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Delitzscher Doppelbaustelle erzeugt Staus und Wendemanöver

Straßenverkehr Delitzscher Doppelbaustelle erzeugt Staus und Wendemanöver

Ferienzeit ist Bauzeit – insbesondere auf den Straßen. Noch bis 13. August bleibt die Bahnunterführung Dübener Straße in Delitzsch gesperrt, weil Fahrbahn und Bauwerksfugen erneuert werden müssen. Doch auch die Bitterfelder Straße am Roßplatz ist dicht. Die Folge sind zum Teil weiträumige Umleitungen.

An der Bahnunterführung Dübener Straße werden mit schwerem Gerät Fugen freigelegt und neu verfüllt.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Autofahrer in Delitzsch erfahren in diesen Tagen auf ganz neue Weise, was es heißt, das Stadtgebiet zu er-fahren. Zwei wichtige Verkehrsadern sind blockiert, weil sie aufgerissen wurden. Auf der Bundesstraße 183 a, im Bereich der Bahnunterquerung Dübener Straße, werden Asphalt und Bauwerksfugen erneuert, auf der Bitterfelder Straße am Roßplatz läuft die grundhafte Sanierung samt Leitungsbau. Das zwingt die Motorisierten auf Umwege – und zu unfreiwilligen Wendemanövern. Erst Mitte August beziehungsweise Ende September soll sich die Situation entspannen.

Fakt ist: Umleitungen sind ausgeschildert. Wer den markanten Tafeln am Straßenrand folgt, wird um die kritischen Bereiche herumgelotst. Doch das System hat Lücken, die zum Teil nur mit Ortskenntnis zu schließen sind. Beispiel B 183 a, aus Richtung Brehna und Autobahn 9 kommend: Der Verkehr gen Bad Düben wird wie gewohnt über den Delitzscher Norden geführt, doch an der Kreuzung Bitterfelder Straße, wo die B 183 a abbiegt, ist der Abzweig jäh durchkreuzt – ohne Hinweis auf die Umleitung. Zumindest der Verkehr aus Bitterfeld weiß dank Infotafel Bescheid: Die Alternativstrecke führt über die Benndorfer Landstraße und den Stadtring, also nordöstlich um Delitzsch herum. Diese Lösung, in Obhut des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr veranlasst, dürfte in der Stadtverwaltung auf Gefallen stoßen. Dort ist die Umverlegung der stark befahrenen Bundesstraße auf den Stadtring ein ernsthaftes Zukunftsthema.

Eisenbahnstraße ist neuralgischer Punkt

In der Gegenwart allerdings fährt trotzdem so mancher Autofahrer auf gut Glück ins Stadtgebiet hinein, landet schließlich in der Eisenbahnstraße. Die Trasse ist der neuralgische Punkt dieser Doppelbaustelle – hier überlagern sich die Umleitungen, bündeln sich Einkäufer und Berufspendler, staut es sich in einem für Delitzscher Verhältnisse ungewohnten Maß. Speziell an der Einmündung in die Bismarckstraße: Die einen wollen nach links, die anderen nach rechts – zum Teil in der Hoffnung, den Weg in die Breite Straße zu finden.

Die Route gen Altstadt ist verändert, weil am Roßplatz kein Durchkommen ist. Schilder mit schwarzem Pfeil auf weißem Grund und der Aufschrift „Zentrum“ weisen den verwinkelten Weg von der Bismarck- durch die Lober-, August-Fritzsche- und Kohlstraße. Die Praxis allerdings zeigt, dass viele erst gar nicht so weit kommen. Wendemanöver am laufenden Band sind die Folge. Der erste typische Kehrtpunkt liegt in der Eilenburger Straße in Höhe der Sackgassen-Ankündigung, die vom Bahnhofskreisel aus noch nicht zu erkennen ist. Entschlossenere Charaktere fahren bis in die Marienstraße, wenden erst dort. Die Zielstrebigsten ignorieren sogar die Sperrscheibe, stoppen erst am Bagger oder rollen abends und nachts mitten durch die Baustelle. „Ich habe diese Woche schon vielen Leuten erklärt, wo sie lang müssen – speziell Auswärtigen“, schildert ein Anwohner.

Roßplatz ist bis Ende September dicht

Der Knoten von Marienstraße, Bitterfelder und Roßplatz bleibt laut Planung noch bis 30. September gesperrt. Diese Woche wurde ein Schacht für die Straßenentwässerung gesetzt, verbunden mit neuen Hausanschlüssen – als nächstes geht es mit dem Straßenbau weiter.

Die Baustelle in der Dübener Straße währt noch bis 13. August. Dort hat die beauftragte Firma Eurovia bereits den Asphalt im Abschnitt zwischen Albert-Böhme- und Friedrich-Ebert-Straße erneuert. Vier Zentimeter tief wurden Deck- und Binderschicht abgefräst und neu eingebaut. Aktuell geht es um die Bewegungsfugen, die die insgesamt 14 Elemente der Bahnunterführung verbinden. Die jeweils 29 Zentimeter breiten Rillen quer über die Fahrbahn werden gesäubert und mit einem elastischen Material verfüllt. Abschließend folgen die Instandsetzungen der Betonborde am Fahrbahnrand und Markierungsarbeiten.

Von Kay Würker

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