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Delitzsch Delitzscher DRK-Fahrdienst steht in der Kritik – Behinderte falsch behandelt?
Region Delitzsch Delitzscher DRK-Fahrdienst steht in der Kritik – Behinderte falsch behandelt?
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00:18 22.01.2016
Die DRK-Mitarbeiter werden geschult im Umgang mit Behinderten.  Quelle: dpa-Zentralbild
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Delitzsch

 Das behinderte Kind mal eben beim Nachbarn und nicht den Eltern abgegeben. Zu häufiger Personalwechsel und dann seien es nicht mal richtig ausgebildete Leute. Und im Internet wird von zu rasanter Fahrweise gewettert. Die Vorwürfe gegen den Fahrdienst des DRK-Kreisverbandes Delitzsch, die Eltern gegenüber dieser Zeitung erheben, wiegen schwer. Allerdings: Das DRK spricht von nur drei Unstimmigkeiten in einem Jahr – und diese wurden nicht mal von Eltern angezeigt.

Ihre mehrfach behinderte Tochter, beklagt zum Beispiel eine Delitzscherin, sei vom Fahrdienst des DRK mehrfach nicht korrekt behandelt worden – verbal nicht, indem sie herablassend bezeichnet worden sei. Vor allem aber stört die Delitzscherin der scheinbare Zeitdruck beim Fahrdienst. Die Tochter, unter anderem auf den Rollstuhl angewiesen und mit frühkindlichen Schädigungen geboren, ist in einer Fördergruppe der Werkstätten des Behindertenzentrums. Der Fahrdienst holt die Frau zu Hause ab und bringt sie nachmittags wieder heim. Mutter und Tochter sind komplett aufeinander geeicht. Vereinbart ist, dass das Kind bei ihrer Bezugsperson abgegeben wird. Vorgekommen aber sei bereits das Klingeln bei Nachbarn, sodass der Türsummer aktiviert wird. Die behinderte Frau wurde einfach stehen gelassen. Die Mutter wartete bereits, wunderte sich über das Ausbleiben des Klingelns und das davon fahrende DRK-Fahrzeug. So wurde die Tochter dann doch immer schnell von ihr persönlich unten im Hausflur abgeholt.

Dass das Personal viel zu häufig wechselt, beklagen andere Eltern. Unter Umständen passiere dies mehrfach pro Monat und Woche, nicht immer könne man dem neuen Personal trauen, meinen die Eltern. Sie alle wollen aber anonym bleiben. Ihnen gefalle deren Einstellung nicht. „Manche sagen ja nicht mal richtig Guten Tag“, regt sich eine andere Mutter auf. „Eine Bezugsperson ist besonders wichtig für meine behinderte Tochter“, erklärt eine weitere Mutter. Wenn aber – so ihr Empfinden – das Personal aus Begleitperson und Fahrer mehrfach die Woche wechsle, sei dieser Bezug nicht gegeben.

„Durch Urlaub, Krankheit und Fortbildung kommt es vor, dass die Fahrer beziehungsweise Begleitpersonen wechseln müssen“, so Jan Schweiger, Leiter des Fahrdienstes, auf Anfrage. Das Team sei aber stets bemüht, dass die Touren immer von denselben Mitarbeitern gefahren werden. 42 Mitarbeiter zählt der Fahrdienst, führt täglich in der Zeit von 5 bis 8 Uhr und 14 bis 17 Uhr mit insgesamt zwölf Fahrzeugen die Touren durch. Die Kinder werden vor der Haustür abgeholt und dann zu den entsprechenden Einrichtungen geschafft. Das kann das Behindertenzentrum sein oder auch Schulen für Menschen mit Behinderungen. Auch Vorwürfe der nicht korrekten Behandlung oder des zu ruppigen Tons kann der Fahrdienstleiter entkräften: „Unsere Mitarbeiter erhalten vor ihrer Einstellung eine ausführliche Belehrung im Umgang mit behinderten Personen und besuchen in den ersten Arbeitstagen einen Erste-Hilfe-Lehrgang“, versichert der Leiter. Die Abgabe von Kindern bei Nachbarn oder Angehörigen erfolge ebenfalls nur nach Absprache mit den Eltern.

Von den kritisierten Fällen sei keiner bekannt. „Im letzten Jahr gab es insgesamt drei Unstimmigkeiten“, schildert Jan Schweiger, „allerdings nicht von den Eltern, sondern von den Einrichtungen, die von uns sofort bearbeitet wurden.“ Sollte es zu Beschwerden kommen, werde sofort das Gespräch mit den Mitarbeitern beziehungsweise Eltern gesucht, um das Problem zu lösen. Wünschenswert – so Schweiger – wäre es daher, dass die Eltern direkt das Gespräch suchen.

Von Christine Jacob

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