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Delitzsch Delitzscher Club Pointzero will noch lange bleiben
Region Delitzsch Delitzscher Club Pointzero will noch lange bleiben
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09:35 02.03.2018
Der Plan steht felsenfest: Nach dem Sommer gibt es eine große Party nach der Umgestaltung. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Wohngebiet. Wohngebiet. Wohngebiet. Pointzero-Betreiber Roy Klawes kann es vermutlich nicht mehr hören. Oder vielmehr die Gerüchte um seinen Club und das angebliche Aus, die damit zusammen hängen. Im Dreieck von Schkeuditzer Straße, Kyhnaer Weg und Windmühlenweg, genau dort wo der Club seine Heimat hat, soll die „Schulze-Delitzsch-Siedlung, Schkeuditzer Straße“ Wirklichkeit werden. Erst vor Kurzem hat der Stadtrat eine Überplanung der Flächen beschlossen, um das Areal städtebaulich neu auszurichten. Das Gelände der wiederum kürzlich an einen Investor versteigerten ehemaligen Bauunion nimmt dabei fast das gesamte Gebiet ein. Und der Club soll angeblich jetzt dicht gemacht werden beziehungsweise es schon sein.

Pointzero-Crew beruhigt

Nein, widerspricht Pointzero-Inhaber Roy Klawes, unter anderem mit einem Facebook-Post. Seit 2003 betreibt er an der Schkeuditzer Straße den Club. Aktuell ist der tatsächlich dicht oder höchstens für geschlossene Veranstaltungen gebucht. Da werde abgerissen, das sei jetzt im Sommer 2017 das Ende des Clubs und das Aus besiegelt, munkeln nun viele in Delitzsch. In Wirklichkeit ist – üblich für den Club und generell nicht unüblich in der Branche – einfach nur Sommerpause. Zwei bis drei Monate Schließzeit und keine großen Veranstaltungen sind seit Anbeginn des Clubs Usus. Das Pointzero-Team nutzt die Zeit für Umbauten, will am 2. September großes Reopening und 14. Clubgeburtstag feiern, hat einige Überraschungen baulicher Natur parat. Von Aufgabe ist keine Spur: „Bevor ein Wohngebiet oder Ähnliches entsteht, sind noch viele Sachen zu erledigen“, betont der 36-Jährige. Und selbst wenn die Pläne der Stadt mit dem Versteigerungsergebnis nun nicht mehr zünden sollten: Von heute auf morgen sei auch nach Versteigerung der ehemaligen Bauunionsfläche an einen Privatinvestor nichts einfach so zu machen, beruhigt Roy Klawes. Es gibt erstens laufende Verträge und auch der Privatinvestor müsste sich zweitens zunächst noch mit etlichen Parteien auseinandersetzen. Zudem besteht eine Kündigungsfrist von einem halben Jahr.

Pläne für Wohnbebauung nicht neu

„Wir sind da tiefenentspannt“, sagt Roy Klawes. Das Pointzero ist der dritte Club, den er aufgebaut hat. Er sei sich zwar immer bewusst gewesen, dass eines Tages der Tag X kommt – doch von jetzt auf gleich laufe nix. Schon die Idee, in dem Areal ein Baugebiet entstehen zu lassen, ist nicht neu: Für diesen Bereich wurde bereits 1996 die Aufstellung des Bebauungsplanes „Wohnpark – An der Gärtnerei“ beschlossen. Bekanntlich arbeitet die Stadt in den vergangenen Monaten getreu dem Motto „Eigenheime statt Brachen und Ruinen“ an neuem Bauland fürs boomende Delitzsch. Seit Start des Clubs 2003 ist den Machern klar, dass perspektivisch Bauland für Eigenheime entstehen soll. „Es sind bisher 14 coole Jahre hier gewesen“, betont der Point-Macher, „vielleicht werden es noch fünf, vielleicht feiern wir hier am Standort auch den 20. Geburtstag.“

Und ein Schlupfloch bleibt im bisherigen Beschluss des Stadtrates noch: Der Gewerbestandort soll mit der Überplanung als urbanes Gebiet ausgewiesen werden. Den neuesten Änderungen der Baunutzungsverordnung nach dienen urbane Gebiete dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbegebieten sowie sozialen, kulturellen und anderen Einrichtungen, die die Wohnnutzung nicht wesentlich stören. Das Manko: Die Pläne des Bauunion-Investors müssen allerdings nicht nach diesem öffentlichem Bau- und Planungsrecht gerichtet sein.

Von Christine Jacob

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