch die erfolgreiche Privatisierung zu vollziehen. Die damals von der Treuhand eingesetzten Geschäftsführer Manfred Böhme und Klaus Stelzner hatten sich über das normale Maß hinaus, so schätzte Jürgen Friedel deren Arbeit ein, engagiert, um das Unternehmen zukunftsfähig zu gestalten. Der West-Unternehmer führte die Frunol GmbH mit Sitz im westfälischen Unna. Zunächst operierten die beiden Unternehmen Delicia GmbH und Frunol GmbH getrennt, erst 1997 erfolgte die Zusammenlegung und es entstand die heutige frunol delicia GmbH.

Apotheke erschließt neuen Markt

Die Wiege allen Anfangs stand in der Apotheke „Zum weißen Adler“ in Delitzsch. Dort gab es 1817 bereits Freybergs giftfreien Rattenkuchen. „Allein mit pharmazeutischen Produkten war die Apotheke nicht überlebensfähig. Man musste sich einen neuen, zusätzlichen Markt erschließen“, teilte Jürgen Friebel mit. Lebensmittel waren sehr wertvoll, mussten vor jedem Schädling geschützt werden. „Damit war die Idee der selektiven und gezielten Schädlingsbekämpfung geboren, die bereits damals der zentrale Bereich des Unternehmens wurde“, sagte Friedel weiter.

Sorgen mit Behörden

Das Unternehmen habe sich den aktiven Schutz der natürlichen Ressourcen auf die Fahne geschrieben. So sei es unter anderem gelungen, die als Schnecken-Linsen bekannten Schneckenbekämpfungsmittel in der Aufwandsmenge zu halbieren, dennoch aber die gleiche Effizienz zu erreichen. Ähnliche Erfolge seien dem Unternehmen auch in der Feld- und Wühlmausbekämpfung gelungen. „Das konnten wir nur mit immer ausgereifteren, hochtechnologischen Produktionsmethoden erreichen“, so Friedel. In Europa sieht sich das Delitzscher Unternehmen in einer Führungsrolle und als Premium-Produktanbieter. Diese Produkte basieren zu 95 Prozent auf einer Lebensmittelbasis, die im Umfeld von Delitzsch auf etwa 3000 Hektar produziert werden. „Unsere Produkte werden von Delitzsch aus in den Europäischen Markt geliefert, aber auch nach Australien, Nordamerika und Russland sowie in diverse arabische Staaten“, betonte der Geschäftsführer und berichtete, dass in den vergangenen Wochen fast ausschließlich für die Auslandsmärkte produziert worden sei. Der Grund: Die Zulassung für ein neues, umweltschonendes Pflanzenschutzmittel zur Schneckenkontrolle auf Basis eines Naturwirkstoffes, damit auch im Ökolandbau verwendbar, zieht sich seit drei Jahren hin, wird seit dem vom Umweltbundesamt in Berlin geprüft. „Das gefährdet Arbeitsplätze“, kritisierte der Geschäftsführer. Eine entsprechende Klage wegen Untätigkeit und Schadenersatz habe man beim zuständigen Gericht bereits eingereicht. Schon 2004 sei man durch diese Behörde in eine ähnlich prekäre Situation gekommen. Damals hatte sich vehement Ex-Landrat Michael Czupalla für das Unternehmen eingesetzt. „Wir sind ihm dafür sehr verbunden“, erklärte Jürgen Friebel.

Von Ditmar Wohlgemuth

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