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Delitzscher Einbruchserie: Rätselraten um den Täter

Kriminalität Delitzscher Einbruchserie: Rätselraten um den Täter

Seit Monaten beschäftigt eine Einbruchserie Delitzscher Gewerbetreibende und Kultureinrichtungen. Nun gibt es offenbar einen Ermittlungserfolg. Nach LVZ-Recherchen ist Diebesgut wieder aufgetaucht. Aktuell wird in der Öffentlichkeit über den Täter spekuliert. Erst ist offenbar noch auf freiem Fuß.

Ein Serieneinbrecher versetzt Delitzscher Gewerbetreibende in Unruhe.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Delitzsch. Zahlreiche Einbrüche in Geschäfte, Büros, Clubräume: Bei Gewerbetreibenden in Delitzsch liegen seit Monaten die Nerven blank. Nun verdichten sich die Hinweise, dass die Ermittler einem Täter auf die Spur gekommen sind. Offenkundig ist Diebesgut wieder aufgetaucht. Die zuständige Staatsanwaltschaft allerdings hüllt sich in Schweigen. Jegliche Erklärungen würden die Ermittlungsarbeit gefährden, heißt es vonseiten der Anklagebehörde.

Seit Herbst vergangenen Jahres machen Einbruchsmeldungen in Delitzsch wieder gehäuft die Runde. Betroffene waren unter anderem Friseurgeschäfte und die Volkshochschule, aber auch das Restaurant Zur Schloßwache, wo nach Angaben des Betreibers allein zwischen November und Februar zehnmal ungebetene Gäste ihr Unwesen trieben. Ob es sich dabei jeweils um den gleichen Täter handelte, ist ungewiss. Fest steht jedoch, dass eine Mehrzahl von Einbrüchen Ähnlichkeiten aufweist.

Enorme Verwüstungen

Zum einen wurden Objekte mehrfach heimgesucht, zum anderen eine enorme Verwüstung hinterlassen, die weit über den bei Einbrüchen erwartbaren Sachschaden hinausging. In der Schloßwache wurden sogar Gipskartonplatten herausgerissen, im Friseurgeschäft La Belle in der Johannes-R.-Becher-Straße hebelte der Täter den Münzautomaten des Solariums brachial von der Wand, wie La-Belle-Geschäftsführer Thomas Ruland schildert. Auch im Jugendcafé Quo Vadis ein Bild der Zerstörung: „Der Wert des Diebesgutes betrug rund 2000 Euro, der Sachschaden 8000 Euro“, beziffert Mitarbeiter Matthias Mittmann. Statt über das Fenster zu verschwinden, über das er gekommen war, versuchte der Täter von innen die Eingangstür aufzubrechen.

Im Oktober 2015 war das. Seitdem wartet Mittmann auf Ermittlungserfolge. Und tatsächlich wurde er – wie auch andere Geschädigte – informiert, dass Diebesgut wieder aufgetaucht sei. „Die gestohlene Spielekonsole und die Spiele sind ja mit dem Namen Quo Vadis gekennzeichnet.“ Noch hat Mittmann die Beute nicht zurück. Doch offenbar sind die Ermittler auf heiße Ware gestoßen. Auch der Reisepass von Schloßwache-Chef Rico Eichler fand sich wieder an, wie der Gastwirt berichtet. Seit die Nachricht davon in Delitzsch kreist, ist die Hoffnung auf ein Ende der Einbruchserie groß. Ist der Täter gefasst? Sitzt er hinter Gittern? Diese Fragen treiben nun um – zumal auch der Name des mutmaßlichen Delinquenten in der Kleinstadt die Runde macht. Demnach handelt es sich um einen Einheimischen, der im Bereich der hiesigen Beschaffungskriminalität kein Unbekannter ist.

Viele Fragen – wenige Antworten

Die Antworten bleiben trotzdem aus. Der Leiter des Delitzscher Polizeireviers, Klaus-Dieter Kabelitz, bestätigt auf LVZ-Nachfrage nur, „dass Diebesgut aufgefunden wurde“. Für alle weiteren Angaben seien die Behörden in Torgau zuständig – also die Außen- und Zweigstellen von Kripo und Staatsanwaltschaft. Die Nachfrage dort läuft ins Leere. Ricardo Schulz, Sprecher der Anklagebehörde, bittet um Verständnis: „Wir können aktuell aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskünfte geben.“ Weder Bestätigung noch Dementi, ob ein Tatverdächtiger bekannt ist. Die schwierige ermittlungstechnische Lage lässt zumindest vermuten, dass der Gesuchte noch nicht geständig in Haft sitzt.

Die Sorge vor Einbrüchen geht in Delitzsch also weiter um. Erst Anfang des Monats war der Tiergarten wieder Zielscheibe, wurde das Kassenhäuschen schadenträchtig aufgehebelt. Schon drei Wochen zuvor hatte es dort einen Einbruchversuch gegeben. „Dass sich Täter offenbar sicher genug fühlen, um immer wiederzukommen, ist erschütternd“, sagt La-Belle-Chef Thomas Ruland mit Blick auf die Landesregierung und den Polizeischrumpfkurs der vergangenen Jahre. Viermal binnen kurzer Zeit sei sein Geschäft in der Johannes-R.-Becher-Straße heimgesucht worden. „Beim vierten Mal schaffte es der Täter einzudringen“, so Ruland. Auf dem Sachschaden blieb die Friseurgenossenschaft weitgehend sitzen. „Ich kann der Versicherung die demolierte Eingangstür nicht zweimal binnen weniger Tage in Rechnung stellen.“

Von Kay Würker

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